Zahlt die Hausratversicherung bei Schäden durch einen Windstoß?

Frau vor Tafel mit Glühbirnen

Manchmal treibt das Schicksal seltsame Blüten. Eben noch war der Laptop komplett intakt und nun ist er durch einen umgekippten Eimer mit Putzwasser nicht mehr zu gebrauchen.

Gut, wenn in einem solchen Fall die Hausratversicherung vorhanden ist. Ist ja schließlich ein Wasserschaden, dann gibt es auch Schadensersatz für den völlig durchnässten Laptop. Guter Gedanke, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Putzeimer beim Fensterputzen umgekippt

Es zeigt sich in manchen Fällen, dass das Thema Versicherung für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln ist. Klar, den Begriff Hausratversicherung kennen die meisten. Auch, dass die Hausratversicherung bei Schäden durch Wasser zahlt. Das dabei aber noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen, geht meistens unter. So auch der Fall der jungen Studentin, die beim Fensterputzen ihren Eimer auf das Fensterbrett stellte. Zwischenzeitlich klingelte es an der Tür. Sie ging hin, öffnete und durch einen Windstoß, der nun entstand, schlug ein Fensterflügel gegen den abgestellten Putzeimer. Dieser kippte um und das Putzwasser ergoss sich auf den darunter abgestellten Laptop. Ein Fall für die Hausratversicherung?

Schäden durch Putzwasser sind nicht versichert

Zunächst müssen wir mal schauen, welche Wasserschäden in der Hausratversicherung tatsächlich versichert sind. Es ist überall von Leitungswasserschäden die Rede. Das bezieht sich auf Wasser, das irgendwo aus einer Leitung herauskommt, wo es eigentlich nicht herauskommen darf. In diesem Fall ist nämlich die Wasserleitung kaputt und die Hausratversicherung bezahlt für durchnässtes Mobiliar. Das kann auch dann passieren, wenn von einer Spülmaschine oder Wachmaschine der Zuleitungsschlauch abplatzt. Das Wasser kommt ja nun aus der Leitung – wenn auch nicht gewollt. Andersherum gesagt: Der Putzeimer ist keine Wasserleitung. Dabei handelt es sich um Plantschwasser oder überschwappendes Wasser. Dafür zahlt die Hausratversicherung nicht, ähnlich auch im Falle der Badewanne, wenn jemand darin so herumtobt, dass das Wasser überschwappt.

War es vielleicht ein Sturmschaden?

Nächste Möglichkeit: Das Fenster ist durch einen Luftzug aufgeschlagen und knallte gegen den Eimer. Jetzt ist es ja einfach zu sagen, dass es sich dabei um einen Sturmschaden handelt, denn die sind ja in der Hausratversicherung ebenfalls versichert. Weit gefehlt, denn ein plötzlich auftretender Luftzug ist noch lange kein Sturm. Weder beim Öffnen der Wohnungstür noch beim Durchlüften sind solche Windstöße versichert. Ein Sturm ist erst dann ein Sturm, wenn draußen, also außerhalb der Wohnung Windbewegungen von mehr als 68 Kilometer pro Stunden auftreten. Dazu muss der Sturm dann durch ein offenes Fenster quasi in die Wohnung hineinkommen. Da aber jeder Mensch mit gesundem Verstand bei Sturm die Fenster schließt, fällt also diese Möglichkeit auch flach.

Eine Verkettung ungünstiger Zustände

Es ist natürlich ärgerlich, wenn die Hausratversicherung den Schaden am Laptop nicht bezahlt – zumindest aus der Sicht der Eigentümerin. Fakt ist aber auch, dass eine Hausratversicherung nicht dazu dient, jeden Schaden zu bezahlen, der sich irgendwo in den eigenen vier Wänden ereignet. Deshalb gibt es ja diese Einschränkungen bei Sturmschäden oder Leitungswasserschäden. Zudem ist es schon sehr mutig, einen Laptop dort stehen zu lassen, wo gleichzeitig eine Putzaktion stattfindet. Der Eimer mit dem Putzwasser kann ja ebenso durch andere Umstände umkippen und dadurch den Schaden auslösen. Da wäre viel zu einfach. Würde die Hausratversicherung tatsächlich dafür aufkommen, dann wären die Beiträge irgendwann nicht mehr bezahlbar.

Schäden vermeiden durch richtiges Verhalten

Natürlich sind Versicherungen dazu da, einen Schaden zu bezahlen, wenn er denn auch versichert ist. Wäre durch einen Sturm ein Fenster zu Bruch gegangen, und eindringende Regenmassen hätten den Laptop beschädigt, wäre das kein Thema gewesen. Es gibt aber einfache Überlegungen, die dazu beitragen, dass ein solcher Schaden gar nicht erst eintritt. Beim Putzen gehören Dinge wie Laptop oder Smartphone, etwa zum Musikhören, außer Reichweite. Genauso kann es passieren, dass das Handy bei Unaufmerksamkeit in den Eimer fällt. Sind die Ablenkungen von außen so dringend? Nein, mit Sicherheit nicht. Wenn es also an der Tür klingelt, dann einfach die Utensilien zum Putzen beiseitelegen, Fenster schließen und Tür öffnen. Außer, von draußen ruft schon der Nachbar, dass es im Haus brennt. Dann muss es schneller gehen und könnte sogar zu einem Fall für die Hausratversicherung werden.

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