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Hausratversicherung - was ist nach einem Einbruch zu tun?

Einbruch durch ein gekipptes Fenster

Die Einbrüche erreichen jedes Jahr immer neue Höchstwerte. Allein im letzten Jahr kam es zu rund 167.000 Einbrüchen in Deutschland – zehn Prozent mehr als noch im Vorjahr. Rund eine halbe Milliarde Schaden für die Hausratversicherung, die bei Schäden durch Einbrüche leistet.
Oftmals schlagen die Täter nicht allein während der Urlaubszeit zu, Sie nutzen vielfach die Zeit am späten Nachmittag, wo viele Bewohner noch auf der Arbeit sind. Selbst wenn ein Einbruch in Minutenschnelle verübt wird, der materielle Schaden und vor allem der psychologische Schaden sind immens. Was müssen Sie unternehmen, damit Ihr Schaden durch die Hausratversicherung auch übernommen wird?

Für eine Schadensersatzleistung sind verschiedene Bedingungen zu erfüllen

Wie sind die Einbrecher ins Haus gelangt? Haben sie die Haustür aufgebrochen oder ein Fenster an der Terrasse aufgehebelt? Wichtig ist vor allem, dass Einbruchsspuren vorhanden sind. Fehlen diese, wird die Beweislage schon etwas schwieriger, denn noch sind Sie in der Beweispflicht, dass es zu einem Einbruch gekommen ist. Bei äußerer Gewaltanwendung und entsprechenden Spuren in den Wohnräumen ist das kein Problem. Was ist aber, wenn die Täter mittels falscher Schlüssel sich unberechtigt Zugang verschafft haben? Dann hilft nur noch die Dokumentation des Chaos, dass die Einbrecher hinterlassen haben. Vor allem gilt eins: Immer die Polizei einschalten, die die Spuren sichert und auch dokumentiert. Ohne das Einschalten der Polizei wird die Hausratversicherung auch nicht bezahlen.

Ein Einbruch muss nicht zwangsläufig mit Werkzeug verübt werden

In der Regel setzen Einbrecher zumindest Schraubenzieher ein, um Fenster aufzuhebeln. Das hinterlässt deutliche Spuren, die den Einbruch glaubhaft belegen. Es geht aber auch ohne Anwendung von Werkzeug. Erst vor kurzem musste ein Gericht über einen Einbruch in einer Garage entscheiden. Da die Täter das Tor lediglich von Hand aufgebogen haben, veranlasste die Hausratversicherung zunächst, die Schadenersatzleistung zu verweigern. Vom Gericht bekam das Einbruchopfer dennoch Recht. Das gewaltsame Eindringen in versicherte Räume setzt nicht zwangsläufig den Einsatz von Werkzeug voraus.

Keine Veränderung vornehmen, bis die Polizei eintrifft

Ein Blitzeinbruch hinterlässt nicht viele verwertbare Spuren, aber dafür ein Chaos in den Wohnräumen. So unerträglich die Situation beim Entdecken des Einbruches ist – Sie müssen sich für den Moment in Geduld üben. Die Polizei muss die vorhandenen und verwertbaren Spuren sichern. Selbst wenn keine Fingerabdrücke auffindbar sind, so lässt das Einbruchmuster zumindest auf bestimmte Tätereigenschaften oder Bandenaktivitäten schließen. Erst wenn die Polizei den Tatort freigibt, dürfen Sie sich ans Aufräumen machen. Natürlich ist es parallel zur Arbeit der Polizei erforderlich, eine erste Sichtung vorzunehmen, um den Schaden in etwa beziffern zu können.

Stehlgutliste ist zwingend für Polizei und Hausratversicherung notwendig

Ein Einbruch hinterlässt natürlich aus psychologischer Sicht Spuren. Dennoch müssen Sie zeitnah aktiv werden. Die Polizei und die Hausratversicherung benötigen eine Stehlgutliste. Das ist eine Liste, in der die gestohlenen und auch beschädigten Gegenstände aufgeführt werden. Es muss belegbar sein, dass die gestohlenen Gegenstände sich in Ihrem Besitz befanden. Einfach Gegenstände der Liste hinzufügen, für die keine Belege existieren, wird zu einem Problem. Die Stehlgutliste wird zur Bewertung des Schadens benötigt, aber auch zur Fahndung nach Diebesgut. Allerdings sind die Aufklärungsquoten in den letzten Jahren immer niedriger ausgefallen. Die Stehlgutliste ist unverzüglich anzufertigen – das gehört nun zu Ihren Pflichten. Ohne das Einreichen einer Stehlgutliste wird die Hausratversicherung die Schadensersatzleistungen verweigern.

Wie schnell muss eine Stehlgutliste der Hausratversicherung vorgelegt werden?

In den Bedingungen zur Hausratversicherung wird das Einreichen der Stehlgutliste unverzüglich gefordert. In der Regel ist damit eine Wochenfrist gemeint. Sind Sie bedingt durch den Einbruch erst einmal durch einen Nervenzusammenbruch außer Gefecht gesetzt, gelten natürlich Ausnahmen. Einen Monat nach dem Einbruch kann das aber schon zu spät sein, wie das Oberlandesgericht Köln im Jahr 2001 befand. Selbst wenn nicht alle Kaufbelege vorhanden sind, so sind in den meisten Fällen aber noch die Bedienungsanleitungen zu den gestohlenen Gegenständen vorhanden. Das reicht fürs Erste auch aus. Das Oberlandesgericht Celle urteilte im Jahr 2014, dass auch bei beruflicher Auslastung die Stehlgutliste dennoch nach ein bis zwei Wochen eingereicht werden kann. Letztendlich gilt es auch, hier kurzzeitig Prioritäten zu setzen. Allerdings ist die Hausratversicherung auch in der Pflicht, deutlich zur Obliegenheit zum Einreichen der Stehlgutliste zu belehren. Ist dem Geschädigten die Konsequenz nicht deutlich genug mitgeteilt worden, welche Folgen ein möglicher Verstoß hat, kann die Hausratversicherung nicht die Schadensersatzleistungen kürzen.

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