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Im Schadensfall: Hausratversicherung vor Privathaftpflicht

Wasserschaden

Eine Privathaftpflicht ist eine nützliche Sache. Sie schützt uns vor finanziellen Forderungen, wenn wir irgendwo einen Schaden verursacht haben und nun mit Schadensersatzforderungen konfrontiert werden.

Natürlich haben wir auch den Nutzen, wenn uns jemand schädigt und seine Privathaftpflicht den Schaden zahlt. Es gibt aber auch Schäden, bei denen wir, clever wie wir sind, besser unsere Hausratversicherung einsetzen können. Wir verraten Ihnen mal, in welchen Schadenfällen das sinnvoll ist.

Nachbar lässt Badewanne überlaufen - welche Versicherung soll für den Schaden zahlen?

Immer noch der Klassiker in einem Mehrfamilienhaus: Der Nachbar über uns lässt die Badewanne einlaufen und lässt sich durch eine Fernsehsendung oder ein Telefonat ablenken. Was passiert? Die Badewanne läuft über, dass Wasser tropft durch die Decke und unsere Möbel sind ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Klar, dass wir beim Nachbarn anschellen und direkt lauthals nach seiner Privathaftpflicht fragen. Er hat den Schaden ja verursacht, dann soll gefälligst auch dafür zahlen. Wofür hat er denn eine Privathaftpflicht? Das könnte allerdings für uns von Nachteil sein: Der Nachbar hat zwar eine Privathaftpflicht, doch das neue Sofa gibt es nicht. Nur den Wert des alten Sofas. Ärgerlich. Aber warum ist das so?

Bei einem Schaden: Wird der Zeitwert oder der Wiederbeschaffungswert bezahlt?

Das Sofa ist durch den Regenguss aus der Nachbarwohnung vollständig ruiniert und muss ersetzt werden. Nachdem wir im Möbelbaus schon einmal nach Ersatz geschaut haben und dafür rund 600 Euro investiert haben, kommt jetzt die zweite kalte Dusche: Die Privathaftpflicht des Nachbarn zahlt nicht den Kaufpreis für das neue Sofa. Es gibt lediglich 350 Euro, obwohl das Sofa gerade mal zwei Jahre alt war.

So groß nun der Frust auf den Nachbarn und dessen Versicherung ist, was die Haftpflichtversicherung nun gezahlt hat, ist rechtens. Nach einem Schaden muss ein beschädigter Gegenstand in den Zustand vor Schadenseintritt versetzt werden. Geht das nicht im Rahmen einer Reparatur, muss eben finanzieller Ersatz her. Allerdings hier auch nur in der Höhe, wieviel, wie in diesem Fall das Sofa, vor dem Schaden noch wert war. Bei einem zwei Jahre alten Sofa, das einer dauerhaften Nutzung unterliegt, sind naturgemäß keine 600 Euro mehr drin, selbst, wenn es damals so viel gekostet hat. Es ist halt abgenutzt und nicht mehr neu.

Warum kommt bei einem Fremdschaden die Hausratversicherung in Betracht?

Eine übergelaufene Badewanne ist auf den ersten Blick noch kein Leitungswasserschaden, für den die Hausratversicherung aufkommen muss. Allerdings sind hier einige Besonderheiten, die wir uns vor Augen führen müssen. Übergelaufenes Wasser aus der Badewanne, das in unsere Wohnung läuft, wird sehr wohl als Leitungswasserschaden bewertet. Das liegt daran, dass das Wasser an einer Stelle herausfließt, wo es nicht herausfließen soll. Die Badewanne gehört mit zum wasserführenden System, der Begriff Rohrleitung wird hier erweitert. Ob das nun in unserer Wohnung passiert oder in der Wohnung des Nachbarn, ist dabei unerheblich. Wichtig ist, wo der Schaden passiert ist. Das ist jetzt unsere Wohnung und dann zahlt auch unsere Hausratversicherung.

Was zahlt die Hausratversicherung im Schadensfall?

Anders als die Haftpflichtversicherung zahlt die Hausratversicherung für Schäden am Inventar immer den Wiederbeschaffungswert. Das ist der Trumpf gegenüber der Privathaftpflicht des Nachbarn, die ja nur den Zeitwert für ein zwei Jahre altes Sofa abdeckt. Also, hier können wir tatsächlich ein neues Sofa kaufen. Natürlich nicht im überdimensionalen Rahmen, sondern in der gleichen Art und Güte wie das alte Sofa. Aber immerhin wird hier der volle Schadensersatz geleistet. Dass nun die Hausratversicherung sich an unseren Nachbarn als Verursacher hält, braucht uns jetzt nicht mehr interessieren. Das regeln die Versicherer unter sich.

Bei größeren Schäden kommt der Hausratversicherung noch eine deutliche wichtigere Rolle zu

Was ist aber, wenn es nicht nur um das Sofa geht, sondern ein größerer Schaden eintritt? Nehmen wir mal an, dass ein Nachbar einen Wohnungsbrand oder einen Kellerbrand ausgelöst hat und nun der Rauch in unsere Wohnung zieht. Dann können wir uns im Prinzip von unserer gesamten Einrichtung verabschieden, denn die ist nun mit Rauch völlig verunreinigt und nicht mehr zu gebrauchen. Sicher, auch hier käme die Haftpflichtversicherung des Nachbarn zum Zuge. Sofern er auch eine hat. Ist diese nicht vorhanden, bleiben wir ohne eigene Hausratversicherung auf dem Schaden sitzen. Nebenbei brauchen wir dann sehr viel Geduld, bis unser Nachbar einen Bruchteil unseres Schadens auch nur ansatzweise bezahlt hat. Seine Privathaftpflicht zahlt unsere Wohnungseinrichtung nur zum Zeitwert. Also bleibt hier ein Großteil des Schadens an uns hängen. Allein die eigene Hausratversicherung deckt unseren erlittenen Schaden in voller Höhe ab, so dass wir uns wieder neu einrichten können.

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