Streitfrage zur Hausratversicherung – hat der Kunde oder die Versicherung Recht?

Fleischstücke in einer Pfanne

Seit Tagen schon beschäftigen sich Medien in der Versicherungslandschaft mit einem Streitfall zur Hausratversicherung. Verweigert ein Versicherer die Leistung im Schadensfall oder sind die Fakten zum Fall nicht richtig dargestellt.

Die betroffene Versicherung sieht sich im Fokus der Kritik und bezieht nun Stellung zu den Vorwürfen, die doch schon ziemlich laut geworden sind.

Feuer oder kein Feuer?

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon nahm das Unglück seinen Lauf: In der Küche einer jungen Familie lag ein Akkusauger auf dem Herd. Der zweijährige Spross der Familie schaltete den Herd ein und es kam wie es kommen musste: Der Akkusauger geriet den Medien zufolge in Brand, der Vater konnte hier aber schnell löschen. Fatal daran war jedoch, dass es dadurch zu einer massiven Verrußung und Verrauchung des Hauses kam. Der Vater meldete den Schaden und erhielt von seiner Hausratversicherung die Ablehnung.

Warum lehnte die Hausratversicherung den Schaden ab?

Nach Presseberichten kam es zur Ablehnung durch die Hausratversicherung, weil den Bedingungen nach Rauch- und Rußschäden nur dann versichert sind, wenn Rauch beispielsweise aus Heizungsanlagen, Feuerungsanlagen, Kochstätten oder Trocknungsanlagen austritt. Das war im Falle der betroffenen Familie nicht gegeben, so die Ammerländer Versicherung. Die Medien berichteten, dass die Hausratversicherung ihren Verpflichtungen zur Schadensregulierung nicht nachkäme und die Bedingungen zu Lasten der Versicherungsnehmer auslege.

Für einen Rußschaden gelten bestimmte Voraussetzungen

Ein paar Tage sind ins Land gezogen, da meldete sich die Versicherung zu Worte. Nun trat auf einmal etwas zu Tage, was vorher in den Medienberichten keine Erwähnung fand. Der Akkusauger in der Küche hat nicht gebrannt. Durch die Erhitzung der Herdplatte begann der Akkusauger zu schmelzen und das führte wiederum zu der massiven Rauchentwicklung. Problem dabei ist, wie bei allen anderen Hausratversicherungen auch, dass Rußschäden ohne Mitwirkung von Feuer nicht versichert sind. Es handelt sich hier also um ein Szenario, dass nicht nur ein Problem des betreffenden Versicherers ist, der Schaden wäre von vielen anderen Versicherern nicht bezahlt worden. Anders hätte es sich verhalten, wenn der Akkusauger in Brand geraten wäre.

Wie sieht es rechtlich aus?

Die Auslegung der Hausratversicherung mag nach den Bedingungen richtig gewesen sein. Die Frage ist nur: Wie geht ein solcher Fall aus, wenn dieser tatsächlich mal vor Gericht landet. In der Vergangenheit gab es verschiedene Fälle, in denen die Gerichte über den Versicherungsschutz bei Rußschäden urteilen mussten. So kam im Jahr 2016 das Landgericht Bielefeld zu der Auffassung, dass ein Rußschaden der durch angebranntes Essen entstanden ist, sehr wohl durch die Hausratversicherung bezahlt werden müsse. Die Richter vertraten die Ansicht, dass die Einschränkung, dass der Ruß durch eine Feuerstelle entstanden sein muss, sich nicht aus den Versicherungsbedingungen ergibt.

Rußschaden durch angebranntes Essen – keine Leistung aus der Hausratversicherung

Das Oberlandesgericht Hamm kam im Jahr 2014 zu einer anderen Einschätzung zum Thema Rußschäden. Ein angebranntes Essen in einem Kochtopf hatte zu einer massiven Verrauchung eines Hauses geführt. Beim Kochen verdampfte das Wasser, die Küche war nicht beaufsichtigt und das Eisbein im Topf geriet in Brand. Dabei konnte sich das Feuer aber nicht ausbreiten und andere Gegenstände entzünden. Der Brand mit einer Flammenerscheinung blieb also auf den Topf beschränkt. Dennoch lag aus der Sicht der Richter kein versicherter Schaden vor, da es an der Ausbreitung der Flammen fehlte und es nicht zu einem Feuer im Sinne der Versicherungsbedingungen kam. Den Rußschaden an der Küche musste der Hauseigentümer also selbst tragen.

Gartenparty führt zum Rußschaden – kein Fall für die Hausratversicherung

Eine Gartenparty im Sommer und ein gemütliches Feuer in einer Feuerschale? Klingt gut, kann aber für jede Menge Ärger sorgen. So entfachte der Sohn einer Familie im Garten bei einer Party gegen Mitternacht ein Feuer in einer Schale. Ärgerlich nur, dass im Obergeschoss des Hauses ein Fenster aufstand und der Rauch dort massiv hineinzog. Ein Rußfilm auf Möbeln, Wänden und Bekleidung war die Folge. Die Hausratversicherung übernahm den Schaden hier zu Recht nicht.

 

 

 

 

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