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Hausratversicherung - was ist eigentlich ein Raub und wie ist er versichert?

Einbruch durch ein gekipptes Fenster

„Als ich gerade vor dem Schaufenster stand, riss mir ein Mann von hinten meine Handtasche aus der Hand. Als ich mich umdrehte, war der Räuber schon auf und davon.“ So ähnlich klingt die Schadensmeldung in den meisten Fällen, wenn die Tasche auf einmal den Besitzer wechselt.

Natürlich kommt hier die Frage auf ob ein solcher Schaden versichert ist. Raub ist ja schließlich ein Bestandteil der Hausratversicherung. Handelt es sich in einer solchen Situation wirklich um einen Raub?

Raub geht immer mit Gewaltanwendung einher

Oftmals streiten sich die Geschädigten mit ihrer Versicherung, ob die Tasche tatsächlich geraubt oder nur gestohlen wurde. Fakt ist: Wenn die Tasche von der Schulter gerissen wurde und es fand keine Abwehrreaktion des Betroffenen statt, handelt es sich nicht um Raub, sondern um einen Diebstahl. Dieser ist in der Hausratversicherung aber nicht abgedeckt. Mit anderen Worten: Der Täter muss keinen Widerstand des Geschädigten überwinden. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn das Opfer während des Tatablaufes sich an der Tasche festhält und der Täter den Betroffenen dabei zu Boden stößt, um der Tasche habhaft zu werden. Hier wird Gewalt angewendet und es handelt sich um Raub.

Das Überraschungsmoment allein begründet noch keinen Raub

Auf dem Parkplatz einer Raststätte: Das Auto steht, der Fahrer geht sich im WC-Bereich erleichtern, die Beifahrerin kramt bei offenen Fenster in ihrer Handtasche. Blitzschnell greift eine Hand durch das geöffnete Fenster und entwendet die Handtasche. Bevor die Bestohlene überhaupt reagieren kann, ist der Täter auf und davon. Hier handelt es sich ebenfalls nicht um Raub, so das Landgericht Köln. Allein das Überraschungsmoment stellt noch keine Gewalt gegenüber dem Opfer dar. Es bleibt in diesem Fall beim einfachen Diebstahl. Ähnlich verhält es sich, wenn ein Bestohlener zuvor von einem Täter mit bedrohlicher klingender Stimme angesprochen wird und beim Umdrehen es zum Entreißen der Handtasche kommt. Allein dadurch ist der Tatbestand eines Raubes noch nicht gegeben, so das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem anderen Fall.

Warum besteht in der Hausratversicherung kein Schutz gegen einfachen Diebstahl?

Viele haben es sicherlich schon erlebt: Da wird im Bistro die Tasche vom Stuhl gestohlen, auf einmal fehlt in der Menschenmenge das Smartphone oder das Portmonee ist weg. Alles Fälle von einfachem Diebstahl. Sicherlich könnten solche Schäden in die Hausratversicherung aufgenommen werden, dann aber wären die Prämien relativ hoch, da es nun einmal sehr häufig zu Diebstählen kommt. Wäre jeder dieser Fälle versichert, müssten dementsprechend auch die Versicherungsprämien hoch ausfallen. Gegen einfachen Diebstahl kann man sich hingegen mit ein bisschen Sorgfalt relativ gut schützen. Gegen ein Raub in der Regel nicht, da die meisten Betroffenen eine körperliche Auseinandersetzung im Schreckmoment auch scheuen.

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