Hausratversicherung: Fakten rund um das Thema Einbrüche

Aufgebrochene Terrassentür

Alle vier Minuten findet in Deutschland ein Einbruch statt. Zurück bleibt neben dem Verlust von Wertgegenständen und persönlichen Dingen der Schock über das Eindringen in die Privatsphäre. In Deutschland liegt die Zahl der Einbrüche immer noch sehr hoch:

Im Jahr 2017 vermeldet die Kriminalstatistik rund 120.000 Einbruchschäden. Aktuelle Zahlen für 2018 werden im Frühjahr veröffentlicht. Der einzige positive Trend ist, dass die Zahlen seit dem Jahr 2015 wieder sinken. In diesem Jahr errichte die Zahl der Einbrüche mit rund 167.000 einen Höchststand seit Beginn der 1990er Jahre.

Paar vor Umzugskartons

Die wichtigsten Fakten zum Thema Einbruchsschutz

Die Einbrüche sinken, aber die Aufklärungsquoten bleiben dennoch im Keller. Lediglich jeden fünften Einbruch kann die Polizei aufklären. Bei Einfamilienhäuser schlagen die Täter zumeist über die Terrassentür zu, bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ist es die Wohnungstür. Dabei gibt es mittlerweile unzählige Sicherungssysteme wie Pilzkopfverriegelungen oder Querriegelschlösser für Wohnungstüren. Rund drei Viertel aller Haushalte in Deutschland verfügen über eine Hausratversicherung, so dass zumindest der materielle Verlust bei einem Einbruch abgedeckt ist. 360 Millionen Euro zahlten die Versicherer im Jahr 2017 an die Betroffenen der Einbrüche aus.

Wann schlagen Einbrecher am häufigsten zu?

Eibrecher an einer Wohnungstür

Die dunkle Jahreszeit nimmt schon seit Jahren einen Spitzenplatz in der Kriminalstatistik ein. Von November bis Januar schlagen die Täter am häufigsten zu. Dabei nimmt der Dezember eine Spitzenposition ein. 16,9 Prozent aller Einbrüche ereigneten sich im Jahr 2017 im Dezember. Hingegen sind die Sommermonate weitaus weniger von Einbrüchen betroffen, als wir annehmen könnten. Der Monat Juli erzielte im Jahr 2017 mit 4,8 Prozent aller Einbrüche sogar einen Tiefstand. Das ist im Grunde genommen der Jahreszeit geschuldet, da es in den Wintermonaten schon ab 16 bis 17 Uhr dämmerig bis dunkel ist und die Einbrecher hier weniger wahrgenommen werden. Zudem halten wir uns bei schönem Wetter mehr draußen auf und bekommen mit, was sich so in der Nachbarschaft tut.

Nordrhein-Westfalen ist beliebt bei Einbrechern

Knapp 39.000 Einbrüche im vergangenen Jahr: Nordrhein-Westfalen ist ein Eldorado für Einbrecher. Viele Haushalte, eine gute Infrastruktur für die Flucht und teilweise in Windeseile im Nachbarland untergetaucht. Das sind nur ein paar Gründe, warum sich Einbrecher gerne im bevölkerungsreichsten Bundesland austoben. Hingegen sieht es in Bayern ganz anders aus. Von der Bevölkerungszahl nicht wirklich kleiner als Nordrhein-Westfalen, liegt aber mit rund 6.000 Einbrüchen deutlich dahinter. Die Bayern stehen am Ende der Kriminalstatistik, was Einbrüche anbelangt. Prozentual belegt Bremen den Spitzenplatz mit 7,3 Einbrüchen pro 1.000 Einwohner. In Bayern ist es 1 Einbruch pro 1.000 Einwohner.

Einfache Maßnahmen gegen das Einbruchrisiko

Es sind Kleinigkeiten, die Einbrecher das Leben schwer machen. Dazu gehört aber auch, dass wir naheliegende Sorgfaltspflichten aber nicht außer Acht lassen. So sind vielfach gekippte Fenster ein Grund dafür, warum sich Einbrecher für ein Objekt entscheiden. Also Fenster zu, auch wenn Sie nur mal eben zum Bäcker um die Ecke gehen. Dazu gehört natürlich auch, dass Wohnungstür oder Haustür abgeschlossen werden. Ersatzschlüssel gehören nicht unter die Fußmatte oder unter Blumenkübel. Da vermutet sie jeder Einbrecher und trifft in so manchen Fall damit auch ins Schwarze. In einem solchen Fall ist unter Umständen der Versicherungsschutz über die Hausratversicherung gefährdet. Bei Schlüsselverlust empfiehlt die Polizei, Schlösser auszutauschen. Infomieren Sie die Polizei, wenn Sie am Haus sogenannte Gaunerzinken entdecken. Das wichtigste ist: Posten Sie Ihre Abwesenheit nicht überall auf Twitter, Facebook, Instagram und Co. Sie können nämlich sonst genauso gut eine Abwesenheitsmeldung im Einbrecherjournal veröffentlichen.

Viele Irrtümer zum Thema Einbruch

Einbrecher mit Schraubendreher an einem Fensterrahmen

Bei mir passiert schon nichts, so denken rund 83 Prozent aller Bürger über das Thema Einbruch. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, warum ein Viertel aller Haushalte auf die Hausratversicherung verzichtet. Das ist jedoch ein Trugschluss. Einbruchsziele sind, wie früher bei Derrick und Co nicht allein Villenviertel, sondern ganze Stadtteile mit Ein- und Mehrfamilienhäusern. Dabei gehen Täter nicht allein nach einer großen Erkundung gezielt auf ein Objekt zu.

Im Gegenteil, in vielen Fällen probierten es die Einbrecher an mehreren Objekten direkt hintereinander. Glücklicherweise scheitern die Täter in den meisten Fällen, weil sie einfach nicht professionell ausgerüstet sind. Der Ede von früher, der mit dem Brecheisen umherzog, ist passé. Die meisten Täter führen lediglich einen Schraubendreher mit, der ist leichter zu verbergen, erzielt aber nicht immer die gewünschte Wirkung. Daher bleibt es beim Versuch, wenn das Aufhebeln einer Tür zu lange dauert. Insofern lohnen sich Sicherungssysteme und ein wenig Sorgfalt beim Verlassen des Hauses durchaus. Bei 45 Prozent aller versuchten Einbrüche scheitern Einbrecher an den Sicherheitsvorkehrungen – Tendenz steigend.

Familie im Wald

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