eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Fehlplanung
 

Hausbau: Überzogene Budgets und verspätete Einzüge

Bauverzug durch Fehlplanung

Heiraten, eine Familie gründen, das eigene Haus bauen. Der klassische Weg büßt kaum an Attraktivität ein. Für viele Deutsche ist der Hausbau deshalb nicht nur ein lang gehegter Traum, sondern fester Bestandteil der eigenen Lebensplanung.

Ein Großprojekt, das zur Familiengründung dazugehört. Doch bis sich der Rohbau in ein einzugsfertiges Eigenheim verwandelt, sind einige Hürden zu nehmen. Dass Theorie und Praxis beim Hausbau nicht selten auseinanderklaffen, zeigt eine aktuelle Umfrage. Das Fazit lautet: Viele Bauherren in Deutschland halten weder ihr Budget noch ihren Zeitplan ein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bauherren-Beraters Almondia, die im September 2017 veröffentlicht wurde. Befragt wurden 1.046 Deutsche, die entweder in den zurückliegenden fünf Jahren ein selbstgenutztes Haus gebaut haben, oder den Bau des Eigenheims für die nächsten zwei Jahre planen. Die Datengrundlage setzte sich zu 50 Prozent aus fertiggestellten und zu 50 Prozent aus geplanten Bauvorhaben zusammen.

Längere Bauzeiten und höhere Kosten: Der Hausbau als Belastungsprobe

Mit unerwartet hohen Kosten kämpfte die Mehrheit der Studienteilnehmer. Von den in den letzten fünf Jahren in Deutschland privat erbauten Häusern der Befragten sind drei von vier am Ende teurer geworden, als ursprünglich kalkuliert. Bei jedem dritten Haus wurden die Baukosten um bis zu zehn Prozent überschritten. Jeder fünfte Bauherr der befragten Personen zahlte bis zu 20 Prozent mehr für seinen Neubau. Bis zu 30 Prozent mehr Baukosten schlugen bei jedem zehnten Eigenheim zu Buche.

Probleme bereitet auch das Zeitfenster des Hausbaus. Der Umfrage zufolge konnte nur bei jedem zweiten Bauprojekt die ursprünglich geplante Dauer eingehalten werden. Bei einem Viertel der Häuser verzögerte sich der Einzug um mindestens drei Monate.

Das Problem ausufernder Baukosten spiegelt sich auch im Umfeld der Befragten wider. Knapp die Hälfte derer, die einen Hausbau planen, hat im Familien- und Freundeskreis Probleme durch Baukosten mitbekommen. Termin- und Geldsorgen blieben zudem nicht ohne Folgen für die eigenen Beziehungen. Etwa ein Drittel bemerkte durch das Bauvorhaben bei den Betroffenen negative Auswirkungen auf das familiäre Miteinander.

Kostenfalle Dominoeffekt: Die Abhängigkeiten des Hausbaus

Neben mangelnder Erfahrung eines frischgebackenen Bauherrn, die zu optimistischen Planungen verleitet, ist auch die enge Taktung eines Bauprojektes ein Erklärungsansatz für längere Bauzeiten und höhere Kosten. Können bestimmte Arbeiten erst verspätet durchgeführt werden, wirkt sich dies auf alle anschließenden Arbeiten aus. So führt der Dominoeffekt zu steigenden Ausgaben. Gleichzeitig können drohende Verzögerungen auch höhere Kosten verursachen. Etwa wenn die Witterung zusätzliche Maschinen notwendig macht, um Termine einzuhalten.

Tipp: Beim Hausbau nicht am falschen Ende sparen

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen einmal mehr, dass Bauherren ihre Finanzen im Auge behalten und Puffer für Unvorhergesehenes einplanen sollten. Schließlich sind Mehrkosten nie auszuschließen. Da liegt es durchaus nahe, an anderer Stelle einzukürzen. Wichtig ist jedoch, nicht am falschen Ende zu sparen.

Auf den ersten Blick bietet der Verzicht auf eine Bauversicherung leichtes Sparpotential. Allerdings sollten Sparmaßnahmen das eigene Bauvorhaben nicht gefährden. Zwar sind Bauversicherungen für Bauherren nicht verpflichtend, aber sehr sinnvoll. Je nach Art der Versicherung decken Bauversicherungen entweder Eigen- oder Haftpflichtschäden ab. Wird ein Rohbau beispielweise durch ein Feuer stark beschädigt, reißt dies ein großes Loch ins Gesamtbudget.

Für den Fall der Fälle, einem teuren Schaden, entscheidet das Vorhandensein einer Bauversicherung möglicherweise darüber, ob der Bau fortgesetzt wird oder nicht. Ohne Versicherung kann sich der Traum vom Eigenheim im Schadensfall von heute auf morgen in einen Alptraum verwandeln. Daher ist es empfehlenswert, bereits während der Bauzeit in Absicherungen zu investieren.