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Hausbau: Überzogene Budgets und verspätete Einzüge

Bauverzug durch Fehlplanung

Heiraten, eine Familie gründen, das eigene Haus bauen. Der klassische Weg büßt kaum an Attraktivität ein. Für viele Deutsche ist der Hausbau deshalb nicht nur ein lang gehegter Traum, sondern fester Bestandteil der eigenen Lebensplanung.

Ein Großprojekt, das zur Familiengründung dazugehört. Doch bis sich der Rohbau in ein einzugsfertiges Eigenheim verwandelt, sind einige Hürden zu nehmen. Dass Theorie und Praxis beim Hausbau nicht selten auseinanderklaffen, zeigt eine aktuelle Umfrage. Das Fazit lautet: Viele Bauherren in Deutschland halten weder ihr Budget noch ihren Zeitplan ein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bauherren-Beraters Almondia, die im September 2017 veröffentlicht wurde. Befragt wurden 1.046 Deutsche, die entweder in den zurückliegenden fünf Jahren ein selbstgenutztes Haus gebaut haben, oder den Bau des Eigenheims für die nächsten zwei Jahre planen. Die Datengrundlage setzte sich zu 50 Prozent aus fertiggestellten und zu 50 Prozent aus geplanten Bauvorhaben zusammen.

Längere Bauzeiten und höhere Kosten: Der Hausbau als Belastungsprobe

Mit unerwartet hohen Kosten kämpfte die Mehrheit der Studienteilnehmer. Von den in den letzten fünf Jahren in Deutschland privat erbauten Häusern der Befragten sind drei von vier am Ende teurer geworden, als ursprünglich kalkuliert. Bei jedem dritten Haus wurden die Baukosten um bis zu zehn Prozent überschritten. Jeder fünfte Bauherr der befragten Personen zahlte bis zu 20 Prozent mehr für seinen Neubau. Bis zu 30 Prozent mehr Baukosten schlugen bei jedem zehnten Eigenheim zu Buche.

Probleme bereitet auch das Zeitfenster des Hausbaus. Der Umfrage zufolge konnte nur bei jedem zweiten Bauprojekt die ursprünglich geplante Dauer eingehalten werden. Bei einem Viertel der Häuser verzögerte sich der Einzug um mindestens drei Monate.

Das Problem ausufernder Baukosten spiegelt sich auch im Umfeld der Befragten wider. Knapp die Hälfte derer, die einen Hausbau planen, hat im Familien- und Freundeskreis Probleme durch Baukosten mitbekommen. Termin- und Geldsorgen blieben zudem nicht ohne Folgen für die eigenen Beziehungen. Etwa ein Drittel bemerkte durch das Bauvorhaben bei den Betroffenen negative Auswirkungen auf das familiäre Miteinander.

Kostenfalle Dominoeffekt: Die Abhängigkeiten des Hausbaus

Neben mangelnder Erfahrung eines frischgebackenen Bauherrn, die zu optimistischen Planungen verleitet, ist auch die enge Taktung eines Bauprojektes ein Erklärungsansatz für längere Bauzeiten und höhere Kosten. Können bestimmte Arbeiten erst verspätet durchgeführt werden, wirkt sich dies auf alle anschließenden Arbeiten aus. So führt der Dominoeffekt zu steigenden Ausgaben. Gleichzeitig können drohende Verzögerungen auch höhere Kosten verursachen. Etwa wenn die Witterung zusätzliche Maschinen notwendig macht, um Termine einzuhalten.

Tipp: Beim Hausbau nicht am falschen Ende sparen

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen einmal mehr, dass Bauherren ihre Finanzen im Auge behalten und Puffer für Unvorhergesehenes einplanen sollten. Schließlich sind Mehrkosten nie auszuschließen. Da liegt es durchaus nahe, an anderer Stelle einzukürzen. Wichtig ist jedoch, nicht am falschen Ende zu sparen.

Auf den ersten Blick bietet der Verzicht auf eine Bauversicherung leichtes Sparpotential. Allerdings sollten Sparmaßnahmen das eigene Bauvorhaben nicht gefährden. Zwar sind Bauversicherungen für Bauherren nicht verpflichtend, aber sehr sinnvoll. Je nach Art der Versicherung decken Bauversicherungen entweder Eigen- oder Haftpflichtschäden ab. Wird ein Rohbau beispielweise durch ein Feuer stark beschädigt, reißt dies ein großes Loch ins Gesamtbudget.

Für den Fall der Fälle, einem teuren Schaden, entscheidet das Vorhandensein einer Bauversicherung möglicherweise darüber, ob der Bau fortgesetzt wird oder nicht. Ohne Versicherung kann sich der Traum vom Eigenheim im Schadensfall von heute auf morgen in einen Alptraum verwandeln. Daher ist es empfehlenswert, bereits während der Bauzeit in Absicherungen zu investieren.

Kommentare

Am 30.04.2019 schrieb Mailin Dautel

Mein Mann und ich spielen schon länger mit dem Gedanken ein Haus zu bauen. Wir wissen, dass wir nicht mehr in einer Wohnung wohnen wollen wenn das zweite Kind unterwegs ist. Die Frage ist nur ob wir lieber bauen oder kaufen wollen. Ich denke auch dass es wichtig ist nicht am Falschen Ende zu sparen sondern lieber auf Nummer sicher zu gehen. Mein Bruder hat ein Haus gebaut und er hatte sich auf ein kleineres Budget beschränkt aber einen größeren Buffer zu Seite gelegt.

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Am 30.04.2019 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Mailin,

der Gedanke, ein Haus zu bauen, ist natürlich großartig. Vor allem die Kinder haben hier dann viel Raum, sich zu entfalten. Solche Dinge können Sie bei der Planung eines Hauses mit berücksichtigen. Bei einem Hauskauf geht das natürlich nicht, hier müssen Sie das nehmen, was gerade auf dem Markt verfügbar ist oder länger mit dem Kauf warten.

Wichtig ist einfach, dass Ihr Budget nicht überreizt wird. Als Faustregel gilt: Ein Drittel des frei verfügbaren Einkommens maximal einplanen. Hinzu kommt bei Ihnen das Baukindergeld. Das wird, wenn Sie jetzt bauen, nur für ein Kind ausbezahlt. Es macht unter Umständen Sinn, den Bau aufzuschieben, wenn das zweite Kind da ist. Dann liegt die Förderung immerhin bei 24.000 Euro, die dann nach zehn Jahren in die Tilgung mit einfließen kann. Für einen begrenzten Zeitraum lässt es sich mit zwei Kindern noch in einer Wohnung leben, wenn dafür 12.000 Euro mehr an Förderung herausspringen.

Lassen Sie sich doch einfach mal bei Ihrer Hausbank oder einer anderen Bank beraten, wie hoch Ihr realistisches Budget ist.

Viele Grüße

Manfred vom vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 05.08.2019 schrieb Johannes

Wir haben endlich das passende Grundstück in unserer Heimatstadt gefunden. Nun möchten wir ein individuelles Haus bauen lassen, dass genau zu unserem Lebensgefühl passt. Besonders wichtig ist uns eine große Wohnküche und eine sehr gute energetische Ausrichtung. Danke für den wichtigen Hinweis, die Abhängigkeiten der einzelnen Gewerke von einander zu beachten!

antworten
Am 05.08.2019 schrieb Manfred Weiblen

Hallo Johannes,

es freut mich, dass sich nun der Traum vom eigenen Haus verwirklichen lässt. Ich drücke Ihnen die Daumen. Schön, wenn alles so klappt, wie Sie es bereits vorstellen.

Alles Gute für Ihr Bauvorhaben.

Manfred vom vergleichen-und-sparen.de-Team

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