Jetzt beginnt die stürmische Jahreszeit – wer haftet eigentlich bei Sturmschäden?

Sturmschäden

Mit dem Sturm Fabienne vom vergangenen Wochenende haben wir einen kleinen Vorgeschmack davon bekommen, was uns im Herbst quasi um die Ohren fliegt. Stürme treten immer häufiger auf und nehmen in den letzten Jahren gefühlt an Intensität zu.

Bei den meisten Stürmen kommt es zu größeren Schäden durch umstürzende Bäume, herabfallende Ziegel oder andere umher fliegende Gegenstände, die nicht gesichert sind. Wer haftet eigentlich für Sturmschäden und welche Versicherung hilft im Schadensfall?

Umstürzende Bäume

Wenn Sie Bäume auf Ihrem Grundstück haben, dann stehen Sie im Schadensfall möglicherweise in der Haftung. Das hängt davon ab, ob Sie Ihren Sorgfaltspflichten nachgekommen sind oder diese vernachlässigt haben. Fällt ein Baum, der von Ihnen regelmäßig auf seine Standfestigkeit überprüft wurde, auf den Pavillon im Nachbargarten, so sind Sie aus der Haftung raus. Die Gebäudeversicherung des Nachbarn kommt dafür auf und kann Sie nicht in Regress nehmen. Anders ist es, wenn der Baum schon anfällig für ein Unwetter war und dieser auf das Nachbarhaus stürzt. Dann zahlt auch die Gebäudeversicherung des Nachbarn, nimmt Sie aber in Regress. Hier ist jetzt eine gute Privathaftpflicht oder Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht gefragt.

Horch, was kommt von draußen rein …

Das muss nicht immer etwas Gutes bedeuten. Es ist nicht abwegig, dass bei einem Sturm Gegenstände aus Ihrem Garten auf einmal beim Nachbarn in ein Fenster einschlagen. Ob das nun der Sonnenschirm ist, das Kindertrampolin oder eine leere Mülltonne: Bei Sturmwarnung müssen Sie lose Gegenstände so sichern, dass diese nicht weggeweht werden. Sonst stehen Sie auch hier in der Haftung und müssen den Schaden beim Nachbarn bezahlen. Ist in einem solchen Fall Ihr eigenes Haus betroffen, so kommt unter Umständen die Gebäudeversicherung oder die Glasversicherung dafür auf. Das hängt davon ab, wie Sie sich selbst versichert haben.

Dachschaden durch Sturmschaden

Der sprichwörtliche Dachschaden ist ein Klassiker, wenn es draußen kräftig stürmt. So manches Haus ist den Naturgewalten nicht gewachsen und es lösen sich Dachziegel, die dann herabfallen oder sogar umher gewirbelt werden. Kommt es so zu einem Schaden an fremdem Eigentum oder es verletzen sich dabei sogar Menschen, so müssen Sie beweisen, dass Ihr Hausdach in einem einwandfreien Zustand war. Können Sie dies nicht, so greift auch hier wieder Ihre Haftung. Eine solide Privathaftpflicht, die solche Sturmschäden an fremdem Eigentum abdeckt, ist in solchen Fällen Gold wert.

Welche Schäden deckt die Gebäudeversicherung?

Bei einem Sturm übernimmt die Gebäudeversicherung die Kosten, die zur Reparatur des Hauses nach einem Sturm notwendig sind. Ob jetzt das Dach durch einen umstürzenden Baum beschädigt ist oder eindringendes Regenwasser die Bausubstanz schädigt – dafür ist die Gebäudeversicherung da. Selbst wenn der Schaden von einem Baum des Nachbarn ausgeht: Zuerst greift immer Ihre eigene Gebäudeversicherung. Die holt sich dann das Geld vom Nachbarn wieder, wenn er seine Bäume nicht auf ihre Standfestigkeit überprüft hat.

Leistet die Hausratversicherung ebenfalls für Sturmschäden?

Klar, denn durch einen Sturm kann es passieren, dass auch der Hausrat zu Schaden kommt. Beispielsweise bei zerbrochenen Fenstern oder einem Schaden am Dach. Dann ist der Hausrat der Witterung ausgesetzt und ist unter Umständen nicht mehr zu gebrauchen. Wenn Sie eine Hausratversicherung haben, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Diese ersetzt Ihnen den Schaden an Ihrem Hausrat so, dass Sie die beschädigten Gegenstände neu beschaffen können. Auch hier gilt: Rührt der Schaden vom Nachbargrundstück her, etwa durch einen umgestürzten Baum, greift auch hier zuerst Ihre Hausratversicherung. Die hält sich anschließend an den Verursacher des Schadens.

So schützen Sie sich bei Herbststürmen

Es sind einfache Dinge, die doch manchmal aus dem Blick geraten. Schließen Sie, wenn Sie das Haus verlassen, immer die Fenster – auch in den oberen Stockwerken. Nicht nur, um das Einbruchsrisiko zu minimieren, sondern im Falle eines Wetterwechsels gewappnet zu sein. Auf Kipp stehende Fenster bieten einem Sturm viel Angriffsfläche und können aus der Verankerung reißen. Ebenso sollten Sie nun Mobiliar im Garten sichern oder in den Schuppen oder die Garage stellen. Dann können diese bei einem kräftigen Sturm nicht zu Schaden kommen oder auf das Nachbargrundstück fliegen. Das gilt auch für Kindetrampolins. Diese bieten nämlich besonders viel Angriffsfläche bei einem Sturm und können tatsächlich auch über mehrere Gärten hinweg noch zu einem Schaden führen.

2 Kommentare zu “Jetzt beginnt die stürmische Jahreszeit – wer haftet eigentlich bei Sturmschäden?

  1. Hallo und danke für diese Tipps, was bei Sturmschäden zu tun ist. Ich wusste gar nicht, dass gekippte Fenster ein so großes Risiko bei Stürmen darstellen können. Sturmschäden am Dach können ja auch immer schnell enstehen. Gibt es da auch eine Möglichkeit, dieses Risiko zu minimieren?

    1. Hallo Lena,

      natürlich gibt es die Möglichkeit, dieses Risiko zu minimieren. Üblicherweise sollte das eigene Haus stets sich in einem einwandfreien Zustand befinden. Damit können Sie möglichen Schäden durch einen Sturm vorbeugen. Kommt es tatsächlich zu einem Schaden, ist das dann ein Fall für die Gebäudeversicherung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Team von vergleichen-und-sparen.de

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