eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Grannen
 

Vorsicht vor Grannen beim Hund: Die garstige Gefahr aus dem Getreidefeld

Hund läuft durch das Getreidefeld

Viele Hundebesitzer wissen nicht, wie gefährlich der Ausflug ihrer Fellnase in ein Getreidefeld werden kann:

Eine Granne kann für Ihre Hunde schmerzhaft sein und zu ernsthaften Verletzungen führen. Wir erklären Ihnen, was Grannen sind, welche Symptome Ihre Vierbeiner zeigen, wenn sie sich eine eingefangen haben und was Sie dann tun können.

Grannen: Gefährliche Getreideborste mit Widerhaken

Grannen sind am Endstück vieler Gräser zu finden. Besonders bei Gerste, sowie der Mäusegerste (einer Unterart), finden Sie die fiesen Borsten mit Widerhaken, die sich sogar an Ihrer Kleidung festhalten. Wenn Sie über die haarig aussehenden Enden streichen, merken Sie sogar an den Fingern, wie borstig und rau eine Granne ist.

Das ist nämlich die Taktik der Gräser, sich zu verteilen: Sie halten sich im Haarkleid von Tieren fest und verbreiten so ihre Samen. Besonders im späten Sommer und Herbst, wenn die Ähren golden, reif und trocken sind, brechen sie leicht ab und verhaken sich in allem, das sie streift. Im Frühjahr hingegen, wenn sie noch grün und saftig sind, sind sie meist harmlos, da sie nicht so leicht abbrechen.

Wir haben drei in Deutschland häufige Getreidearten mit unterschiedlich langen Grannen für Sie in unserer Infografik zusammengestellt. So können Sie schnell erkennen, was Grannen sind und worauf Sie bei den Gräsern achten müssen:

WeizenGersteRoggen
  • Weizen hat meist keine Grannen.
  • Gerste hat meist sehr lange Grannen, die gut im Fell haften bleiben.
  • Roggen hat mittellange Grannen, die oft gleich lang sind.

Grannen werden in Österreich auch als Schliafhansl bezeichnet. Immer wieder trifft man auch auf die Bezeichnung Mäuse-Gerste. Das ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gersten innerhalb der Süßgräser. Diese Unterart ist gefährlich, weil sie auch am Wegesrand wächst, kleiner ist und so Ihren Hunden gefährlich werden kann, auch wenn diese nicht durch dicht bewachsene Gerstenfelder rennen. Die längsten Grannen haben Federgräser wie zum Beispiel das Echte Federgras.

Darum sind Grannen für Hunde gefährlich

Grannen bleiben beim Hund im Vorbeistreifen im Fell hängen. Ihre Widerhaken machen das Abschütteln für den Hund oft unmöglich. Schlimmer noch: Die Granne kann durch das Schütteln immer weiter in das Fell des Hundes gelangen und sogar in die Haut eindringen.

„An den Pfoten bohren sich die Grannen bevorzugt in die Zwischenzehenhaut und wandern unter die Haut nach oben“, informiert Tierarzt Dr. Claus Bruckner im „Tierpunkt“. „Sie können dann meist nur noch operativ entfernt werden.“

Neben Hundepfoten ist es auch gefährlich, wenn Grannen sich in Körperöffnungen wie Ohren, Nase oder Augen gelangen. „Geraten Grannen ins Auge, ist fast immer eine schmerzhafte Bindehautentzündung die Folge“, erklärt Dr. Bruckner. Im Ohr kann die Granne das Trommelfell zerstoßen, was sehr schmerzhaft sein kann und durch das Schnüffeln gelangen die fiesen Fremdkörper sogar manchmal in die Nase. Durch die Atemwege kann die Granne bis in die Lunge gelangen. Häufig sind Grannen auch unter den Achseln zu finden.

Video zu Grannen im Feld

In unserem Video können Sie sich anschauen, wie Grannen funktionieren und wie Sie den Hund auf Grannen untersuchen:

Symptome bei Grannen: So reagieren Hunde auf die Borsten

Grannen sind für den Hund Fremdkörper, die er versuchen wird abzustoßen. Die ersten Anzeichen sind dann an der von Grannen betroffenen Stelle zu erkennen. Er wird dort kratzen und lecken oder niesen und husten, wenn Nase oder Hals betroffen sind. Steckt eine Granne in der Haut, kann sie eine schwere eitrige Entzündung auslösen. Wir haben für Sie die häufigsten Symptome zusammengestellt:

  • Ablecken der Pfoten nach einem Spaziergang
  • Humpeln
  • Zukneifen des geröteten Auges
  • Häufiges Kopfschütteln
  • Kratzen am geröteten Ohr
  • Schwellungen

Legt Ihre Fellnase auffälliges Verhalten an den Tag und haben Sie die Vermutung, sie könnte sich eine Granne eingefangen haben, sollten Sie zum Tierarzt gehen. Je länger Sie warten, desto schlimmer werden die Symptome und desto mehr leidet Ihre Fellnase. Vorsicht ist geboten, wenn Sie selbst versuchen die Granne zu entfernen. Ist beispielsweise eine Granne ins Ohr gewandert, ist die Gefahr groß, dass Sie sie mit den Bemühungen, sie zu entfernen, weiter in den Gehörgang treiben.

Icon Glühbirne

VS.-Tipp:

Viele Hundebesitzer gehen zurzeit häufig zum Tierarzt, weil der Hund niest. Fälschlicherweise werden manche Tiere dort mit Antibiotika behandelt, weil der Arzt eine Erkältung vermutet. Doch es können sich auch Grannen in der Nase des Tieres festgesetzt haben, die das Niesen auslösen. Weisen Sie Ihren Tierarzt darauf hin, dass er einen Blick in die Nase wirft und kontrolliert, ob es auch an Grannen liegen könnte.

Übrigens: Bei solchen Eingriffen lohnt sich eine Hundekrankenversicherung. Besonders wenn die Granne im Ohr ist. Denn dann muss das Tier aus Sicherheitsgründen häufig betäubt werden. Durch eine Abwehrbewegung des Hundes beim Entfernen könnte sonst das Trommelfell verletzt werden. Eine solche Behandlung mit Betäubung kann schnell bis zu 400 Euro kosten. Einfache Eingriffe kosten zwischen 25 und 150 Euro – je nachdem, wie tief und wo die Granne sitzt.

Vorbeugung Grannen: So verhindern Sie Schlimmeres

Prüfen Sie zunächst, in welchen Feldern sich Ihre Fellnase rumtreibt. Wir haben in unserer Infografik drei in Deutschland häufige Getreidesorten vorgestellt. Springt der Hund in Weizenfeldern umher, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich eine Granne einfängt nicht so hoch, wie beim Toben im Gerstenfeld. Ganz auf den Spring-Spaß im Getreidefeld zu verzichten, wird nicht klappen. Aber hin und wieder einen prüfenden Blick auf die Gräser zu werfen, kann nicht schaden.

Grundsätzlich gilt aber: Nach jedem Spaziergang sollten Sie Ihren Hund nach Fremdkörpern absuchen. Denn nicht nur Grannen sind für Hunde unangenehm. Auch Zecken und andere Kleintiere kann der Vierbeiner mit nach Hause bringen. Wir zeigen Ihnen anhand eines kurzen und informativen Videos, wie man den Vierbeiner richtig auf Grannen untersucht.

Wenn Sie Ihren Hund abtasten und mit der Hand durch das Fell fahren, stellen Sie schnell fest, ob sich etwas verfangen hat. Hat Ihre Fellnase dichtes Fell an den Pfoten, feuchten Sie die Stelle an, so wird das Fell dünner und Sie können Unregelmäßigkeiten schneller erkennen.

Es kann auch helfen, wenn Sie Ihrem Hund das Fell ein wenig einkürzen. Aber bitte keine komplette Schur! Das ist für Ihren Hund eher schädlich. Sorgfältiges und vorsichtiges Kürzen an den Pfoten, Ohren und um die Augen kann jedoch verhindern, dass sich Grannen an diesen sensiblen Stellen im Fell verfangen und durch Schütteln in die Körperöffnungen gelangen.

Stellen Sie fest, dass eine Granne sich im Fell verfangen hat, können Sie versuchen, sie sofort mit einer Pinzette zu entfernen. Aber Achtung! Das sollten Sie nur versuchen, wenn die Granne nicht zu tief in der Haut steckt. Die Granne hat Widerhaken, die sich beim Herausziehen aufstellen. Ziehen Sie dann daran, tut das Ihrem Hund weh. Im Zweifel sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. Vor allem wenn die Granne im Auge, dem Ohr oder den dünnen Hautschichten zwischen den Pfoten sitzt.

Sie hatten nie Probleme mit Grannen? Glück gehabt!

Ihr Hund fängt sich bestimmt nicht bei jedem Spaziergang Feld eine Granne ein. Oft kann der Hund sie einfach abschütteln. Es gibt aber Vierbeiner, die durch ihr langes Fell und ihre Größe gefährdeter sind. Und so liest man immer wieder, dass sich Hunde Grannen einfangen.

In einem schlimmen Fall wanderte die Granne bis in die Lunge und musste operativ entfernt werden. In einem anderen Fall gelangte die Granne zwischen den Pfotenballen in den Körper. Der Tierarzt hat sie letztendlich aus dem Daumen operativ entfernen müssen. Immer wieder sterben auch Hunde daran: So ist fing sich ein Hund die Granne unter der Achsel ein, die so in den Körper gelangte und eine Blutvergiftung auslöste. Ungewöhnlich war es bei einem Hund, bei dem die Granne bis in das Gehirn gewandert ist. Es gibt viele solcher Horror-Geschichten. Darauf muss man es ja nicht ankommen lassen.

Hundehalter, die mit Ihrem Hund schon einmal wegen einer Granne zum Tierarzt mussten, wissen, wie schlimm dieses unscheinbare Ding werden kann… Hat Ihr Hund noch keine Granne gehabt, hatten Sie bisher Glück. Und falls es soweit kommt, wissen Sie jetzt, wie Sie die fiesen Dinger entdecken können und was zu tun ist.

Kommentare

Am 11.07.2020 schrieb Bornheim

Die sind ja leider nicht nur an Feldern, sondern überall zu finden.Wir waren erst in dieser Woche deswegen beim Tierarzt. Unsere Betty mußte sogar in Narkose gelegt werden um dieses Zeug aus dem Ohr zu entfernen.

antworten
Am 13.07.2020 schrieb Julia Siegfried

Hallo,

ja, die Grannen sind echt heimtückisch. Sie verfangen sich im Fell oder am Ohr, es juckt und der Hund kratzt sich - schon stecken sie tief drin. Gut, dass es dir aufgefallen ist. Gerade im Ohr können Grannen großen Schaden ausrichten. Zumal sie uns dort so versteckt nicht direkt auffallen.

Ich wünsche eurer Betty gute Besserung und ich hoffe, sie hat die Narkose gut überstanden.

Viele Grüße
Julia vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 11.08.2020 schrieb Heinz Kadur

Unserem Hund mussten die Grannen gestern aus dem Ohr operiert werden.
War nur mit Narkose möglich.

antworten
Am 11.08.2020 schrieb Julia Siegfried

Hallo Heinz,

oh, das tut mir leid für deinen Hund. Ich hoffe, seinem Ohr geht es mittlerweile besser und er hat keine Schmerzen mehr. Gut, dass du die Anzeichen erkannt hast. Grannen sind wirklich hartnäckig. Stecken sie erst einmal fest, hilft meist nur der Gang zum Tierarzt. Du hast also alles richtig gemacht.

Ich wünsche deinem Hund gute Besserung!

Sonnige Grüße aus Bottrop
Julia vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 17.08.2020 schrieb Monika Thiemann

Hallo mein Hund hat sich in die Pfote eine granne getreten gehe seit anfang august jeden 2 tag mit ihr zum arzt da es ne gemeinschafts Praxis ist hab ich dann auch mehrere Ärzte jeder sagt was anderes letzte woche wurde gesagt es sieht schon besser aus heute die sagtewäre nicht besser müsste man narkose und raus machen nur komisch das die eine sagte es käme nichts mehr raus 500euro bezahlt und nix passiert jann nichtmal sehen obs besser ist weil man ja drausen auf stasse warten muss es nimmg kein ende

antworten
Am 18.08.2020 schrieb Julia Siegfried

Hallo Monika,

oh nein, das ist ja ärgerlich. Das tut mir sehr leid für dich und natürlich für deinen Hund. Anscheinend hat die Granne eine starke Entzündung hervorgerufen, mit der dein Hund jetzt noch zu kämpfen hat. Schade, dass deine Tierärzte sich so uneinig sind und du nicht mehr weißt, wem du dort glauben sollst. Ich hoffe, ihr findet bald eine gute Lösung, damit es deinem Hund schnell besser geht.

Alles Gute!
Julia vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

Am 21.09.2020 schrieb Rebekka

Unser Hund hat heute eine Granne in die Nase bekommen und ich konnte zuschauen, wie sie darin verschwand. War sofort beim Tierarzt, da er gleich anfing zu niesen und aus der Nase zu bluten. Trotz Nasenspülung und Kontrolle konnte der Arzt die Granne nicht finden. Jetzt bin ich sehr verunsichert

antworten
Am 22.09.2020 schrieb Kim Gerdesmeier

Hallo Rebekka,

wie ärgerlich! Was hat der Tierarzt denn gesagt? Vielleicht solltest du auf Nummer sicher gehen und eine zweite Meinung einholen? Nicht, dass sich die Granne doch irgendwo festgesetzt hat und eine Entzündung auslöst.

Alles Gute!
Kim vom Vs.-vergleichen-und-sparen.de-Team

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: