eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Hoverboard
 

Ist das Hoverboard ein Spielzeug oder ein Kraftfahrzeug?

Hoverboard

Total in bei Kindern und Jugendlichen sind Hoverboards. Die Spielzeugindustrie setzt immer mehr von diesen schnellen Boards auf zwei Rädern ab und entsprechend viele Kids sind damit unterwegs.

Zwar nicht auf der Straße, aber dennoch auf Gehwegen, Radwegen oder anderen öffentlich zugänglichen Plätzen. Kinder, die damit unterwegs sind, ahnen nicht im Geringsten, dass ein Hoverboard im öffentlichen Raum eigentlich verboten ist. Selbst die meisten Eltern haben keine Kenntnis darüber, was passieren kann, wenn die Polizei das Kind auf dem Hoverboard erwischt oder sich sogar ein Unfall ereignet.

Was ist ein Hoverboard?

Man könnte es auch als Elektroboard bezeichnen, es sieht ähnlich aus wie ein Skateboard, hat aber nur zwei Räder und die sind zwischen einer Trittfläche außen angebracht. Hoverboards funktionieren durch die Gewichtsverlagerung und ähneln vom Prinzip her den Segways. Allerdings hat das Hoverboard nur die Trittfläche und die Räder. Die meisten Hoverboards erreichen eine Geschwindigkeit von mehr als sechs km/h und genau da beginnen die Probleme: Es wird aufgrund der möglichen Geschwindigkeit als Kraftfahrzeug eingestuft. Damit sind bestimmte Anforderungen an das Board, aber auch vom Nutzer zu erfüllen. Im Übrigen verweisen Hersteller dieser Boards explizit darauf, dass eine Nutzung im Straßenverkehr nicht zulässig ist.

Ein Kraftfahrzeug benötigt eine Zulassung, das Hoverboard bekommt aber keine Zulassung

Damit ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr bewegt werden darf, muss es eine Zulassung erhalten. Dazu gehört, dass ein Kraftfahrzeug einen Sitz, Bremsen, Beleuchtung, Lenker und auch Spiegel hat. Diese Anforderungen erfüllt ein Hoverboard nicht. Also gibt es auch keine Zulassung für den Straßenverkehr.

Versicherungspflicht für Kraftfahrzeuge

Kraftfahrzeuge mit einer möglichen Höchstgeschwindigkeit von mehr als sechs km/h müssen versichert werden. Eine Haftpflichtversicherung wird aber nur dann angeboten, wenn das betreffende Kraftfahrzeug auch für den Straßenverkehr zugelassen ist. Das fällt beim Hoverboard natürlich flach. Das Gerät hat keine Zulassung und bekommt auch keine Versicherung. Da es aber mehr als sechs km/h fahren kann, löst die Nutzung im öffentlichen Raum unweigerlich den Straftatbestand des Fahrens ohne Versicherung aus. Es gelten hier die Regelungen des Pflichtversicherungsgesetzes.

Führerschein für ein Hoverboard?

Da das Hoverboard über einen eigenen Antrieb verfügt und bauartbedingt mehr als sechs km/h schnell ist, wird ein Führerschein benötigt. Da dem Gesetzgeber bei der Einführung der Fahrerlaubnisklassen die Hoverboards noch nicht bekannt waren, ist unklar, in welche Führerscheinklasse die Geräte überhaupt fallen. Es ist also nicht klar, welche Fahrerlaubnis dafür benötigt wird. Fakt ist aber damit auch, dass die Nutzung im öffentlichen Raum einen weiteren Straftatbestand erfüllt, nämlich das Fahren ohne Führerschein. Stellt die Nutzung des Hoverboards aufgrund der fehlenden Zulassung schon eine Verletzung geltenden Rechts dar, für die es ein Bußgeld und auch Punkte in Flensburg gibt, so ist das Fahren ohne Fahrerlaubnis noch kritischer.

Welche Versicherung leistet überhaupt für Schäden mit einem Hoverboard?

Wer ein Hoverboard im öffentlichen Raum nutzt, macht sich in mehrfacher Sicht strafbar. Vor allem Eltern setzen Kinder damit einem erheblichen Risiko aus, auch wenn sie mit dem Hoverboard nur auf dem Gehweg fahren. Erwischt die Polizei Kinder auf dem Hoverboard, gilt es natürlich zu prüfen, welche Schuld Kinder hier tragen. Da diese aber von den rechtlichen Bestimmungen keine Ahnung haben dürften und das Hoverboard als Spielzeug betrachten, werden stattdessen die Eltern strafrechtlich unter Umständen einiges zu erwarten haben. Sie sind verantwortlich dafür, ihr Kind über die Risiken aufzuklären.

Im Schadensfall droht Ärger

Kommt es zu einem Schaden, etwa weil ein Fußgänger mit dem Hoverboard angefahren wurde, zahlt keine Versicherung. Eine Pflichtversicherung existiert nicht und die Privathaftpflicht kommt deshalb nicht für den Schaden auf, weil es sich um ein Kraftfahrzeug handelt. Somit bleibt im schlimmsten Fall das Kind selber auf dem Schaden sitzen. Das bedeutet, dass unter diesen Umständen zwar erst ab dem 18. Lebensjahr die materielle Haftung einsetzt, dafür aber auch, je nach Höhe des Schadens, der Weg in die eigene finanzielle Unabhängigkeit quasi schon verbaut ist. Übrigens: Selbst Garagenhöfe, Parkplätze von Wohnanlagen oder Freiflächen, die zu einem Gemeinschaftseigentum gehören, sind kritisch zu bewerten. Zwar fallen hier nicht die straßenverkehrsrelevanten Verstöße an. Bei einem Unfall aber zum Beispiel mit einem spielenden Kind ist auch hier die Privathaftpflicht aus der Nummer raus, da das Hoverboard ja nach wie vor als Kraftfahrzeug eingestuft ist.

Strafrechtliche Einstufung

Um das Ganze jetzt noch auf die Spitze zu treiben, betrachten wir mal folgendes Beispiel: Die Polizei erwischt einen 15-Jährigen, wie er mit seinem Hoverboard auf dem Gehweg neben der Straße entlang fährt. Dabei hat er auch noch sein Smartphone in der Hand und unterhält sich via WhatsApp mit seinen Freunden. Jetzt entwickeln Sie als Eltern mal das Gefühl dafür, was nun alles kommen wird. Nicht nur die Anzeige wegen Fahrens ohne Führerschein und ohne Betriebserlaubnis. Nein, es kommt auch noch der Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz hinzu und der Verstoß gegen die Nutzung von Handys im Gebrauch mit Kraftfahrzeugen. Nicht schlecht für ein vermeintliches Spielzeug.

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: