Hilfe, die Gebäudeversicherung ist weg!

Ausgebranntes Wohnzimmer

Die eigenen vier Wände stehen ganz auf oben auf der Wunschliste vieler Bürger. Nicht jeder hat den Nerv, ein Haus neu bauen zu lassen und besinnt sich auf eine gebrauchte Immobilie. Die sind ja auch nicht unbedingt schlechter.

Man muss halt das Wunschobjekt in der passenden Gegend finden. Das ist nicht immer leicht, aber dennoch wechseln für über 200 Milliarden Euro jährlich in Deutschland Immobilien ihren Eigentümer. Was aber nicht immer mit wechselt: die Gebäudeversicherung. Da fangen irgendwann die Probleme an.

Familie unter Dach

Der Hausverkauf und die Gebäudeversicherung

So gut wie jeder Hauseigentümer verfügt über eine Gebäudeversicherung. Klar, denn wie sollen sonst im Schadensfall die Kosten für den Wiederaufbau oder eine Sanierung zu stemmen sein? Die teuersten Risiken sind Feuer, Sturm und Leitungswasserschäden, dafür besteht im Schadensfall finanzieller Schutz. Deshalb soll die Gebäudeversicherung auch beim Verkauf des Hauses erst einmal mit den Eigentümer wechseln. Hintergrund: Der neue Erwerber des Hauses hat dann auch zunächst einmal Versicherungsschutz – wenn alles richtig läuft. Die Gebäudeversicherung lässt sich also nicht beim Verkauf kündigen, sondern läuft noch bis zum Ende des Versicherungsjahres weiter.

Wer bezahlt denn beim Hausverkauf die Gebäudeversicherung?

In der Regel ereignet sich der Hauskauf in der laufenden Versicherungsperiode. Dafür hat der bisherige Hauseigentümer, wenn er jährlich zahlt, den Beitrag also im Voraus entrichtet. Es besteht bis zum Ende des Versicherungsjahres auch für den neuen Eigentümer Schutz im Rahmen der Gebäudeversicherung. Dafür zahlt der neue Eigentümer einen anteiligen Beitrag an den vorherigen Eigentümer für die restliche Laufzeit. Wenn der neue Eigentümer nun im Grundbuch steht, kann er die alte Gebäudeversicherung innerhalb von vier Wochen kündigen und eine neue abschließen. Das macht auch Sinn, da viele Hauseigentümer mit dem Kauf den Versicherungsschutz neu ordnen wollen.

Wo können Probleme auftreten?

Es kann passieren, dass sich die Parteien beim Hausverkauf nicht über die Gebäudeversicherung verständigen. So kommt es häufig vor, dass die alten Eigentümer mit dem Eigentumswechsel einfach nicht mehr die Beiträge bezahlen. Die Folge: Der Versicherungsschutz fällt irgendwann weg. Bekommt der neue Eigentümer das nicht mit und denkt auch nicht daran, selbst eine Gebäudeversicherung abzuschließen, so ist das neu erworbene Haus nicht versichert. Im Schadensfall kann das dann zum finanziellen Aus führen. Ebenso kann es passieren, dass der bisherige Eigentümer einfach den Versicherungsschutz zum Ablauf kündigt und der neue Eigentümer davon keine Kenntnis hat. Dann ist der Versicherungsschutz ebenfalls nicht mehr vorhanden.

Abgebrannt nach dem Hauskauf

So tragisch kann es enden: Wenige Monate nach dem Hauskauf bricht in der Adventszeit ein Feuer in der Küche des Hauses aus. Eigene Löschversuche scheitern, durch die offene Bauweise der Küche breiten sich die Flammen im Erdgeschoss und der Rauch im ganzen Haus aus. Ein Statiker stellt fest: Das Haus muss nicht abgerissen werden, aber eine vollständige Kernsanierung ist notwendig. Der Hauseigentümer stellt erst jetzt fest, dass die Gebäudeversicherung bisher kein Thema war. Er hat versäumt, sich danach zu erkundigen. Auf Rückfrage beim Voreigentümer stellt sich heraus, dass diese vor wenigen Wochen nach einer fristgerechten Kündigung ausgelaufen ist. Also kein Versicherungsschutz vorhanden. Für die Sanierung im sechsstelligen Bereich ist kein Geld da.

Wie zieht die Gebäudeversicherung richtig mit um?

Es ist zunächst einmal eine Holschuld des Erwerbers, sich beim bisherigen Eigentümer über den Stand der Gebäudeversicherung zu informieren. Das sollte auch jeder Käufer tunlichst machen und im Notarvertrag dazu eindeutige Regeln aufstellen. Sinnvoll ist, wenn der Käufer festlegt, dass er den Beitrag für die restliche Laufzeit an den Verkäufer zahlt. Erfolgt die Umschreibung im Grundbuch, so kann der neue Eigentümer entweder zum Ablauf oder mit sofortiger Wirkung kündigen. Bei der Kündigung mit sofortiger Wirkung erhält der vorherige Eigentümer einen Teil der bereits bezahlten Beiträge zurück. Die Erstattung können beide Parteien ebenfalls notariell regeln, auch wenn es nur um Kleinbeträge geht. Hauptsache, alles ist schriftlich fixiert. Wenn der Vertrag dann ausläuft, so kümmert sich der neue Eigentümer selbst um eine neue Gebäudeversicherung. Dann ist für einen möglichen Schadensfall auch alles in trockenen Tüchern.

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