eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Futtermittelallergie
 

Futtermittelallergie - wenn der Hund gegen das eigene Futter allergisch ist

Hund vor dem Futternapf

Bei einer Futterallergie oder auch Futtermittelallergie, sind Juckreiz, Hautentzündungen und Durchfall nur einige der unangenehmen Symptome. Immer mehr Hunde vertragen ihr Futter nicht bzw. bestimmte Inhaltsstoffe davon. Wir informieren Sie über Auslöser, Anzeichen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Futtermittelallergie und die Ursachen

Laut der Deutschen Gesellschaft für Veterinärdermatologie (DGVD) hat inzwischen jeder fünfte Hund eine Allergie. Immer häufiger weisen Hunde eine Futtermittelallergie auf, so Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Wie entstehen überhaupt Allergien bei Hunden? Futterallergien entstehen aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems. Es beginnt Bestandteile der Nahrung, sogenannte Allergene, im Futter anzugreifen. Sie gelten als Auslöser der Reaktion des Immunsystems.

Die Folge: Symptome wie Juckreiz und Durchfall. Diese können auch erst dann auftreten, wenn der Hund das jeweilige Futter zuvor über Jahre hinweg gut vertragen hat. Von einer Futtermittelallergie abzugrenzen sind sogenannte Intoleranzen gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln. Hierbei ist das Immunsystem nicht beteiligt. Dennoch können auch hier die Symptome das Wohlbefinden des Hundes stark beeinträchtigen.

Inhaltsstoffe im Futter häufig schwer erkennbar

Leider sind häufige Allergieauslöser in praktisch allen kommerziellen Fertigfuttern in unterschiedlichen Mengen enthalten und nur schwer erkennbar. Oft werden sie überhaupt nicht deklariert. Auf Verpackungen kann der Hinweis „ohne Konservierungsstoffe“ abgedruckt sein, obwohl sie dennoch enthalten sind. Der Grund: Sie zählen zu den nicht deklarationspflichtigen Konservierungsstoffen. Häufig sind die Formulierungen auf den Verpackungen nicht eindeutig. Das alles macht es schwierig, versteckte Allergene herauszufiltern.

Symptome einer Futtermittelallergie

Eine Allergie gegen das Hundefutter äußert sich in vielfältiger Weise. Bezeichnend sind vor allem Hautprobleme. Besonders charakteristisch ist chronischer Juckreiz: Er gilt als Leitsymptom. Er macht sich an verschiedenen Körperstellen wie Pfoten, Ohren, Bauch und Gesicht bemerkbar. Auf den Juckreiz reagiert der Hund insbesondere mit vermehrtem Kratzen oder Lecken der betroffenen Stellen. Hautrötungen und Hautentzündungen kommen ebenso infrage.

Chronische Magen-Darm-Probleme können ebenfalls als Symptom einer Futtermittelallergie auftreten. Dem Hund machen Symptome wie Erbrechen, Durchfall und Blähungen zu schaffen. Kombinationen sind ebenfalls möglich. Chronischer Juckreiz in Begleitung von Verdauungsproblemen stärkt den Verdacht auf eine Futterallergie. Eine Ohrenentzündung ist genauso häufig Symptom einer Futtermittelallergie. Sie äußert sich in Form von Rötungen und in schweren Fällen in einer Absonderung von schlecht riechendem und bräunlich gefärbtem Ohrenschmalz. Hunde neigen bei einem entzündeten Ohr dazu, ihren Kopf zu schütteln und sich verstärkt an der Stelle zu kratzen.

Als Nebenerscheinung einer Futtermittelallergie leiden laut Dr. med vet. Christine Löwenstein circa 25 Prozent der Hunde an einer Atopie oder Flohbissallergie. Die atopische Dermatitis ist eine Überempfindlichkeitsstörung beispielsweise gegen Schimmelpilze, Staubmilben und Pollen von Gräsern sowie Bäumen. Sie äußerst sich durch Entzündungsreaktionen der Haut und zeigt sich in Form von Juckreiz im Gesicht, an den Gliedmaßen und an den Ohren. Die Flohbissallergie ist eine Hauterkrankung, die am häufigsten durch den Hundefloh (Ctenocephalides canis) hervorgerufen wird. Typisch für die Allergie: starker Juckreiz und beißen. Das alles sind Gründe genug, um Abhilfe zu schaffen. Denn: Wird die Allergie nicht erkannt und in Form einer veränderten Nahrungsaufnahme behandelt, geht der Leidensweg Ihres Hundes weiter.

Ist mein Hund gegen sein Futter allergisch?

Der Weg zur Diagnose einer Futtermittelallergie inklusive Benennung des auslösenden Futtermittels ist in der Regel lang und erfordert Durchhaltevermögen – von Hund und Hundehalter. Mehrere Tierarztbesuche und eine Ausschlussdiät sind notwendig. Die Schwierigkeit: Die Symptome Juckreiz, Durchfall und Hautentzündungen sind unspezifisch und können verschiedene Ursachen haben. Diese sollten im Vorfeld abgeklärt werden. Möglicherweise sind Infektionen oder ein Parasitenbefall Grund für die Symptome. Das heißt: Erst wenn alle anderen möglichen Erkrankungen ausgeschlossen sind, sollte auf eine Futtermittelallergie hin getestet werden. Wichtig ist zudem, dass nicht nur die Symptome behandelt werden. Ein versierter Tierarzt sollte daher nicht dazu übergehen und Cortison oder Antibiotika verabreichen. Das sollte tatsächlich nur in wirklich extremen Fällen passieren, um besonders starke Symptome zu lindern.

Icon Glühbirne

VS.-Tipp:

Vorsicht: Manche Symptome einer Futtermittelallergie ähneln denen einer anderen, möglicherweise schwerwiegenden Erkrankung. Bei Verdacht sollten Sie zur Abklärung in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen. Um sich vor den hohen Tierarztkosten zu schützen, lohnt sich eine Hundekrankenversicherung, die Sie hier vergleichen können:

Hundekrankenversicherung

Damit Sie die richtige auswählen können, sollten Sie die Angebote vergleichen.

Auslöser durch Ausschlussdiät erkennen

Infografik Futtermittelallergie

Die Futtermittelallergie lässt sich nicht eindeutig mit einer Blutuntersuchung feststellen. Die einzige Methode, sie nachzuweisen oder auszuschließen, ist die Futtermittelausschlussdiät, auch Eliminationsdiät genannt, bestätigt Professor Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung der Freien Universität in Berlin.

Eine Ausschlussdiät besteht aus einer Protein- und einer Kohlenhydratquelle, die der Vierbeiner optimalerweise zuvor noch nicht erhalten hat. Möglich ist je nach Wunsch eine kommerzielle oder eine selbst gekochte Diät. Die ausgewählte Diät sollte mindestens acht Wochen am Stück ohne zusätzliche Futterbelohnungen, Snacks oder Kauprodukte durchgeführt werden. Das ist wichtig, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Bessern sich die Symptome während der Ausschlussdiät, heißt das, dass der Hund die eingesetzten Futterkomponenten verträgt. Allmählich kann das Futter um weitere Komponenten ergänzt werden, sodass eine ausgewogene Mischung erreicht wird. Dieser Provokationstest eignet sich, um herauszufinden, welche Komponente der Hund nicht verträgt. Leidet der Vierbeiner nach der Zugabe wieder unter Symptomen wie Juckreiz, steht fest, welche allergieauslösenden Substanzen in Zukunft weggelassen werden müssen. Verschwinden die Symptome nicht, bedeutet das, dass im Futter beispielsweise genau das Allergen enthalten ist, das die Symptome hervorruft. Nun ist Geduld gefragt, bis das Futter keine allergische Wirkung mehr verursacht.

Labortest

Verschiedene Labore bieten mittlerweile einen Bluttest zur Untersuchung von Allergien auf bestimmte Futtermittel an. Wie bereits erwähnt, ist ein Bluttest zur Diagnose einer Futtermittelallergie jedoch nicht aussagekräftig. Können Antikörper auf bestimmte Futterbestandteile nachgewiesen werden, bedeutet dies nur, dass der Hund schon einmal Kontakt zu diesen Stoffen hatte. Dass der Hund auch eine Allergie aufweist, lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Zudem beeinflussen einige Medikamente wie z. B. Kortison den Nachweis von Antikörpern.

Futtermittelallergie: nicht heilbar, aber kontrollierbar

Viele Hundebesitzer stellen sich natürlich die Frage: Ist die Futtermittelallergie bei meinem Hund heilbar? Nein, eine Allergie ist nicht heil-, aber kontrollierbar. Die Behandlung sieht in erster Linie vor, die Symptome zu lindern. Die wichtigste Maßnahme hierbei: Die allergieauslösenden Futtermittel konsequent zu vermeiden. Das gilt ausnahmslos. Dem Hund dürfen keine zusätzlichen Leckerchen angeboten werden, denn sie können erneut Symptome hervorrufen. Damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt, sollte das Futter durch andere Nahrungsmittel ergänzt werden, die den Verlust ausgleichen.

Icon Anführungszeichen

Die Krankheit „Futterallergie“ kann gut kontrolliert werden, wenn die Diät strikt eingehalten wird. Rückfälle treten dann auf, wenn außer den Tierbesitzern auch andere Leute den Tieren eine „Belohnung“ geben wollen, was sich fatal auswirken kann.

Kleintierklinik am Landratsamt Dr. Scholl, J. Fritz, Dr. S. Dahnken

Selbst zubereiten oder zu hypoallergenem Futter greifen

Allergiecheckliste

Hundebesitzer sind auf der sicheren Seite, wenn sie das Futter für ihren Hund selbst zubereiten. Die Zutaten sind bekannt und die Gefahr einer allergischen Reaktion wird effektiv verhindert. Natürlich ist diese Variante mit etwas mehr Zeitaufwand verbunden. Eine Alternative ist Futter, das ohne bestimmte Inhaltsstoffe, etwa getreidefreies Hundefutter, auskommt. Sogenanntes hypoallergenes Hundefutter verzichtet meistens gänzlich auf die typischen Stoffe, die Hunde oft nicht vertragen. Beispielsweise werden Mais und Getreide durch Kartoffeln ersetzt. Fleischsorten wie Huhn oder Rind werden alternativ mit Pferdefleisch zubereitet. Dieses ist besonders für allergisch reagierende Hunde geeignet. Es enthält viele Proteine, die der Hund für den Muskelaufbau benötigt. Zudem verfügt es über Vitamine wie B12, B6 und B3. Außerdem weist Pferdefleisch einen geringen Fettanteil auf und ist daher sehr mager. Für Hunde, die an Übergewicht leiden ebenfalls von Vorteil. Ein weiteres Plus: Pferdefleisch ist vergleichsweise geringer mit Antibiotika belastet, da Pferde nicht zum Schlachten gezüchtet werden. Insgesamt gilt Pferdefleisch als sehr gut verträglich und gut für eine Ausschlussdiät und als Ernährungsbaustein geeignet. Bei hypoallergenem Futter wird ebenso häufig komplett auf künstliche Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker verzichtet. Ein Tierarzt kann Ihnen eine Empfehlung für geeignetes Futter geben.

Fazit: Eine Futtermittelallergie muss ernst genommen werden. Das Futter, das Ihr Hund zu sich nimmt, spielt eine essenzielle Rolle für seine Gesundheit und sein Wohlergehen. Deshalb gilt: In jedem Fall sollten Sie als Hundebesitzer bei Symptomen, die auf eine Futtermittelallergie schließen lassen, aktiv werden. Das heißt: Suchen Sie einen Tierarzt auf, um die Beschwerden Ihres Hundes abzuklären und gegebenenfalls zu therapieren. Denn nur dann, wenn Ihr Hund geeignetes Futter erhält, kann er ein beschwerdefreies und damit glückliches Hundeleben führen.