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Die Fütterung von Fohlen in den ersten Lebensmonaten

Fohlen nach der Geburt mit der Mutter

Wenn ein Fohlen nach elf Monaten auf die Welt kommt, ist das sicherlich einer der schönsten Momente für Pferdefreunde. Unsere Tipps zur Fütterung von Fohlen bis hin zur artgerechten Aufzucht:

Lesen Sie bei uns, was in den ersten Lebensmonaten für Ihr Fohlen wichtig ist.

Die erste Nahrung: Muttermilch

Ihr Fohlen hat, wenn es auf die Welt gekommen ist, noch keine Antikörper gebildet. Diese Antikörper sind lebenswichtig für das Tier. Daher ist es wichtig, dass Ihr Fohlen so schnell wie möglich beginnt, Muttermilch zu trinken. Die Stutenmilch, auch Kolostralmilch genannt, enthält diese wichtigen Antikörper. Innerhalb der ersten vier Stunden seines Lebens sollte Ihr Fohlen mit dem Trinken bei der Mutterstute beginnen. In dieser Zeit ist die Antikörperkonzentration noch sehr hoch, nach etwa vier Stunden sinkt diese Konzentration, die Milch verdünnt und entfaltet nicht mehr die benötigte Wirkung.

Wie entwickelt sich ein Fohlen in den ersten Lebensstunden?

Wenn das Fohlen gerade auf die Welt gekommen ist, beginnen direkt die wichtigsten Stunden für die spätere Entwicklung. Es ist, verglichen mit einem Baby, eine rasante Entwicklung, die Ihr Fohlen am ersten Lebenstag durchmacht:

  • 1. – 2. Stunde: das Fohlen steht auf
  • 2. – 4. Stunde: es beginnt zu Trinken
  • 4. – 6. Stunde: die ersten Schritte werden gemacht
  • 8. Stunde: die Verdauung setzt ein
  • 12. Stunde: die Flüssigkeitsaufnahme erfolgt schon fast automatisch
  • bis zur 24. Stunde: Lösen des Darmpechs (der erste Stuhl eines neugeborenen Fohlens)

Dürfen Fohlen Milch trinken?

Das Fohlen trinkt Milch aus der Flasche

Die Fütterung von Fohlen besteht in den ersten Lebenswochen aus sehr viel Stutenmilch. Dazu trinkt das Fohlen bis zu 60-mal am Tag am Euter der Mutter und nimmt dabei bis zu 200 Milliliter Milch auf. Es gibt aber Gründe, warum das Fohlen nicht von der Mutterstute gesäugt werden kann. Entweder die Stute bildet zu wenig Kolostrum, so dass das Fohlen nicht ausreichend Nährstoffe aufnimmt. Ebenso kann es passieren, dass die Stute bei der Geburt verstirbt und das Fohlen von Hand gefüttert werden muss. Hat das Fohlen keinen Saugreflex, kann es nicht bei der Mutterstute trinken. In diesen Fällen müssen Alternativen her:

  • Die Stute wird abgemolken und das Fohlen erhält die Stutenmilch über eine Nuckelflasche oder eine Nasenschlundsonde.
  • Eingefrorenes Kolostrum einer anderen Stute wird verabreicht, wenn die Mutterstute nicht säugen kann.
  • Ebenso sind Blutplasmatransfusionen eines anderen Pferdes denkbar.

Kann das Fohlen genug Milch von der Mutterstute aufnehmen, ist das an der Entwicklung des Fohlens sehr gut zu sehen. Ist die Milchzufuhr hingegen nicht ausreichend, ist eine Zufütterung des Fohlens wichtig, um es mit Nährstoffen zu versorgen. Bei der Fohlenaufzucht kann sogenannter Milchaustauscher über die Flasche zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um einen Muttermilchersatz, den das Fohlen über die Flasche bekommt. Diese Form der Flaschenfütterung ist in den ersten Wochen in einem Rhythmus von etwa zwei Stunden notwendig, nach ein paar Wochen kann der zeitliche Abstand auf vier Stunden ausgedehnt werden. Die benötigte Menge an Milchaustauscher liegt bei etwa zehn bis zwölf Liter am Tag.

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VS.-Tipp:

Schließen Sie für Ihr Fohlen schon in den ersten Lebensmonaten eine Pferdekrankenversicherung ab. Damit sind nicht nur Vorsorgeuntersuchungen abgesichert, sondern auch die Heilbehandlung im Krankheitsfall.

Die richtige Fütterung von Fohlen in den ersten Lebensmonaten

Fohlen frisst Stroh

Das Gewicht des Fohlens nimmt in den ersten Lebensmonaten täglich zu. In dieser Anfangszeit muss das Fohlen eine Menge Nährstoffe aufnehmen. Wundern Sie sich daher nicht, wenn es ab und zu den Kot der Mutterstute fressen will. Das liegt daran, dass das Fohlen darüber wichtige Darmbakterien sowie Vitamin B aufnimmt. Das Fohlen benötigt diese Mikroorganismen, die im Blinddarm im Dickdarm die Fermentierung in Gang bringen. In dieser Phase ist parallel dazu eine bedarfsgerechte Entwurmung wichtig, damit sich keine unerwünschten Parasiten entwickeln können.

Was darf ein Fohlen fressen?

Ihr Fohlen lernt schnell, was die Nahrungsaufnahme angeht. Die Fütterung von Fohlen muss also schon nach einer Woche nicht nur von Hand erfolgen, sondern das Fohlen nimmt sich Fressgewohnheiten der Mutterstute oder der Ammenstute an. Es versucht, dieselben Dinge zu fressen. Damit erlangt festes Futter einen höheren Stellenwert als die Stutenmilch. Die Fütterung von Fohlen wechselt also von flüssiger Nahrung zu fester Nahrung. Nach etwa drei Monaten ist die Stutenmilch nicht mehr ausreichend, um dem Futterbedarf des Fohlens gerecht zu werden. Es versorgt sich instinktiv aus anderen Futterquellen. Das ist nun eine gute Gelegenheit, Ihr Fohlen an Kraftfutter heranzuführen. Damit ist in der Folgezeit eine ausgewogene Versorgung mit Mineralstoffen, Aminosäuren und Vitaminen gewährleistet. Sie unterstützen dadurch vor allem das Wachstum von Knochen, Gelenken und Sehnen.

Mineralfutter für Fohlen

Bei der Fütterung von Fohlen spielen Mineralfutter und Hafer eine wichtige Rolle. Die Nährstoffe aus der Stutenmilch decken nicht mehr den Energiebedarf beim Fohlen. Damit das Fohlen die ausreichende Portion Futter bekommt, empfiehlt es sich, einen Fohlentrog mit schmalen Schlitzen zu installieren, damit die Pferdemama nicht alles wegfuttert. Etwas Hafer für Fohlen ist eine gute Ergänzung zum Mineralfutter. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass das Futter speziell für Fohlen ist. Mineralstoffe für ausgewachsene Pferde sind jetzt noch nicht notwendig. Zusätzlich zum Mineralfutterbedarf benötigt das Fohlen jetzt reichlich Wasser zum Trinken, auf kurz oder lang fällt die Stutenmilch weg und das Fohlen muss sich an das Trinken gewöhnen. Übrigens, die bei Pferden so beliebten Möhren eignen sich nicht zur Fütterung. Im Gegenteil, Möhren für Fohlen können dazu führen, dass diese sich daran verschlucken, weil der Kaureflex noch nicht so richtig ausgebildet ist. Das gilt natürlich auch für andere Leckerlis, die Pferde gerne kauen. Damit müssen Sie noch ein bisschen warten.

Fohlen und Absetzer richtig füttern

Das Fohlen entdeckt in den ersten drei Lebensmonaten rasant seine eigene Welt. Natürlich nimmt dabei die Suche nach Futter einen großen Stellenwert ein. Neben dem verabreichten Hafer oder Mineralfutter nimmt das Fohlen auf der Weide oder im Stall Gras und Heu auf. Das ist auch gut, denn das Fohlen muss uneingeschränkten Zugang zu Raufutter haben. Das findet es zuhauf in der Natur. Dazu entwickelt das Fohlen Instinkte in Bezug auf schädliche Pflanzen. Es achtet darauf, was die anderen Tiere fressen oder stehenlassen. Sorgen Sie dennoch dafür, dass auf der Weide Giftpflanzen sich nicht so weit verbreiten können. Es kann ja immer mal passieren, dass das Fohlen seine eigenen Entdeckungen macht und dabei versehentlich Giftpflanzen anknabbert.

Fütterung von Fohlen: die Zeit nach dem Absetzen

Fohlen brauchen bis zu einem Alter von sechs Monaten Kontakt zur Mutterstute, um durch sie eine gewisse Selbstständigkeit zu erlernen. Für die Fütterung von Fohlen ist wichtig, dass sie in den letzten Monaten ausreichend an Mineralfutter und Raufutter gewöhnt wurden, damit das Absetzen nicht so schwerfällt. Der vollständige Milchentzug führt nämlich zu Stress bei Fohlen und kann weitestgehend vermeiden werden, wenn das Fohlen zuletzt immer weniger Stutenmilch aufgenommen hat. Nutzen Sie die Gelegenheit und bringen Sie Ihr Fohlen mit anderen Jährlingen zusammen. So nehmen Sie Ihrem Fohlen ein wenig von dem Stress, der durch das Absetzen entstehen kann. Jährlinge richtig zu füttern und versorgen bedeutet nicht nur, dass sie eine ausgewogene Ernährung bekommen, sondern auch der regelmäßige Weidegang ist wichtig. Dadurch fördern Sie die Entwicklung von Knochen und Gelenken beim Fohlen. Das Fohlen entwickelt ein natürliches Fressverhalten und stärkt so sein Immunsystem.

Fazit: Welches Futter brauchen Fohlen?

In den ersten Monaten ist die Stutenmilch noch ein Hauptbestandteil der Nahrung. Kraftfutter und Mineralfutter kommen hinzu, wenn die Stutenmilch nicht mehr ausreichend ist. Raufutter und Heu ergänzen den Speiseplan bei den ersten Weidegängen. So lernt das Fohlen sich langsam, aber sicher, unabhängig von seiner Mutterstute zu entwickeln. Absatzfohlen füttern verlangt vor allem in den ersten Lebensmonaten viel Zeit von Ihnen ab, danach können Sie aber mehr und mehr auf die natürlichen Instinkte Ihres Fohlens vertrauen.