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Falsche Angaben gegenüber der Hausratversicherung rechtfertigen – Ablehnung eines Schadens

Richterhammer

Die Hausratversicherung ist die wichtigste Absicherung für Ihr Hab und Gut. Wenn es zu einem Brand kommt, ein Leitungswasserschaden auftritt oder Einbrecher Ihre Wohnung heimsuchen, leistet die Hausratversicherung Schadensersatz.

Ereignet sich ein Schaden, sind Sie verpflichtet, wahrheitsgemäße Angaben zu dem Schaden zu machen. Ansonsten hat die Hausratversicherung das Recht, den Schaden abzulehnen. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichtes Oldenburg hervor.

Der Küchenbrand und die Frage nach der Ursache

Durch einen Küchenbrand wurde die erste Etage eines Wohnhauses vollständig mit dem Brandrauch in Mitleidenschaft gezogen. Der Geschädigte wollte den Schaden von seiner Hausratversicherung ersetzt bekommen. Diese verweigerte die Zahlung: der Geschädigte hatte falsche Angaben zum Schadensverlauf gemacht. Das Oberlandesgericht Oldenburg musste darüber entscheiden. Was war passiert?

Falsche Angaben zur Brandursache

Der Hauseigentümer hatte gegen über seiner Hausratversicherung angegeben, dass in der Küche ein elektrischer Defekt des Herdes zu dem Brand geführt hatte. Letztendlich hat sich herausgestellt, dass er einen Topf mit Fett erhitzt und diesen über drei Stunden nicht kontrolliert hatte. Das Fett hat sich entzündet, dabei wurde die Wohnung im Obergeschoss des Hauses vollständig mit Rauch gefüllt. Nach dem Entdecken nahm der Hauseigentümer den Topf vom Herd, löschte das Feuer ab und verständige die Feuerwehr. Der blieb nur noch, die Wohnung zu belüften. Der Rauch hat schwere Schäden in Höhe von rund 20.000 Euro verursacht.

Darum entschied das Oberlandesgericht zugunsten der Hausratversicherung

Während er Schadensaufnahme und des gerichtlichen Verfahrens hat der Geschädigte mehrfach beteuert, dass sich der Schaden durch einen technischen Defekt ereignet habe. Das Spurenbild ließ aber andere Schlüsse zu. Die Richter sahen die Ablehnung durch die Hausratversicherung gerechtfertigt. Der Hauseigentümer hatte zu seinen Gunsten den Schaden anders dargestellt, um Nachteile für ihn selber zu vermeiden. Diese Täuschung hätte für seine Hausratversicherung einen gravierenden Nachteil bedeutet. Darum konnte die Hausratversicherung die Schadensübernahme zu Recht ablehnen.

Grobe Fahrlässigkeit mitversichern

Einen eingeschalteten Herd müssen Sie beaufsichtigen. Alles andere ist grobe Fahrlässigkeit. In einem solchen Fall kann Ihre Hausratversicherung die Schadensregulierung je nach Schwere Ihres Verschuldens den Schadensersatz kürzen. Prüfen Sie daher einmal, ob Sie in Ihrer Hausratversicherung die Einrede den Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit mit versichert haben. In einem Fall wie oben beschrieben, hätte die Hausratversicherung den Schaden ohne weitere Prüfung reguliert. Vermutlich hatte der Geschädigte diesen Passus nicht in seiner Versicherung eingeschlossen, ansonsten wäre die falsche Schadensschilderung nicht notwendig gewesen.