eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Erbrechen beim Hund
 

Erbrechen beim Hund: die häufigsten Ursachen

Kranker HUnd

Viele Hunde erbrechen recht häufig: Sie haben zu viel Gras gefressen oder ihnen wird beim Autofahren leicht übel. Doch der Grund muss nicht immer harmlos sein. Wenn sich Ihr Hund übergibt, kann auch eine schwere Erkrankung dahinterstecken, die vom Tierarzt behandelt werden muss. Oder auch eine Vergiftung! Hier erfahren Sie alles zu Ursachen und Behandlung sowie zur Ersten Hilfe beim Hund.

Wenn der Hund erbricht: Harmlos oder ernsthafte Krankheit?

Meist handelt es sich beim Erbrechen des Hundes um ein akutes Geschehen. Das bedeutet, es tritt plötzlich und unerwartet auf. In der Regel sind harmlose Ursachen die Auslöser, teilweise jedoch auch schwere Erkrankungen. Erbrechen kann sogar in einem lebensbedrohlichen Zustand gipfeln, in dem der Hund bewusstlos wird. Bei der Beurteilung des Schweregrades des Erbrechens spielen auch Faktoren wie Alter und Vorerkrankungen des Tieres eine Rolle.

Icon Information

VS.-Tipp:

Informieren Sie sich über das Angebot zur Hundekrankenversicherung. Mit der passenden Versicherung sind die Kosten für die Behandlung beim Tierarzt abgesichert. Es ist immer besser, bei Unsicherheiten lieber den Tierarzt zu konsultieren und Beschwerden abklären zu lassen, als aus Kostengründen darauf zu verzichten!

Häufige Ursachen des Erbrechens beim Hund

Die folgenden Gründe werden häufig beobachtet, wenn sich Hunde erbrechen:

Unverträglichkeit des Futters

Nicht nur verdorbenes Futter kann zum Erbrechen des Hundes führen, auch ein allzu hastiges Verschlingen großer Futterbrocken dreht dem Hund sprichwörtlich den Magen um. Wenn Sie einen jungen Hund oder ein besonders verfressenes Exemplar besitzen, haben Sie vielleicht auch schon beobachtet, dass wirklich alles gefressen wird: Angefangen vom eigenen Kot über Katzenkot bis hin zu Müll ist alles dabei. Verständlich, dass dies Übelkeit auslöst. Das Gute daran: Damit ist die Ursache meist behoben und es ist keine Behandlung nötig.

Allergien

Futter kann auch allergische Reaktionen auslösen. Es reichen schon kleinste Menge des unverträglichen Futterbestandteils und der Hund kann mit Übelkeit und Erbrechen reagieren. Oft kommen weitere Symptome wie Ohrentzündungen oder Hautjucken dazu.

Fremdkörper

Holz, Knochenstücke oder sogar Teile der zuletzt zerpflückten Socke können Erbrechen beim Hund auslösen. Dies ist besonders gefährlich, weil Fremdkörper stecken bleiben und die Speiseröhre bzw. auch die Luftröhre verletzten können, weil Darmverletzungen möglich sind oder sogar ein Darmverschluss.

Medikamente und Gifte

Fressen Hunde Medikamente wie zum Beispiel Schmerzmittel für Menschen, kann das schwere Vergiftungen auslösen. Auch Pflanzenbestandteile, Frostschutzmittel und Schneckenkorn gehören zu den Giften, die als häufigste Verursacher für Übelkeit und Erbrechen beim Hund infrage kommen.

Infektionen

Vor allem die Infektion mit Viren kann für Erbrechen sorgen. Parvovirus und Staupe sind hier an erster Stelle zu nennen. Der Hund erbricht Blut, beginnt zu zittern und bekommt binnen kürzester Zeit blutigen Durchfall. Sein Allgemeinzustand verschlechtert sich rasch. Erste Hilfe beim Hund ist nötig, wobei diese die intensivmedizinische Betreuung durch den Tierarzt darstellt. Auch Würmer und Giardien können Erbrechen auslösen. Daher ist immer auch ein möglicher parasitärer Befall zu klären.

Weitere Krankheiten

Zu nennen sind hier die Bauchspeicheldrüsenentzündung, die Dickdarmentzündung sowie die Blutige Magen-Darm-Entzündung. Sie alle gehen mit Erbrechen und Durchfall einher. Magengeschwüre, Erkrankungen der Leber und Niere oder Krebs können ebenfalls infrage kommen. Ursachen und Behandlung muss der Tierarzt klären.

Viele akute Krankheitsgeschehen können in einen chronischen Zustand übergehen, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Zudem können anfangs weniger gefährliche Ursachen in einem lebensbedrohlichen Zustand gipfeln, wie beispielsweise einer Magendrehung beim Hund.

Welche Komplikationen können auftreten?

Der Hund bekommt eine Infosion

Dauert das Erbrechen beim Hund an, besteht die Gefahr der Dehydration. Die Menge der verlorenen Flüssigkeit kann sehr hoch sein, zumal viele Tiere gar nicht mehr in der Lage sind, zu trinken und etwas bei sich zu behalten. Dadurch wiederum können die Nieren geschädigt werden. Außerdem verschiebt sich der pH-Wert im ganzen Körper, weil viel saurer Magensaft verloren geht. Zudem verliert der Körper Elektrolyte, was Störungen der Nerven- und Muskelfunktionen nach sich ziehen kann.

Wird der Hund beim Erbrechen apathisch, bekommt keine Luft mehr, hustet oder steigt die Körpertemperatur rasch an, liegt ein lebensbedrohlicher Zustand vor. Es kann in seltenen Fällen passieren, dass Erbrochenes in die Luftröhre oder in die Lunge gerät, was normalerweise durch den verschlossenen Kehlkopf nicht geschieht. Diese Komplikation ist sehr gefährlich.

 

Drei Phasen des Erbrechens

Phase 1: Zuerst beginnt alles mit der Phase der Übelkeit, die unter anderem am Schmatzen, Gähnen, an auffälliger Unruhe und am leeren Schlucken erkennbar ist. Es wird vermehrt Speichel produziert, der den sauren Mageninhalt neutralisieren soll. Häufig frisst der Hund jetzt vermehrt Gras, um den Brechreiz auszulösen.
Phase 2: Im nächsten Schritt setzt das Würgen ein, der Hund beginnt zu zittern und die Bauchmuskulatur zieht sich kräftig zusammen. Durch die geschlossene Maulhöhle und den geschlossenen Kehlkopf entsteht ein Unterdruck in der Brusthöhle. Der Mageninhalt verschiebt sich in die Speiseröhre.
Phase 3: Zuletzt erbricht der Hund.

Checkliste zum Erbrechen durch Futter

  • Hat der Hund Knochen gefressen (vor allem Geflügelknochen, die splittern können)?
  • Hat das Tier Gras gefressen?
  • Wurde ein neues Futter gegeben?
  • Fehlt Spielzeug oder sind Teile davon herausgebissen?
  • Fehlen Kleidungsstücke oder Teile von Schuhen?
  • Sind Möbel, Kissen, Decken etc. angefressen?
  • Konnte der Hund Medizin, Putzmittel oder ähnliche Dinge erreichen?
  • Kann das Tier giftige Pflanzen gefressen haben?
  • Können Giftköder die Ursache sein?

Achtung bei folgenden Lebensmitteln! Diese werden gern von Hunden gefressen, sind aber giftig für sie: Kaffee und Tee, schimmelige Essensreste, Schokolade, Milchprodukte, Pilze, Fischgräten, Weintrauben und Rosinen, Macadamia Nüsse, Rhabarber, Zwiebeln, Knoblauch, Hasel- und Walnüsse.

Eine Sache der Farbe: Wie erbricht der Hund wann?

Je nachdem, welche Farbe das Erbrochene hat, sollten Sie entscheiden, ob Sie zum Tierarzt fahren oder ob eine kurzzeitige Schonkost und weitere Beobachtung erst einmal ausreichend sind:

  • Gelb
    Wenn die Masse beim Erbrechen gelb aussieht, ist in der Regel Galle enthalten. Das ist vor allem der Fall, wenn der Hund nüchtern erbricht. Der Besuch beim Tierarzt ist bei dieser Farbe nicht ohne weitere Symptome nötig.
  • Rot
    Der Hund erbricht Blut? Das ist ein Hinweis auf Verletzungen der Speiseröhre oder des Magens, beispielsweise durch Fremdkörper oder eine Entzündung. Schnell zum Tierarzt! Eine Ausnahme ist, wenn der Hund zuvor Rote Bete gefressen hat, das kann leicht mit Blut verwechselt werden.
  • Schwarz
    Schwarze Teile, die an Kaffeesatz erinnern, stehen für verdautes Blut, was beispielsweise durch ein Magengeschwür auftreten kann. Der Hund gehört zum Tierarzt!
  • Blau oder Grün
    Diese Farben treten häufig bei einer Vergiftung auf, es handelt sich um einen tiermedizinischen Notfall! Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Hund zuvor etwas stark Färbendes gefressen hat, wie zum Beispiel Spinat.
  • Schaumig
    Hunde erbrechen häufig schaumig, dabei kann die Masse beim Erbrechen gelb bis weiß sein. Es ist nur ein Hinweis darauf, dass Magensaft mit herauskam.
  • Kot
    Auch das ist ein Notfall, denn es liegt ein lebensbedrohlicher Darmverschluss vor. Schnell mit dem Hund zum Tierarzt oder in die Klinik!

Natürlich lassen Kosten Tierarzt und Klinik wenig attraktiv erscheinen, wenn Sie unsicher sind und der Hund sich ansonsten scheinbar gut fühlt. Doch ein Laie kann die Schwere der Erkrankung oft nicht beurteilen. Mit einer Hundekrankenversicherung sind Sie vor allen Eventualitäten geschützt. Sie trägt die Kosten für die Behandlung.

Sie sollten bei diesen Anzeichen den Tierarzt aufsuchen

  • schlechter Allgemeinzustand des Hundes
  • kurzes und häufiges Erbrechen
  • Hund erbricht Blut und/oder Kot
  • Hund hat deutliche Bauchschmerzen
  • Tier hat Fieber, atmet schnell
  • gesteigertes Durstempfinden, häufiges Urinieren
  • kein Urin absetzen möglich
  • Hund hat einen aufgeblähten Bauch
  • wirkt ausgetrocknet
  • rascher Gewichtsverlust in der vergangenen Zeit
  • zusätzlich neurologische Symptome wie Bewegungsstörungen oder verändertes Verhalten
  • blasse bis gelbe Schleimhäute
  • deutliche Anzeichen für das Verschlucken eines Fremdkörpers liegen vor

So diagnostiziert der Tierarzt, wenn Ihr Hund erbricht

Für die Diagnosestellung braucht der Tierarzt den Hund und Sie! Sie sollten auf dem Weg dorthin gut nachdenken: Was ist Ihnen in jüngster Zeit aufgefallen (falls Sie nicht direkt wissen, dass der Hund Gift gefressen oder einen Fremdkörper verschluckt hat)? Welche gesundheitlichen Auswirkungen sind erkennbar? Hat er sich anders verhalten, an Gewicht verloren, war aggressiv oder besonders desinteressiert? Der Tierarzt wird unter anderem die folgenden Maßnahmen einleiten:

  • Blutuntersuchung
    Handelt es sich nicht um einen Fremdkörper, wird das Blut untersucht. Rote und weiße Blutkörperchen, Nieren- und Zuckerwerte, Leberwerte, Tumormarker, Schilddrüse - diese und weitere Werte werden bestimmt und zur weiteren Abklärung analysiert.
  • Röntgen
    Bei Verdacht auf Darmverschluss kann zur Sicherung der Diagnose geröntgt werden. Darstellbar sind dabei auch Gas- oder Flüssigkeitsansammlungen in den Därmen oder in der Bauchhöhle.
  • Ultraschall
    Die Struktur der Organe kann mit einem Ultraschall besser dargestellt werden. Krebs und entzündliche Erkrankungen werden sichtbar.
  • Endoskopie
    Die Untersuchung wird unter Narkose durchgeführt und es können Speiseröhre und Darm „gespiegelt“ werden. Hierbei werden Entzündungen, Fremdkörper, Tumore und Geschwüre erkennbar.

So kann der Tierarzt den Hund behandeln

Meist kann ein akutes Erbrechen ohne Gabe von Medikamenten oder eine Operation behandelt werden. Dazu ist es wichtig, die ersten 12 bis 24 Stunden kein Futter zu reichen, damit sich der Magen-Darm-Trakt erst einmal beruhigen kann. Wasser muss aber immer zur Verfügung stehen! Beim Verschlucken eines Fremdkörpers kann die Erste Hilfe beim Hund so aussehen: Er wird an den Hinterbeinen (kleiner Hund) oder an der Brust (großer Hund) hochgenommen und vorsichtig geschüttelt. Oft löst sich ein Fremdkörper dabei bereits. Ist das nicht möglich, muss er mechanisch entfernt werden, sofern er noch in der Luft- oder Speiseröhre greifbar ist. Atmet der Hund nicht mehr, zählen Sekunden!

Lässt sich der Brechreiz durch Futterverzicht nicht beruhigen, wird der Tierarzt medikamentös behandeln (unter anderem mit Metoclopramid oder Maropitantum). Schlägt die Behandlung an, kann mit der vorsichtigen Gabe von Schonkost begonnen werden. Der Tierarzt wird zur möglichen Futterzusammenstellung beraten. Wichtig sind hierbei kleine Mahlzeiten, die dafür häufiger gegeben werden.

Geht es um eine Magendrehung beim Hund, einen Darmverschluss oder ein Geschwür, ist eine Operation meist der einzige Ausweg.

Sie haben Fragen oder Anregungen zum Thema? Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar!

Kommentare

Am 05.07.2020 schrieb Kirsten Rode

Nach Aussage der Tierärzte in unserem Bereich, können Tumormarker beim Hund nicht erhoben werden. Bitte überprüfen Sie Ihre Informationen. Danke

antworten
Am 06.07.2020 schrieb Kim Gerdesmeier

Hallo Kirsten,

vielen Dank für deinen Kommentar. Unseren Quellen nach können Tumormarker beim Hund durchaus erhoben werden. Das ist jedoch sehr kostspielig und wird daher eher selten gemacht. Laut unseren Infos gibt es sogar eine noch relativ neue und günstige Testmethode, den RECAF-Test. Dieser Test ermöglicht die Früherkennung von Krebs bei Hunden. Der Name des Tests bedeutet so viel wie „Rezeptor für AFP“ (Alpha-1-Fetoprotein) einem bekannten Tumormarker. Einige Tierärzte stehen diesem Test jedoch kritisch gegenüber und bisher arbeitet unseren Kenntnissen nach noch kein deutscher Veterinär mit der Firma, die den Test entwickelt hat, zusammen. Derzeit hat sich die Erhebung von Tumormarkern bei Hunden also noch nicht wirklich durchgesetzt. Möglich ist es aber.

Viele Grüße
Kim vom VS.-vergleichen-und-sparen.de-Team

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: