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Elementarversicherung: Was ist eine ZÜRS-Zone?

Überschwemmung

Dass die Elementarversicherung eine absolut unverzichtbare Ergänzung zur Gebäudeversicherung ist, sollte eigentlich jedem Hauseigentümer klar sein. Dennoch haben nur rund 40 Prozent aller Eigentümer ihren Wohntraum gegen das Risiko möglicher Überschwemmungen und Hochwasserschäden abgesichert. Liegt es etwa daran, dass nicht jedes Haus versicherbar ist? Nein, denn mehr als 99 Prozent aller Häuser lassen sich versichern. Dafür gibt es eine Einteilung in ZÜRS-Zonen. Was hat es damit auf sich?

Seit 2001 gibt es sogenannte ZÜRS-Zonen

Wasser ist eine der größten Gefahren für Häuser. Das gilt nicht nur für Schäden durch Rohrbrüche, sondern auch für Schäden, die durch Unwetter entstehen. Dazu gehören Starkregen und vor allem Überschwemmungen in Bereichen, wo es Flüsse oder Seen gibt. Wer jetzt eine Elementarversicherung zu seiner Gebäudeversicherung abschließt, muss aber deshalb keinen Gutachter in Anspruch nehmen, um die Risikosituation des eigenen Hauses bewerten zu lassen. Alle Häuser in Deutschland sind in ZÜRS-Zonen aufgeteilt. ZÜRS bedeutet Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Mithilfe von Hochwassergefahrenkarten und Wasserwirtschaftsämtern unterteilen die Versicherer Deutschland in vier Gefährdungszonen.

Wo ist der Versicherungsschutz völlig unproblematisch?

Die vier Gefährdungsklassen (GK) sagen aus, wie hoch das Risiko eines Hochwassers oder einer Überschwemmung ist:

  • GK1: nach derzeitigem Stand nicht von einem Hochwasser betroffen
  • GK2: seltener als alle 100 Jahre von einem Hochwasser betroffen
  • GK3: Ein Hochwasser alle 10 bis 100 Jahre
  • GK4: mindestens ein Hochwasser in 10 Jahren

Häuser, die in den Gefährdungsklassen GK1 und GK2 liegen, sind ohne Probleme versicherbar. Das sind 98,3 Prozent aller Gebäude. 1,1 Prozent aller Objekte befinden sich in der GK3, hier ist eine individuelle Prüfung notwendig, Lediglich 0,6 Prozent aller Häuser befinden sich in der höchsten Gefährdungsklasse. Doch auch hier finden sich noch Versicherungslösungen, allerdings unter Auflagen oder mit höheren Selbstbehalten.

Ist es wichtig zu wissen, in welcher ZÜRS-Zone mein Haus liegt?

Ja natürlich, weil in einer niedrigen ZÜRS-Zone auch die Beiträge zur Elementarversicherung günstiger ausfallen. Es gibt das Internetportal „Kompass Naturgefahren“, in dem bereits für einige Bundesländer die ZÜRS-Zone für alle Häuser einsehbar ist. Dazu gehören Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Unabhängig davon macht es natürlich für jeden Haueigentümer Sinn, sein Haus vor allem gegen das Risiko von Hochwasser und Überschwemmungen abzusichern.

Nebenbei, die Elementarversicherung greift ja nicht nur bei über die Ufer tretenden Gewässer. Starkregenfälle sorgen in vielen Fällen ebenfalls für massive Schäden und die können überall in Deutschland auftreten. Mal abgesehen davon, dass diese in den letzten Jahren immer häufiger vorkommen und in den nächsten Jahren hier auch kaum eine Änderung zum positiven eintreten wird. Daher sind die noch nicht versicherten Hauseigentümer gut beraten, den Versicherungsschutz für ihr Eigentum mal gründlich zu überprüfen.

Starkregenfälle können überall auftreten

Trotz des Wetterwandels und der damit verbundenen häufiger auftretenden Wetterphänomene reagieren die Bürger noch sehr gemächlich, was den Versicherungsschutz der Eigenheime angeht. 60 Prozent aller Häuser sind nicht gegen die Folgen von Starkregenfällen und Überschwemmungen mit der Elementarversicherung geschützt. Dass nicht allein über die Ufer tretende Gewässer ein Risiko sind, hat sich in Münster im Sommer 2014 gezeigt. Mit mehr als 250 Litern Regen pro Quadratmeter war das ein Wetterereignis, das so statistisch eigentlich nur alle 100 Jahre auftritt. Die Überschwemmung war also nicht die Folge eines ausgeuferten Gewässers, sondern von Starkregen. Zahlreiche Häuser waren durch vollgelaufene Keller davon betroffen. Ein großer Teil der Objekte war nicht gegen Elementargefahren versichert.

Ebenso können die Berliner ein Lied davon singen, wenn es um plötzliche Starkregenfälle geht. Ende Juni 2017 gingen dort an einem Tag 200 Liter Regen pro Quadratmeter runter – da kommt keine Kanalisation mehr mit. Entsprechend hoch waren die Schäden – auch an nicht versicherten Gebäuden.

Keine staatlichen Hilfen bei Starkregenfällen

Zieht sich nach einem Unwetter das Wasser zurück, dann ist das Entsetzen erst einmal groß: Viele betroffene Hauseigentümer sind nicht versichert und stellen fest, dass die Überschwemmung das eigene Haus schwer beschädigt hat oder es sogar abgerissen werden muss. Der Ruf nach Soforthilfen wird dann laut. Bisher haben Bund und Länder immer fleißig gezahlt. Das ist nun vorbei. Sachsen und Bayern ziehen ab 2019 die Bremse. Da sich private Hauseigentümer gegen das Risiko von Überschwemmungen mit der Elementarversicherung schützen können, müssen die Schäden auch nicht der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Mal abgesehen davon, dass solche Starkregenfälle künftig vermehrt auftreten werden.

Mehrere Bundesländer organisieren Kampagnen, um das Risikobewusstsein zu stärken. Zuletzt hat Schleswig-Holstein das Thema aufgegriffen. Kein Wunder, denn ausgerechnet im Land zwischen den Meeren sind deutschlandweit die wenigsten Häuser gegen das Risiko von Überschwemmungen geschützt. Dabei geht es nicht etwa um das Risiko einer Sturmflut, nein, vielmehr um die Starkregenfälle, die nun einmal überall auftreten können. Hier ist die einzig wirksame finanzielle Absicherung die Elementarversicherung. Im Übrigen ist auch Prävention angesagt: Das geht schon damit, dass Lichtschächte oder Kellerzugänge mit Aufkantungen geschützt werden und in Lichtschächte regendrucksichere Fenster eingebaut werden.