Wie gefährlich sind Eichenprozessionsspinner für Hunde?

Viele Raupen in einem Raupenkokon

Seit Ende Mai dieses Jahres hat sich besonders im Ruhrgebiet, Brandenburg, dem Osten Niedersachsens und Süddeutschland der Eichenprozessionsspinner auf vielen Bäumen niedergelassen. Fachdienste sind im Dauereinsatz, um der Plage Herr zu werden. Denn der Eichenprozessionsspinner ist mal nicht eben nur eine Raupenart, die einfach nur zum Schmetterling wird.

Das Problem bei diesen Raupen sind die feinen Brennhaare, die das Gift Thaumetopoein enthalten. Dadurch kommt es bei Berührung durch den Menschen und auch Hunden zu einer Raupendermatitis.

Warum sind Hunde durch die Eichenprozessionsspinner gefährdet?

Notfall in einer Tierarztpraxis: Ein Hund, der auffällig speichelt und Probleme mit dem Trinken hat, kommt zum Tierarzt. Durch eine eingehende Untersuchung stellt der Tierarzt fest, dass der Hund mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Kontakt geraten ist. Ein Teil der Zunge konnte nicht mehr gerettet werden – so intensiv wirkt das Gift bei Hunden. Hauptproblem: Die Brennhaare enthalten das Gift auch noch, nachdem sie sich vom Körper der Raupe gelöst haben. Überall dort, wo diese Nester und Föhren zu finden sind, können in der Umgebung die Brennhaare verteilt sein. Allein durch das Herumschnüffeln können Hunde damit also in Kontakt kommen.

Wo tritt der Eichenprozessionsspinner vorwiegend auf?

Ab dem dritten Larvenstadium enthalten die Brennhaare auf dem Rücken der Raupe das allergieauslösende Gift Thaumetopoein. Allein durch die Windbewegung brechen diese Haare ab und verteilen sich hunderte Meter weit. Wenn es längere Zeit trocken und warm ist, beginnt dieses kritische Larvenstadium. Das können auch Experten nicht genauer eingrenzen. In der Regel müssen wir ab Mitte Mai mit dem Befall von Eichenprozessionsspinnern rechnen. Durch den Klimawandel verschiebt sich dieser Zeitraum aber regelmäßig. So war der Juni dieses Jahres ungewöhnlich warm und hat natürlich das Wachstum dieser Raupen begünstigt. Dabei sind die Raupen vorwiegend an Eichenbäumen anzutreffen. Im Süden sind Bäume häufiger betroffen. Durch den Klimawandel zeigt sich aber, dass eine Zunahme auch im Norden Deutschlands zu beobachten ist.

Wie kommen Hunde mit dem Eichenprozessionsspinner in Kontakt?

Eichenprozessionsspinner am Baum

Hunde haben bei ihren Gassirunden einen ausgiebigen Entdeckerdrang. Klar, dass sie mit ihrer feinen Nase überall herumschnüffeln, wo es interessante Düfte gibt. Das kann in Bereichen, die vom Eichenprozessionsspinner betroffen sind, zu einer großen Gefahr werden. Wie der Name dieser Raupe schon sagt, setzt sie sich vielfach an Eichenbäumen fest. Allein das Schnüffeln im Eichenlaub reicht schon aus, dass es zu einer Kontaktvergiftung kommt. Die Brennhaare enthalten nach dem Absterben immer noch Gift. Befinden sich die Brennhaare nun auf dem Fell des Hundes, lösen diese einen Juckreiz aus, die ersten Anzeichen der äußerlichen Vergiftung. Der Hund leckt die betroffene Stelle und nimmt die Brennhaare nun über die Schleimhäute auf.

Was passiert, wenn Hunde mit den Brennhaaren in Kontakt kommen?

Tierärzte warnen vor dem Kontakt mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners. Die Brennhaare sind hochgiftig und lösen in vielen Fällen eine hochgradige allergische Reaktion aus. In diesem Fall schwellen Zunge und Lefzen stark an. Dem Hund fällt es schwer zu atmen. In solchen Fällen hilft nur noch kühlen. Deshalb empfehlen Tierärzte den Hundehaltern, dass sie etwas Wasser beim Gassi gehen dabei haben, um das Anschwellen zu verhindern. Danach muss der Hund sofort zum Tierarzt.

Auf welche Symptome müssen Sie bei Ihrem Hund achten?

Die allergische Reaktion auf die Brennhaare kann je nach Hund sehr unterschiedlich ausfallen. Kommt es zum Kontakt, so weist Ihr Hund punktuelle Hautrötungen auf. Dabei kommt es zu starkem Juckreiz und Brennen auf der Hautoberfläche. Zusätzlich entstehen in manchen Fällen Bläschen. Nimmt Ihr Hund die Brennhaare über den Fang auf, so führt das zu Reizungen an Schleimhäuten und im Rachenraum. Es kommt zu Atemproblemen. Dazu zeigen sich vereinzelt Symptome wie Schwindel, Fieber, Müdigkeit und auch Reizungen der Augen. Vor allem Schleimhäute können bei Kontakt mit dem Gift absterben.

Wenn Sie Symptome dieser Art feststellen, müssen Sie mit Ihrem Liebling in jedem Fall zum Tierarzt. Sicherlich können diese Symptome auch für andere Allergieformen stehen – das kann aber nur der Tierarzt sicher bestimmen. Durch die Hundekrankenversicherung werden die Kosten der tierärztlichen Behandlung übernommen. Sie brauchen also nicht das Kostenrisiko zu scheuen, Ihren Hund gründlich auf den Befall durch die Brennhaare untersuchen zu lassen.

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