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Der Streit um den ungewollten Deckakt

Zwei Hunde auf der Wiese

Für Züchter ist der ungewollte Deckakt schon ein kleiner Problemfall, wenn der Nachbarshund plötzlich die eigene Hündin deckt: Statt des geplanten Wurfes mit Rassewelpen kommt nun eine ganze Horde Mischlingshunde zur Welt.

Wie weit führt eine Schadenersatzforderung in diesem Fall? Kann die Hundehalterin auch für den entgangenen Gewinn Schadenersatz fordern? Das Landgericht Coburg musste sich mit einem solchen Rechtsstreit befassen, in einer mündlichen Verhandlung kam es zu einem Vergleich.

Wie kam es zu dem ungewollten Deckakt?

Beide Hundehalter, der des Rüden und die der Hündin wohnen im gleichen Ort. Der Rüde war schon bekannt dafür, dass er im Ort seine Runden zieht. Darauf wurde sein Herrchen bereits mehrfach von der Klägerin aufmerksam gemacht. Eines Tages gelangte der Mischlingsrüde auf das Grundstück der Klägerin und deckte ihre Hündin. Dadurch wurde die Hündin trächtig. Die Hundehalterin selber wollte in keinem Fall Mischlingswelpen haben. Durch den operativen Eingriff kam es zur Entfernung der Gebärmutter. Die Hündin konnte für die Zucht nicht mehr verwendet werden.

Die Klägerin erhob eine Schadensersatzklage über 16.000 Euro

Im Rahmen der Tierhalterhaftung sollte nun der beklagte Hundehalter für die Folgen des ungewollten Deckaktes haften. Die Klägerin forderte 16.000 Euro Schadensersatz. Sie rechnete vor, dass bei zwei bis drei Würfen pro Jahr sie einen Gewinn von über 15.000 Euro gehabt hätte. Hinzu kamen die Kosten für die Tierarztrechnung.

Das Landgericht Coburg gab der Klage in dieser Höhe nicht statt

Unbestritten ist, dass der Klägerin durch den ungewollten Deckakt ein Schaden entstanden ist. In der mündlichen Verhandlung des Landgerichtes Coburg einigten sich die Parteien gütlich darauf, dass der Halter des Rüden der Klägerin 500 Euro Schadensersatz zahlt. Damit sind alle Ansprüche abgegolten. Die Kosten des Verfahrens trug die Klägerin.

Die Hundehaftpflicht und der ungewollte Deckakt

Viele Hundehalter haben ihren Hund mit der Hundehaftpflichtversicherung abgesichert. Was aber kaum bekannt ist, dass auch der ungewollte Deckakt in der Hundehaftpflicht eingeschlossen ist. Informationen dazu finden Sie auch im Internet unter. Gerade in einem solchen Rechtsstreit zeigt sich, wie notwendig die Absicherung durch die Hundehaftpflicht ist. Hätten die Richter bei einer realistischen Forderung der Klägerin ein Urteil zu ihren Gunsten gesprochen, wären auf den Hundehalter wohlmöglich höhere Schadenersatzleistungen als die 500 Euro zugekommen. In einem solchen Fall ist es natürlich sinnvoll, wenn eine Hundehaftpflichtversicherung vorhanden ist und eine größere Schadenersatzforderung darüber abgewickelt werden kann.

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