Der Mops – stur, faul und verfressen?

Traurig guckender Mops

Bei kaum einem Hund gehen die Meinungen so weit auseinander wie beim Mops. Die einen lieben ihn – die anderen eher nicht. Mops-Kritiker bezeichnen ihn als tollpatschig und stur. Böse Zungen behaupten sogar, er sei verfressen und faul. Mops-Fans hingegen lieben sein drolliges und treues Wesen. Aber was steckt denn nun hinter den Vorurteilen?

Berühmte Mops-Fans

Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos! – Loriot

Loriot zählte zu den bekanntesten Mopsliebhabern. Doch nicht nur er war ein Verfechter des kleinen Hundes. Auch berühmte Persönlichkeiten wie Jessica Alba, Robin Williams, Kay One, Kim Fisher, Mandy Capristo und Mesut Özil machen bzw. machten keinen Hehl aus ihrer Leidenschaft für den Mops.

KleinerWelpe

Wieso mögen manche Menschen den Mops nicht?

Doch wie kommt es eigentlich, dass nicht jeder den kleinen Kerl gerne hat? Das hat vielerlei Gründe. Fangen wir einmal von vorne an. Der arme Mops: Schon sein Name macht es ihm nicht leicht, unter Hundehaltern ernst genommen zu werden. Mops reimt sich auf Klops, mopsig bedeutet laut Duden „dick, unförmig und klein“ und die Mehrzahl von Mops … nun gut, das ersparen wir uns an dieser Stelle ;-).

Mit seiner zu kurz geratenen Schnauze, seinen leicht glubschigen Augen und seinem Ringelschwänzchen entspricht der Mops zudem nicht gerade dem Alltagsbild eines Hundes. Dabei machen ihn gerade diese Attribute für viele Menschen so unglaublich niedlich. Wie heißt es doch immer: Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Zwei Mops-Welpen

Der Mops: 5 häufige Vorurteile

Als ob sein Name ihm das Leben nicht schon schwer genug macht, muss er sich noch gegen weitere Vorwürfe zur Wehr setzen. Gerne sage ich Ihnen, welche es sind und was dahinter steckt.

Vorurteil 1: Der Mops ist verfressen.

Nun gut, diesem Vorurteil können wir nicht wirklich viel entgegensetzen. Geben Sie dem Mops ein Leckerchen und er wird es fressen. Doch Moment: Geben Sie dem Beagle ein Leckerchen und er wird es fressen. Geben Sie dem Labrador Retriever ein Leckerchen und er wird es fressen. Geben Sie mir Schokolade und ich werde sie … ähm, nun ja ;-). Es stimmt also: Der Mops ist verfressen, ist damit aber bestimmt nicht allein im weiten Hundereich. Hinzu kommt, dass der Mops im Gegensatz zu vielen anderen Hunderassen von eher gedrungener Statur ist und somit ein paar Extrakilos schnell auftragen. So fällt seine Gefräßigkeit natürlich schneller auf als bei so manch anderem Vierbeiner!

Vorurteil 2: Der Mops ist faul.

Diese weit verbreitete Behauptung gilt es erst einmal zu beweisen. Ich denke eher, der Mops ist anpassungsfähig. Gehen Sie es selbst sehr gemütlich an, kuschelt er sich mit Sicherheit gerne zu Ihnen auf die Couch. Gehen Sie hingegen regelmäßig raus, wird er Ihnen auch auf stundenlangen Spaziergängen nicht von der Seite weichen. Denn eins ist der kleine Hund aus tiefstem Herzen: Der Mops ist treu!

Doch auch wenn der Mops gerne mit Ihren Kindern durch den Garten tobt oder sich mit anderen Hunden balgt: Suchen Sie einen Begleithund für Dauersportarten, zum Beispiel zum Fahrradfahren, dann ist er bestimmt nicht die geeignetste Wahl. Vor allem im Sommer sollten Sie den kleinen Vierbeiner nicht zu Höchstleistungen animieren. Bei heißem Wetter fällt es ihm schwer, seine Körpertemperatur über die oft zu kurz geratene Nase zu regulieren. Also bloß nicht hetzen, das könnte sonst tatsächlich ein böses Ende nehmen.

Mops im Wasser

Vorurteil 3: Der Mops kann nicht vernünftig atmen

Es lässt sich nicht leugnen: Möpse machen tatsächlich die absonderlichsten Geräusche. So manch ein Fußgänger hält inne, wenn er ein seltsames Grunzen und Schnaufen hört. Umso erleichterter ist er dann, wenn lediglich ein kleiner Mops um die Ecke biegt ;-). Doch einmal im Ernst: Der Mops hat einen breiten, runden Kopf mit einer sehr kurzen Schnauze bzw. Nase. Dieses Verhältnis von Kopfbreite zu Schnauzenlänge wird auch als das Brachycephale-Syndrom beschrieben. Rassen mit diesem Syndrom leiden häufiger als andere Hunde unter Atemproblemen. Das liegt zum einen an zu engen oder deformierten Nasenlöchern und Nasengängen, zum anderen an einem zu langen Gaumensegel. Dies ist übrigens auch der Grund, warum der Mops so häufig schnarcht.

Sollten Sie bei Ihrem Mops feststellen, dass er schwer atmet, lassen Sie ihn unbedingt frühzeitig untersuchen. Bei jungen Möpsen hilft es oft bereits, die Nasenlöcher zu erweitern und ihnen so die Atmung zu erleichtern. Möchten Sie sich einen Mops zulegen, suchen Sie bitte einen seriösen Züchter Ihres Vertrauens, dem es wichtiger ist, dass der Hund gesund ist, als dass er den geltenden Rassestandards entspricht. Ihr Hund soll schließlich gut Luft bekommen und nicht eine möglichst kurze Schnauze aufweisen, nur um irgendwelchen Regularien zu entsprechen … Darüber sollten Sie sich in Ruhe Gedanken machen.

Übrigens: Nicht jedes Grunzen beim Mops deutet gleich auf akute Atemnot hin. Häufig setzen die kleinen Hunde ihre Grunzfähigkeiten gezielt zur Kommunikation ein. Achten Sie einmal darauf!

Hund mit Halskragen

Vorurteil 4: Der Mops ist stur.

Der Mops ist stur. Das kann durchaus sein. Er hinterfragt gerne Ihre Anweisungen und schätzt ab: Muss ich oder muss ich nicht? Sie können aber durchaus mit Anreizen seine Sturheit durchbrechen. Die Motivation muss einfach nur hoch genug sein. Es ist wie im eigenen Leben, alles eine Frage von Einsatz und Nutzen. Ein weiteres Zauberwort heißt hier: Konsequenz! Lernt der Mops von Anfang an, dass er mit seiner Sturheit in bestimmten Situationen einfach nicht durchkommt, wird er das Verhalten vielleicht unterlassen … wenn Sie Glück haben ;-).

Hinzu kommt: Der Mops ist ein absolutes Herdentier. Er sieht sich gerne als vollwertiges Mitglied der Familie und hasst es, wenn er von etwas ausgeschlossen wird. Behandeln Sie ihn in seinen Augen unfair, wird er Ihnen dies zeigen. Er ist also nicht stur, sondern eher eine beleidigte Leberwurst. Sie müssen sich schon ins Zeug legen, um seine Gunst zurückzuerlangen. Überlegen Sie sich etwas. Doch bitte keine Leckerlis. Wie bereits gesagt neigt der Mops eh zu Übergewicht und sollte nicht „dick geliebt“ werden.

Vorurteil 5: Der Mops ist ein Modehund.

Viele Menschen denken, der Mops sei ein moderner Hund, der erst in den letzten Jahrzehnten gezüchtet wurde: ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich reicht die Geschichte des Mops über 2.000 (!) Jahre bis ins Kaiserreich China zurück . Einem Gerücht zufolge entführte ihn Dschingis Khan dort im 13. Jahrhundert und brachte ihn so mit nach Europa … hierfür gibt es jedoch keinerlei Belege.

Seit jeher erlebt der Mops immer mal wieder gesellschaftliche Hochphasen. Es gab sogar Zeiten, in denen er als Stilikone angesehen wurde. So lebte er bereits an königlichen Höfen und war generell ein Hund von Welt. Nicht umsonst ist er einer der am häufigsten abgebildeten Hunderassen – sei es auf der Leinwand oder auch als Porzellanfigur von Meissner. Der Mops ist demnach kein neuer und schon recht kein Mode-Hund, sondern erlebt vielmehr gerade erneut seine Renaissance.

Mops im Wald blickt hoch in die Kamera

Der Mops als Gewinner der Herzen

Wie Sie sehen, ist ein Teil der Vorurteile berechtigt, ein anderer wiederum nicht. Kritiker sollten jedoch nicht zu hart mit dem familienfreundlichen Hund ins Gericht gehen. Mit seiner fröhlichen, intelligenten und charmanten Art hat er bereits viele Herzen für sich gewonnen. Vielleicht ja auch bald Ihres? Denn auch ich muss mittlerweile zugeben, dass ich dem Charme des kleinen Kerls nicht widerstehen kann :-).

Als Mopsbesitzer sollten Sie trotzdem immer genug Humor mitbringen, um etwaige Sprüche über Möpse unbeschadet zu überstehen. Wenn Sie dazu bereit sind, außerdem über sein verfressenes, stures Verhalten hinwegsehen können und Sie mögliche Grunzgeräusche nicht stören: Dann wird Sie ein Mops nicht enttäuschen. Er ist ein absolut treuer Hund, der Ihnen Ihre Liebe um ein Vielfaches zurückgeben wird!

Ein Mopsgedicht

Für alle, die noch nicht genug von Möpsen haben, hier zum Abschluss noch ein Gedicht von James Krüss:

Der Mops von Fräulein Lunden
War eines Tags verschwunden.
Sie pflegte – muss man wissen –
Tagtäglich ihn zu küssen.

Das hat dem Mops wie allen,
Die ehrlich sind, missfallen.
Der Küsse überdrüssig,
Ward unser Möpschen bissig.
Er stritt mit allen Hunden
Und selbst mit Fräulein Lunden.

Und gestern oder heute
Entfloh er, liebe Leute.
Er floh vor Kuss und Schleifen.
Man kann den Mops begreifen.
Denn Schleifen sind ihm schnuppe.
Ein Mops ist keine Puppe.
Dem Mops sind Küsse Qual,
So lautet die Moral.

James Krüss

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