Der Hund im Bett – was spricht dagegen

Keine Frage: Der Hund ist und bleibt der beste Freund des Menschen. Zumindest tagsüber schätzen wir seine Gesellschaft. Bei nächtlichen Kuscheleinheiten aber scheiden sich die Geister.

Die einen können auch im Schlaf nicht auf ihren Liebling verzichten. Die anderen erklären ihr Schlafgemach strikt zur hundefreien Zone. Doch was denn nun? Darf Ihr Hund mit ins Bett?

Contra #1 – das Krankheitsrisiko

Haben Sie schon einmal von Zoonose gehört? Klingt abschreckend? Das ist es auch. Hinter dem abstrakten Begriff verbergen sich Infektionskrankheiten, die das Tier an den Mensch weitergibt. Und davon gibt es nicht einmal wenig. Experten gehen von 200 verschiedenen Krankheiten aus.

Hund kuschelt mit einem Teddybären

 

Doch keine Sorge: Beängstigende Krankheiten wie Maul- und Klauenseuche, Ebola oder Affenpocken kann Ihnen Ihr pelziger bester Freund nicht anhängen. Trotzdem ist beim nächtlichen Kuschelkurs Vorsicht geboten. Selbst das reinlichste Haustier schleppt so manche Gefahr mit in Ihr Schlafzimmer. Liebend gern machen es sich Parasiten wie Flöhe, Würmer oder Zecken in seinem Fell gemütlich. Und diese bringen gesundheitliche Gefahren ins Haus.

Von Allergien bis Borreliose

Eine der größte unsichtbaren Gefahren ist Borreliose. Meist steckt ein Zeckenbiss hinter der Erkrankung. Wenn Sie Glück haben, bekommen Sie gar nichts von der Borreliose mit. Doch dies ist nicht immer der Fall: Manchmal bringt die Krankheit auch Hautrötungen, Schwellungen, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder gar Lähmungen mit sich.

Auch Allergien sind durch den engen Kontakt möglich. Wachen Sie morgens mit brennenden oder juckenden Augen, Schnupfen und Atemnot auf, könnte das an Ihrem flauschigen Schlafgefährten liegen.

Contra #2 – die Hygiene

Für Hunde ist die Natur ein einziger Abenteuerspielplatz. Wiesen und Felder verwandeln sich in Rennstrecken. Wälder werden zu grenzenlosen Schatztruhen. Seen und Flüsse sind der perfekte Swimmingpool für eine Erfrischung zwischendurch. Doch die ausgedehnten Erkundungstouren hinterlassen auch ihre Spuren. Fell und Pfoten nehmen schmutzige Andenken an den letzten Freigang mit nach Hause – bis auf die Matratze.

Von Gras bis Kot

Wachen Sie am nächsten Morgen neben Ihrer Fellnase auf, erleben Sie eine böse Überraschung: Die ganze Bettwäsche ist voller Haare und Schmutz. Erdreste, Tannennadeln und Gras übersäen das Laken. Ein appetitlicher Start in den Tag sieht anders aus. Ruck, zuck landet die Bettwäsche in der Waschmaschine. Am nächsten Morgen bietet sich Ihnen derselbe wüste Anblick – wieder ein Fall für die Waschmaschine. Ist Ihnen das nächtliche Kuscheln den Aufwand wert?

Nicht aber nur Schmutz und Fell lässt Ihr Hund zurück. Auch Kot- und Pipireste mischen sich darunter. Gerade bei älteren Haustieren häufen sich die unangenehmen Überraschungen. Oft haben sie ihre Blase nicht mehr unter Kontrolle.

Contra #3 – die Nachtruhe

Ein schnarchender Bello, ein nachtaktiver Waldi oder ein schwer atmender Bruno bringen Sie leicht um den Schlaf. Mal geht der Liebling im Traum auf Wanderschaft. Mal hat er Sehnsucht nach Ihnen und macht es sich auf Ihrem Bauch bequem. Mal hat er seinen nächtlichen Geräuschpegel nicht im Griff.

Besonders schwer trifft es Frauchen und Herrchen mit leichtem Schlaf. Beim kleinsten Geräusch oder der kleinsten Bewegung wachen sie auf. Das ist der Beginn einer langen schlaflosen Nacht.

Contra #4 – die falsche Rangordnung

Sie sind zwar der beste Freund Ihres Hundes, aber nicht sein Hunde-Kumpel. Sie stehen über ihm und geben den Ton an – im Idealfall. Kommt Ihr flauschiger Liebling aber nachts zu Ihnen, kann sich das schlagartig ändern. Plötzlich sieht sich das Tier auf Augenhöhe mit dem Menschen. Nach und nach verliert es den Respekt vor Ihnen. Schlimmstenfalls gehorcht es Ihnen nicht mehr. Kommandos wie „Sitz“ oder „Bring“ lassen es kalt.

Wo bleibt der Partner?

Für andere Personen bleibt da oft kein Platz – insbesondere nicht für den Partner. Ihr Hund sieht ihn als Konkurrenten, dem er das Leben schwer machen will. Schlimmstenfalls entwickelt er Aggressionen gegen den „Störenfried“ an Ihrer Bettseite. Mit Knurren, Bellen und sogar Beißen versucht er, den Eindringling auszuschalten. Zum Trotz belagert er gerne die halbe Matratze für sich.

Contra #5 – wenn der Hund zum Mensch wird

Manche Lieblinge bekommen Gourmet-Mahlzeiten aus dem Feinkostladen im Hundenapf serviert. Manche haben ihre eigene Modekollektion – vom Regenmäntelchen bis zum luftigen Frühlingsoutfit. Manche haben sogar ihr eigenes kleines Kinder- bzw. Hundezimmer mit jeder Menge Spielzeug. Kein Wunder, dass viele Frauchen und Herrchen glatt vergessen, dass sie es mit einem Tier zu tun haben.

Klare Grenzen statt Vermenschlichung

Vermenschlichung“ nennen Psychologen dieses Phänomen. Der Hund verliert seinen Haustierstatus. Er wird zum Kind- oder Partnerersatz. So versteht es sich von selbst, dass er auch neben seinem Besitzer schlummern darf.

Psychologe Rainer Wohlfarth, Vorstand der Europäischen Gesellschaft für tiergestützte Therapie, warnt vor der Vermenschlichung des Hundes. „Wenn wir unser Tier mehr und mehr als Mensch sehen und es auch so behandeln, zeugt das von ungesunder Tierliebe.“ Der Experte empfiehlt klare räumliche Grenzen zwischen Mensch und Hund. Auf der Matratze hat der beste Freund nichts zu suchen – bestenfalls im Hundekörbchen daneben.

Keine Hunde im Babybett

Ein absolutes No-Go ist das Kinder- oder Babybett – so Expertin Lea Schmitz vom Deutschen Tierbund. Das Verletzungsrisiko ist zu hoch – vor allem bei Kleinkindern. Der zierliche Körper ist dem Gewicht des Tieres oft noch nicht gewachsen.

VS.-Tipp: Egal, ob Ihr Vierbeiner Personen-, Sach- oder Vermögensschäden im Schlafzimmer verursacht, mit der Hundehaftpflichtversicherung sind Sie auf der sicheren Seite. Ein beruhigendes Gefühl!

Hunde als Schlafpartner – was spricht dafür?

Pro #1 – Nähe und Geborgenheit

Hunde sind keine geeigneten Schlafpartner? Ein Irrtum. Laut einer aktuellen Studie ist der beste Freund des Menschen auch im Schlafzimmer erwünscht. 150 Menschen nahmen an der Umfrage teil. Die zentrale Frage: Lassen Sie Ihr Haustier bei sich schlafen?

Rund 56 % antworteten mit Ja. Doch nur 20 % beklagten sich über unruhige Nächte neben ihrem tierischen Schlafgenossen. Im Gegenteil: Ganze 42 % können in der tierischen Gesellschaft besser schlafen. Der Vierbeiner schenkt ihnen Ruhe und Geborgenheit.

Pro #2 – ideal für Singles

Einer Zielgruppe tut die nächtliche Zuneigung besonders gut – Singles. Mit einem Hund an ihrer Bettseite fühlen sie sich weniger einsam und unruhig. Außerdem kuscheln sie mehr. Mit Singles sind aber nicht nur Alleinstehende gemeint. Auch Menschen in Fernbeziehungen oder mit unregelmäßigen Arbeitszeiten, die oft alleine schlafen müssen, fühlen sich in der Gesellschaft des Tieres rundum wohl.

Pro #3 – engere Bindung zwischen Mensch und Tier

Der Hund ist ein Rudeltier. Er braucht Zuneigung – auch in der Nacht. Nicht ohne Grund schlafen Wildhunde Seite an Seite. So schützen und wärmen sie sich gegenseitig. Verständlich, dass Ihr Vierbeiner auch die Nähe zu Ihnen sucht. Verwehren Sie ihm dieses Bedürfnis, leidet womöglich Ihre Mensch-Tier-Beziehung.

Hat Ihr Hund keinen Zugang zum Schlafzimmer, fühlt er sich schnell ausgegrenzt. Sein Ego scheint gekränkt. Oftmals entwickeln zurückgewiesene Tier sogar Verhaltensauffälligkeiten wie extreme Ängste, übertriebene Aggressionen oder ständiges Bellen und Knurren. Dies gilt vor allem für Einzelhunde. Haben Sie nur eine Fellnase bei Ihnen zu Hause, braucht sie noch mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung.

Gleichberechtigung bei mehreren Hunden

Bei mehreren Hunden löst sich das Problem oft von selbst. Sie verbringen die Nächte zusammen. Doch Vorsicht: Bevorzugen Sie keinen Ihrer Vierbeiner. Wählen Sie nur einen als Schlafgenossen aus, fühlen sich die anderen benachteiligt. Angst, Wut, Aggression und Unverständnis machen sich breit.

Fazit: Darf der Hund ins Bett?

Wie Sie sehen, halten sich Pro & Contra die Waage. Es liegt also in Ihrem Ermessen, ob Sie Ihren Hund bei sich schlafen lassen sollten. Wenn Sie einfach liebend gerne mit Ihrem Hund in einem Bett schlafen und gut damit zurechtkommen, dann belassen Sie es einfach dabei. Haben Sie jedoch Probleme mit der Autorität, denken Sie daran, dass es vielleicht daran liegt, dass Ihr Hund bei Ihnen im Bett schläft. Dasselbe gilt dafür, wenn Sie schlecht schlafen. Dann raus mit der Fellnase ins Körbchen. Denn ein ausgeschlafenes Herrchen oder Frauchen, das bereit ist für ausgiebige Spaziergänge ist für den Hund selbst mehr wert als der Platz im Bett.

Der ideale Schlafplatz für den Hund

Denken Sie daran, dass Hunde auch tagsüber schlafen. Selbst wenn Ihr Hund abends zu Ihnen ins Bett darf, sollten Sie ihm einen zusätzlichen Schlafplatz für zwischendurch einrichten.

Tipps für den idealen Schlafplatz:

  • ruhiger, aber nicht abgeschiedener Rückzugsort (z. B. gut abgeschottete Wohnzimmerecke)
  • genug Bewegungsfreiheit (der gesamte Hundekörper passt in den Korb)
  • gut geschützt vor Hitze und Zugluft (nicht direkt neben der Heizung oder dem Fenster)
  • nicht in der Nähe des Futterplatzes (es ist Schlafens-, nicht Essenszeit)

Warum sind Hunde eigentlich so verschlafen?

Erst vor zwei Stunden ist Ihr Liebling aufgewacht und schon wieder reibt er sich die Augen. Er kann doch nicht schon wieder müde sein? Sie täuschen sich. An Ausdrücken wie „hundemüde sein“ ist schließlich etwas dran.

Während Sie sich nach sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht fit fühlen, braucht Ihr Vierbeiner deutlich längere Ruhezeiten. Erschrecken Sie nicht: Ein erwachsener Hund ruht zwischen 17 und 20 Stunden am Tag. Welpen sowie kranke und ältere Hunde benötigen sogar bis zu 20 und 22 Stunden Ruhe pro Tag. Ganz schön viel? Definitiv, allerdings zählt zu den empfohlenen Ruhezeiten nicht nur der Tierschlaf an sich. Auch diese Ruhephasen gehören dazu:

  • Dösen: Auf den ersten Blick schläft Ihr Hund. Auf den zweiten Blick aber döst er nur vor sich hin. Zwar hält er sich ruhig und schließt die Augen, seine Umgebung lässt er aber nicht aus dem Blick. Er weiß genau, wo Sie sich gerade befinden.
  • Ausruhen: Beim Regenerieren sind die Augen nicht immer geschlossen. Manchmal liegt Ihr bester Freund einfach nur entspannt da, ruht sich aus oder kuschelt mit Ihnen.
  • Tierschlaf: Dösen und Ausruhen ist schön und gut. Doch genau wie der Mensch braucht auch der Hund richtigen Schlaf, sogenannten Tierschlaf. Der Körper kommt zur Ruhe, füllt seine erschöpften Energiespeicher auf und verarbeitet die Erlebnisse des Tages. Insgesamt deckt der Tierschlaf aber nur 20 % des gesamten Ruhebedürfnisses ab.

So erkennen Sie Schlafmangel bei Hunden

Leider können Sie Ihren Hund nicht einfach nach seiner letzten Nachtruhe fragen. Doch Sie können auf diese Symptome achten:

  • Ihr Vierbeiner wirkt aufgeregt, unruhig und überdreht.
  • Er wirkt leicht reizbar. Kleinste Geräusche bringen ihn aus dem Gleichgewicht.
  • Er ist anfälliger für Hundekrankheiten.
  • Seine Konzentration und motorischen Fähigkeiten wirken verzögert.

Helfen Sie der Erholung auf die Sprünge

Hunde sind viel zu neugierig, um ihr tägliches Schlafpensum von allein einzuhalten. Helfen Sie Ihrem Liebling dabei. Gerade Welpen brauchen Unterstützung. Sie müssen erst ein Gefühl für Ihre Ruhezeiten entwickeln. Anfangs müssen Sie sich sogar zusammen mit dem Kleinen hinlegen.

Zieht sich Ihr Hund an seinen Schlafplatz zurück, will er nicht gestört werden. Tun Sie ihm den Gefallen. Unternehmen Sie keine Spiel- und Beschäftigungsversuche, locken Sie ihn nicht mit Leckerlis und vermeiden Sie unnötigen Lärm.

Schaffen Sie einen gleichmäßigen Rhythmus. Fressen, Spielen und Ausruhen finden im Idealfall immer zur selben Zeit statt. So kann sich Ihr Hund schneller an die Reihenfolge gewöhnen.

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Hund liegt auf dem Boden

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