Am Weihnachtsbaume die Zweige brennen…

Lichterkette

Eigentlich heißt es ja „… die Lichter brennen.“ Wissen wir. Aber in der Adventszeit sieht es eher so aus, als wenn durch Lichterketten am Baum das Wohnzimmer nicht im Lichterschein, sondern in manchen Fällen im Flammenschein erhellt wird.

Gut, echte Kerzen verwendet heutzutage wegen Gründen der Brandgefahr kaum noch jemand. Aber selbst mit Lichterketten können Sie schwerwiegende Fehler begehen, die zu einem Feuer führen. In Verbindung mit einem pulvertrockenen Weihnachtsbaum wird das zu einer mittelschweren Katastrophe.

Familie unter Dach

Der Baum ist geschmückt und dann kommt das Ahhh

Kennen Sie den Film „Schöne Bescherung“ mit Chevy Chase? Familienvater Griswold hat sein Haus mit 100 Lichterketten mit je 250 Birnen dekoriert. Als er den Stecker aller zusammengesteckten Lichterketten anschließt, rotieren im Kraftwerk des Ortes die Stromzähler. Klar, das ist natürlich etwas übertrieben. Aber dennoch nutzen viele Hausbewohner gerade jetzt zur Weihnachtszeit das Maximum an Mehrfachsteckern, um das Haus im weihnachtlichen Glanze erstrahlen zu lassen. Generell gilt: Mehrfachstecker haben durchaus ihre Grenzen. Das fängt schon damit an, wenn die zulässige Wattzahl überschritten wird. Diese ist zumeist auf der Rückseite oder in der Nähe des Kippschalters angegeben und beträgt in der Regel etwa 3.500 Watt. Wird die Wattzahl überschritten, kann es zu einer Überhitzung kommen, die im Extremfall wiederum zu einem Brand führt.

Zuwenig Steckdosen und  zu viele Lichterketten

Groß muss der Baum sein und hell erleuchtet. Genug Lichterketten sind vorhanden. Dumm nur, dass ausgerechnet an der Stelle, wo die Tanne im Wohnzimmer steht, nur eine Steckdose vorhanden ist. Also flux einen Mehrfachstecker an die Steckdose angeschlossen und der Zweite direkt an den Ersten dran gemacht. Jetzt stehen zwar mehr Stecker zur Verfügung, nützt aber trotzdem nichts. Die Überlastung der ersten Steckdose können Sie damit jedenfalls nicht umschiffen. Die Belastungsgrenze bleibt bestehen. Schließen Sie jetzt noch einen dritten Mehrfachstecker an, um besser die Lichterketten am Baum verteilen zu können, dann ist der Kabelbrand quasi schon vorprogrammiert. Sicher, bei Überlastung fliegt auch die Sicherung raus. Das hat aber keine schützende Wirkung mehr, wenn einer der Mehrfachstecker aufgrund der Wärmeentwicklung bereits zu schmoren beginnt.

Steckerleiste

Alte Lichterketten verbrauchen jede Menge Energie

Haben Sie auch noch ein Sammelsurium von Lichterketten, bei denen sich noch die einzelnen Birnen austauschen lassen? Dann haben Sie da eine Menge kleiner Energiefresser, die zudem auch noch gefährlich sein können. Alte Lichterketten erzeugen nämlich jede Menge Wärme. Hängen Sie davon drei, vier Stück in den Baum, dann wirkt das schon fast wie eine kleine Heizung. Mal abgesehen davon, dass diese Lichterketten mächtig Strom ziehen. Unsere Empfehlung als Alternative: LED. Der lästige Birnentausch entfällt durch die Langlebigkeit der LED-Birnen. Der Energieverbrauch ist um etwa 90 Prozent niedriger und eine Überhitzung ist ausgeschlossen. Achten Sie aber darauf, dass die Lichterketten die gängigen Prüfsiegel wie CE, VdS oder GS haben. Einer Lichterkette aus Fernost würde ich hier nicht das größte Vertrauen schenken.

Wie können Sie Brände in der Adventzeit vermeiden?

Es ist relativ einfach, Weihnachten unbeschadet zu überstehen – zumindest, was die Brandgefahr betrifft. Zuerst einmal gehört der Weihnachtsbaum in einen wassergefüllten Ständer. So trocknet dieser weniger schnell aus und ist nicht so anfällig für die Hitzeeinwirkung durch massiven Lichterkettenbehang. Ein Feuerlöscher gehört ebenfalls in die Nähe. Kann ja immer mal was sein. Schalten Sie alle Lichter aus, wenn Sie das Haus verlassen. Ebenso gilt in der Küche: Bleiben Sie immer in der Nähe der köchelnden Töpfe. Nicht, dass sich auf einmal ein Fettbrand entwickelt und dann die Küche in Flammen steht. Passiert doch mal etwas mit einem der Töpfe oder Pfannen: Niemals mit Wasser löschen. Einfach einen Deckel oder ein nasses Handtuch drauflegen. Es passiert Ihnen dabei nichts. Im Gegenteil, kippen Sie ordentlich Wasser drauf, kommt es zu der berüchtigten Fettexplosion und dann ist Weihnachten garantiert gelaufen.

Feuer in der Küche

Unser Tipp: Niemals auf die Hausratversicherung verzichten. In der Adventszeit kommt es am häufigsten zu Wohnungsbränden. Nicht selten sind am Tag danach Spendenaufrufe zugunsten der Betroffenen in der lokalen Presse zu lesen. Einfach, weil die Hausratversicherung nicht so wichtig war. Eine Hauseinrichtung für mehr als 50.000 Euro neu zu beschaffen –  das ist ohne Hausratversicherung blanke Utopie.

Familie im Wald

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