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Welche Bräuche bescheren Ihnen beim Hausbau Glück und Segen?

Richtfest

Ein Haus zu bauen ist eine riesige Herausforderung und viele Menschen machen das auch nur einmal im Leben: Das Haus soll nicht nur ein Heim sein und Geborgenheit bieten,sondern Ihnen als sichere Altersvorsorge dienen. Kein Wunder, dass durch so manchen Brauch die guten Geister beschworen werden, damit der Wettergott mitspielt, die Handwerker spuren und zum Schluss alles zeitgerecht fertig wird.

Eine Schüppe Glück für Ihr Bauvorhaben - mit diesen Bräuchen klappts noch besser!

Mit der Grundsteinlegung beginnt symbolisch die Bauphase

Eigentlich ist die Grundsteinlegung ein symbolischer Akt, der vor allem bei öffentlichen Gebäuden unter Mitwirkung der Bevölkerung gefeiert wird. Diese Grundsteinlegung können Sie natürlich auch für Ihre private Baustelle feiern. Sie soll an das Baujahr Ihres Hauses erinnern, daher wird der Grundstein auch an einer Seite des Hauses eingesetzt, wo er sichtbar ist. Der Grundstein ist hohl, darin werden zum Beispiel Münzen, persönliche Gegenstände und auch eine Tageszeitung hineingelegt. Vor allem die persönlichen Dinge sollen dem Bauherrn und seiner Familie ein Leben lang Glück bringen. Bei der Grundsteinlegung schlägt der Bauherr mit einem Hammer symbolisch auf den Stein geschlagen. Der Bauunternehmer kann dazu auch eine Urkunde aushändigen, die Sie im Haus aufhängen und Sie immer an diese schöne Stunden erinnern soll.

Der Spatenstich als Alternative zur Grundsteinlegung

Wenn die Bagger anrollen, um das Erdreich für den Keller auszuheben, hat der erste Spatenstich nicht mehr den Charme vergangener Tage. Früher musste der Bauherr noch selbst zu Schaufel und Spaten greifen. Wie auch bei der Grundsteinlegung hat der Spatenstich vorwiegend bei öffentlichen Gebäuden Symbolcharakter, aber warum sollten Sie das als privater Bauherr nicht auch zelebrieren? Es ist ein schöner Akt, bei dem unter Umständen auch die Maurer oder Zimmerleute eingeladen werden können, um sie auf das gemeinsame Projekt einzuschwören.

Die Münze in der Bodenplatte

Münzen spielen bei vielen Bräuchen eine wichtige Rolle, so auch beim Hausbau. Das Fundament oder besser gesagt die Bodenplatte ist die Basis für das gesamte Haus. Das soll nach der Fertigstellung immer ein Hort der Geborgenheit sein und auch in stürmischen Zeiten den Wettergewalten trotzen. Daher verewigen viele Hausbauer im frischen Zement ihrer Bodenplatte ein paar Münzen, die dem Hausbesitzer Reichtum und Glück bringen sollen. Dazu kann der Betonbauer die Bodenplatte segnen. Alternativ können Sie und Ihre Familie sich dort auch mit Hand- oder Fußabdrücken verewigen.

Das Richtfest als Brauch der Bräuche

Die Grundmauern stehen, der Dachstuhl steht kurz vor der Fertigstellung. Dieser Zeitpunkt wird von so gut wie allen Häuslebauern ausgiebig gefeiert, denn ein wichtiger Schritt ist nun getan. Es ist zwar nur ein Brauch, aber dennoch tun Sie gut daran, diesen auch wahrzunehmen. Ein unwirtlicher Bauherr, der darauf verzichtet, bekommt von den Zimmerleuten nämlich auch einen Richtkranz: allerdings bestehend aus einem alten Besenstiel und alten Heringen. Das sagt schon deutlich aus, wie die Handwerker dann über Sie denken. Also besser ein ordentliches Zeremoniell veranstalten, das nach einer festgelegten Reihenfolge vollzogen wird:

  • Alle Handwerker, der Architekt und Helfer werden eingeladen.
  • Der Zimmermann schlägt auf dem Dachstuhl den letzten Nagel ein.
  • Der Richtkranz wird am Dachstuhl befestigt.
  • Es erfolgt die Rede des Zimmermanns mit einer Danksagung an Handwerker und Architekt.
  • Die Bauherren werden beglückwünscht.
  • Mit einem Gläschen Schnaps stoßen alle zusammen an.
  • Anschließen werfen alle die Gläser auf den Boden.

Der letzte Punkt ist übrigens sehr wichtig. Nur wenn das Glas beim Aufprall zerspringt, dann stehen der weitere Hausbau und auch das fertige Haus immer unter einem guten Stern. Wenn es beim ersten Trinken noch nicht klappt, dann einfach noch ein Schnäpschen nachlegen.

Etwas Individuelles: Die Hausinschrift

Bei vielen alten Häusern und auch im süddeutschen Raum ist es häufig zu sehen: Inschriften im Hausgiebel, über der Haustür und an der Fassade. Mit diesen kunstvollen Inschriften haben früher die Hauseigentümer darum gebeten, dass Gott ihr Haus schützen möge. Vielfach ist auf den Häusern auch der heilige St. Florian zu sehen, der Schutzheilige der Feuerwehr. Häufig gepaart mit dem Spruch: „Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd‘ andere an.“

Auf jeden Fall drückt solch eine Hausinschrift auch ein Stück weit Individualität aus und bringt dem Hausherrn und seiner Familie den Segen für das Haus.

Zum Schluss kommt die Hauseinweihung

Wenn endlich alles fertig gestellt ist, dann stehen der Einzug und die Hauseinweihung an. Selbstverständlich werden dazu Freunde, Helfer und auch die beteiligten Handwerker eingeladen. Früher haben die Bewohner das Haus geweiht und beräuchert, heute bringen die Gäste Brot und Salz mit. Diese Gaben symbolisieren Gemeinschaft, Sesshaftigkeit und Wohlstand. Hier schwingen zum Teil auch biblische Aspekte mit. Jesus sagte zu seiner Zeit: „Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern.“ Für Hauseigentümer ist das natürlich nicht unbedeutend in Anbetracht einer Finanzierung, die hinter dem Hausbau steht. Das Salz steht als Symbol der Beständigkeit, nämlich aus dem Evangelium nach Matthäus: „Ihr seid das Salz der Erde“, das ist ein Teil aus der Bergpredigt und schließt an die Seligpreisungen an.