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Berauschend und betörend - Katzenminze als Rauschmittel für die Miez

Viele von euch werden schon Erfahrungen mit Katzenminze gemacht haben. Das Internet ist voll von Miezen die „drauf“ sind. Die euphorisierende Wirkung auf unsere Stubentiger wird in unzähligen Youtube-Videos festgehalten. Lustig anzusehen sind die kätzischen Reaktionen auf das Halluzinogen auf jeden Fall. Aber hat das Ganze auch wirklich keine negativen Auswirkungen? Kann die Katze davon abhängig werden? Ist Katzenminze vielleicht sogar gefährlich? Immerhin handelt es sich dabei um einen wahrnehmungsverändernden Wirkstoff.

Was Katzen anmacht – Lustvolle Katzenparty mit Katzenminze

Katze isst Minze

Während etwa bei der Hälfte aller Stubentiger die Katzenminze (auch (engl.) Catnip genannt) gar keinen Effekt hat, ist die Reaktionspalette einer, für den Inhaltsstoff Nepetalacton empfänglichen Katze, breit gefächert. Reagieren drei meiner vier Rabauken nur „leicht“ auf die Katzenminze, indem sie sich auf damit präpariertem Spielzeug wälzen und mit dem Kopf daran reiben, scheint das Kraut bei Katze Nummer Vier ein wahres Rausch-Feuerwerk auszulösen. Etwa alle zwei Wochen bekommt mein Kater Ivan Besuch von Ente Paula – ein gelbes Plüschtier hinter dessen Klettverschlussbauch etwas Katzenminze versteckt ist.

Von der ersten Sekunde an beginnt Ivan die Ente unter gurrenden Lauten eifrig abzulecken. Hingebungsvoll knutscht und bearbeitet der Kater sein Catnip-Spielzeug mit den Zähnen bis es fast zerfetzt ist. Plötzlich springt er auf, rennt einmal quer durch die Bude nur um wieder zu Paula zurückzukehren und sich ekstatisch mit seinem ganzen Körper an ihr zu reiben. Nach zehn Minuten lässt der Kater stoned von der „Droge“ ab. Von einer Minute auf die andere hat er kein Interesse mehr an der Ente und lässt sie wie eine verschmähte Liebhaberin einfach liegen.

In Maßen hat Katzenminze viele Vorteile

Stresslösend: Die Minze kann bei ängstlichen, nervösen oder gestressten Tieren eine entspannende, beruhigende Wirkung haben. Ein wenig Katzenminze in die Transportbox gegeben, hat die eine oder andere Mieze schon freiwillig hereingehen lassen und der Besuch beim Tierarzt war nur halb so schlimm. Auch durch einen Umzug bedingter Stress oder wenn ihr für einen längeren Zeitraum die Handwerker im Haus habt, kann Katzenminze Wunder wirken.

Pimp up the Kratzbaum: Auch ein Kratzbaum, der aus unerfindlichen Gründen vom Stubentiger ignoriert wird, kann mit einer Prise Catnip attraktiver gestaltet werden.

Aktivitätssteigerung: Mit der Unterstützung von Katzenminze gefülltem Spielzeug lässt sich bei einigen Miezen der Spieltrieb wecken. Stubentiger, die eher zur gemütlichen Sorte gehören, können so zu mehr Aktivität bewegt werden.

Katzenminze ist nicht giftig: Die Form, in der Katzenminze im Zoofachhandel im Spielzeug oder als Pflanze selbst angeboten wird, schadet euren Katzen nicht. Das Kraut macht auch nicht abhängig und eure Stubentiger haben davon keinerlei schädigende Folgen.

Vorsichtig sein solltet ihr bei der Auswahl des Catnip-Spielzeugs trotzdem: Je nach Qualität des Spielzeugs, kann das Füllmaterial bei Verzehr zu einem Darmverschluss eure Katze führen, wenn sie das Spielzeug voller Elan und Euphorie zerbeißt. Also achtet auf hochwertiges Material und lasst eure Mieze nur unter Aufsicht damit spielen.

Auch wenn Katzenminze unseren Miezen grundsätzlich nicht schadet, solltet ihr verantwortungsvoll mit dem Kraut umgehen und folgende Punkte beachten:

  • Katzenminze solltet ihr nur verwenden, wenn eure Katze gesund ist.
  • Nicht öfter als 1 x die Woche anbieten, sonst kann eine Gewöhnung eurer Mieze an den Wirkstoff eintreten und dann ist sie irgendwann immun gegen die Lockstoffe.
  • Um diese Desensibilisierung zu vermeiden, solltet ihr mit Katzenminze gefülltes Spielzeug nach Gebrauch an einem für eure Katze nicht erreichbaren Platz vom Katzensabber trocknen lassen und dann möglichst luftdicht (z.B. in einer Tüte oder einer geruchsdichten Plastikdosen) wegschließen.
  • Wascht eure Hände, wenn sie mit der Katzenminze in Berührung gekommen sind.
  • Achtet genau auf die Reaktion eurer Katze gegenüber der Minze. Wenn ihr beobachtet, dass eurer Stubentiger sehr heftig auf das Kraut reagiert – gerade in einem Mehrkatzenhaushalt können sehr dominante Tiere regelrecht aggressiv gegenüber anderen Katzen werden – solltet ihr der Mieze das Kraut nur geben, wenn sie getrennt von den anderen ist. Oder ihr jedem Tier sein eigenes Catnipspielzeug gebt. Wenn das nichts bringt, lasst es besser ganz.
  • Es soll Fälle geben, bei denen durch Katzenminze berauschte Tiere gegen Wände oder Türen laufen. Darum sollte man sie während ihres Spiels gut im Auge behalten, aber in Ruhe lassen. Spätestens nach einer halben Stunde ist der Spuk wieder vorbei.
  • Freigänger solltet ihr innerhalb dieser Zeit nicht nach draußen lassen.

Wenn ihr diese Punkte beachtet, spricht nichts dagegen eurer Katze regelmäßig einen kleinen „Drogenrausch“ zu gönnen.