eKomi-Siegel
4.8 / 5

Sie befinden sich hier:
  1. Startseite
  2. Blog
  3. Bautagebuch
 

Das Bautagebuch - eine ratsame Pflicht oder nur Kür beim Hausbau?

Baustelle

Wenn Sie zum ersten Mal ein Haus selber bauen oder bauen lassen, ist es hilfreich, ein Bautagebuch über die gesamte Bauphase hinweg führen.

Das Bautagebuch ist nun aber keine romantische Verklärtheit, damit Sie später in Erinnerungen schwelgen können, sondern eher eine Pflichtaufgabe für Sie als Bauherr. Es dient dazu, alle wichtigen Schritte auf der Baustelle zu dokumentieren.

Niemals ohne Bautagebuch

Sie bauen in der Regel nur einmal in Ihrem Leben. Damit sind Sie ein Laie im Baubereich. Es ist daher schwer Fehler zu erkennen und vor allem später zu reklamieren, wenn keine vernünftige Dokumentation stattgefunden hat. Sie müssen sich immer vor Augen führen, dass Sie sich mit dem Bauvorhaben auf lange Jahre hinaus verschulden. Mängel, die während der Bauphase auftreten, Ihnen finanzielle Probleme bereiten können. Deshalb ist es wichtig, dass Sie das Bautagebuch täglich, mindestens aber bei jedem Baustellenbesuch führen, um den Fortschritt auf der Baustelle zu dokumentieren.

Die Checkliste für Ihr Bautagebuch

Dabei müssen von Ihnen vor allem die folgenden Aspekte entweder einmalig oder wiederkehrend festgehalten werden.

  • Um was für ein Bauvorhaben handelt es sich (Einfamilienhaus Familie Mustermann)?
  • Angaben zum Baufortschritt allgemein.
  • Angaben zum Wetter, vor allem, wenn dadurch Bauverzögerungen oder Schäden kommt.
  • Welche Firmen sind an welchen Tagen oder bei Ihren Besuchen auf der Baustelle beschäftigt?
  • Baufortschritt der einzelnen Gewerke: Lassen Sie den jeweiligen Baufortschritt zum Zeitpunkt Ihrer Besichtigung mit Unterschrift dokumentieren.
  • Welche Materialien und Baugeräte werden durch die Gewerke eingesetzt?
  • Gibt es bereits vermutete Mängel? Dann müssen Sie diese schriftlich und mit Bildern dokumentieren.
  • Ergebnisse von Besprechungen mit Architekt oder Baufirmen mit Unterschrift protokollieren.
  • Unterlassungsanweisungen mit Unterschrift protokollieren.
  • Fertigen Sie unbedingt Bilder von Gewerken an, die später nicht sichtbar sind, wie Elektroleitungen oder Wasserleitungen bei der Installation.

Wie führe ich ein Bautagebuch?

Im Handel gibt es Vordrucke für ein Bautagebuch, das handschriftlich geführt werden kann. Etwas kostspieliger, dafür aber einfacher, sind Bautagebücher, die digital geführt werden können. Vorteil dabei ist: Dokumente können Sie schneller archivieren, bestimmte wiederkehrende Vorgänge werden per Auto-Completer ergänzt, das spart Zeit. Wieviel Geld Sie dafür ausgeben, entscheiden letztendlich Sie. Es gibt Freeware und gute Lizenzsoftware – alles nur eine Frage des Preises.

Welche Auswirkung hat ein Bautagebuch?

In einem Rechtsstreit kann ein Bautagebuch von unschätzbarer Bedeutung sein, wenn es um mögliche Schadenersatzansprüche gegenüber beteiligten Bauformen geht. Es hat also einen rechtswirksamen Charakter. Auch wenn es aufwendig ist – denken Sie daran, dass Sie dadurch einen großen Mehrwert haben, wenn es zum Beispiel um die Mängelbeseitigung geht. Vor allem: Lassen Sie Ihre Eintragungen von den anwesenden Gewerken gegenzeichnen. Damit haben Sie ein wichtiges Beweismittel in der Hand, sollte es zu einem Rechtsstreit kommen.

Übrigens: Wenn Sie immer mit dem Bautagebuch auf Ihrer Baustelle herumlaufen, ist das Ihr gutes Recht als Bauherr. Das löst aber keine besondere Motivation bei Ihren Handwerkern aus. Besser, Sie bringen ab und an mal eine Brötchentüte und ein, zwei Ringe Fleischwurst mit. Dann werden die Handwerker Sie aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentar:
Name:
E-Mail-Adresse: