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Ausritt in der Dunkelheit: Die besten Tipps

Pferd beim Sonnenaufgang

Sobald im Herbst die Sonne schwindet, lassen sich Ausritte im Dunkeln nur schwer vermeiden. Für so manchen Pferdefreund eine kleine Herausforderung. Doch das muss nicht sein: Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten und welche Ausrüstung für Sie jetzt unverzichtbar ist.

Tipp 1: Ihr Pferd muss in der Dunkelheit sichtbar sein

Laut der Straßenverkehrsordnung sind Sie als Reiter dazu verpflichtet, Ihr Pferd in der Dunkelheit richtig zu beleuchten. Vorgeschrieben ist

  • vorne eine weiße Beleuchtung (z. B. eine Stirnlampe an der Reitkappe)
  • hinten eine rote Beleuchtung (z. B. Schweifschoner mit roten LED Streifen)
Ausritt in der Dunkelheit

Reiten Sie im Verband, müssen nur das vordere und hintere Pferd eine Leuchtausrüstung tragen. Wir empfehlen Ihnen jedoch alle Pferde des Verbands sichtbar zu machen. Sicher ist sicher!

Und auch, wenn Sie allein ausreiten oder Ihr Pferd spazieren führen, sollten Sie auf Nummer sicher gehen. Denn für Autofahrer bleiben Sie trotz der vorgeschriebenen Beleuchtung weiterhin schwer zu erkennen. Schließlich sitzen Sie hoch zu Ross und die Lichtkegel der Autos erfassen nur die unteren Partien Ihres Pferdes. Wichtig ist daher, dass Sie auch die Beine, den Rücken und Hals Ihres Pferdes sichtbar machen.

Unser Versicherungsexperte Ralf Becker erklärt: „Kommt es zu einem Unfall, weil das Pferd im Dunkeln nicht sichtbar war, wird der Halter zur Verantwortung gezogen. Er muss dann für den kompletten Schaden aufkommen. Ohne eine Pferdehaftpflicht bedeutet das für viele den finanziellen Ruin. Im Dunkeln ausreiten sollte daher nur, wer über eine gute Leuchtausrüstung und Versicherung verfügt.“

Die richtige Leuchtausrüstung für Pferd und Reiter

  • Stiefel- und/oder Steigbügelleuchten
  • Reflex-Gamaschen für alle 4 Pferdebeine
  • Schweifschoner mit LED Streifen
  • Reflexdecke
  • reflektierende Hufglocken
  • reflektierendes Vorderzeug
  • Reflex-Trense
  • Warnweste oder reflektierende Reitjacke
  • Stirnlampe

VS.-Info:Je größer und breiter die Reflektoren sind, desto besser. Und auch die Leuchtkraft sollte stark genug sein. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie und Ihr Pferd bereits über eine Distanz von etwa 120 Metern sichtbar sind. Autofahrer haben dann die Chance rechtzeitig zu reagieren.

Tipp 2: Gewöhnen Sie Ihr Pferd langsam an das Ausreiten im Dunkeln

Ihr Pferd sieht im Dunkeln zwar besser als Sie und ist es auch gewohnt in der Dunkelheit auf der Weide zu stehen. Mit Ihnen auszureiten ist jedoch etwas anderes. Starten Sie daher anfangs besser bereits in der Dämmerung. So können Sie und Ihr Pferd sich langsam an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen. Vielleicht führen Sie Ihr Pferd zunächst auch erst einmal spazieren. So können Sie besser einschätzen, wie Ihr Pferd reagiert. Wichtig ist, dass es trotz der Dunkelheit weiß, dass Sie Gangart, Richtung und Reittempo angeben.

Tipp 3: Reiten Sie auf Ihnen bekannten Wegen

Neue Reitstrecken sollten Sie in der Dunkelheit besser nicht erkunden. Schließlich wissen Sie nicht, was Sie unterwegs erwartet. Möglicherweise ist der Boden auf der neuen Strecke uneben oder durch anhaltende Regenfälle weich geworden. Dann könnte Ihr Pferd im Dunkeln stolpern und sich verletzen. Bleiben Sie daher lieber auf Reitwegen, die Sie und Ihr Pferd bereits kennen. Dort fühlt sich Ihr Pferd in der Dunkelheit bestimmt eh sicherer.

Tipp 4: Bewahren Sie Ruhe

Fürchten Sie sich im Dunkeln, überträgt sich die Angst bzw. Nervosität auch auf Ihr Pferd. Zucken Sie also unterwegs nicht gleich bei jedem Geräusch zusammen. Bewahren Sie Ruhe, dann ist die Gefahr gering, dass Ihr Pferd wegen eines knackenden Astes plötzlich scheut.

Tipp 5: Nehmen Sie Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer

Was bei Tageslicht gilt, gilt im Dunkeln erst recht. Denken Sie daher unbedingt an die folgenden Regeln für ein konfliktfreies Ausreiten:

  • Reiten Sie immer am rechten Fahrbandrand entlang.
  • Fuß- und Radwege sind tabu.
  • Passen Sie Ihr Tempo an die Witterungsbedingungen und Lichtverhältnisse an.
  • Reiten Sie an Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeugen immer im Schritt vorbei.
  • Schieben Sie Misthaufen zur Seite.

Fazit: Darauf sollten Sie beim Ausritt im Dunkeln achten

Mit einem Ausritt im Dunkeln können Sie die Bindung zu Ihrem Pferd stärken. Schließlich erfordert es viel Vertrauen in der Dunkelheit gemeinsam unterwegs zu sein. Zum Erfolg werden solche Ausflüge im Mondschein jedoch nur, wenn Sie wissen, wie Sie sich richtig Verhalten. Denn die Dunkelheit birgt einige Risiken. Wichtig ist daher, …

  • … dass Sie und Ihr Pferd gut sichtbar sind. Denken Sie, sobald es zu dämmern beginnt, an Ihre Leuchtausrüstung. Diese sollten Sie übrigens auch bei Nebel und Nieselregen tragen.
  • … dass Sie Ihr Pferd langsam an das Ausreiten im Dunkeln gewöhnen. Am besten üben Sie zunächst im Gelände.
  • … dass Sie nur auf Wegen reiten, die Sie kennen. Dort wissen Sie immerhin, was sie erwartet.
  • … dass Sie nur ausreiten, wenn Sie keine Angst im Dunkeln haben. Sind Sie unruhig und ängstlich, spürt Ihr Pferd das nämlich.
  • … dass Sie sich an die Straßenverkehrsordnung und die gängigen Regeln für ein konfliktfreies Ausreiten halten.