Arthrose beim Pferd

Selbst die gesündesten Pferde kommen irgendwann in die Jahre. Die Gelenke nutzen sich ab, entzünden sich und verursachen starke Schmerzen. Diagnose: Arthrose! Doch wie entsteht Pferdearthrose? Was kann ich tun, wenn mein Pferd daran erkrankt ist? Und wie kann ich der Gelenkerkrankung bei meinem Pferd vorbeugen? Hier finden Sie die Antworten auf Ihre Fragen.

Gerade ältere Pferde leiden des Öfteren an Arthrose in den Gelenken. Infolge der Erkrankung verlieren sie ihren Spaß an der Bewegung und haben eine stark eingeschränkte Lebensqualität. Vor allem in den kalten Wintermonaten bereiten Kälte und Feuchtigkeit den Tieren Beschwerden.

Ursachen für eine Arthrose beim Pferd

Arthrose ist sowohl bei Menschen als auch bei Pferden eine degenerative und chronische Gelenkerkrankung. Das bedeutet, dass die Symptome mit zunehmender Zeitdauer stärker werden und unbehandelt immer weiter fortschreiten. Die Gesundheit verschlechtert sich zusehends.

Gelenke setzen sich aus zwei oder mehr Knochen zusammen, die normalerweise perfekt ineinander greifen. Als Bindeglied fungiert der Knorpel, der gemeinsam mit einer Gleitsubstanz für einen reibungslosen Bewegungsablauf sorgt. Bänder stabilisieren das Gelenk zusätzlich. Bei gesunden Pferden arbeitet der Apparat einwandfrei und ermöglicht schmerzfreie und präzise Bewegungen.

Wenn die Gelenke nicht mehr richtig funktionieren

Eine Arthrose beginnt zunächst mit einem Knorpelschwund. Fehlt der Knorpel, schaben die Knochen übereinander. Der Körper reagiert auf die veränderten Strukturen, indem er das Gelenk mit zusätzlicher Knochensubstanz stabilisieren will. Die daraus resultierenden Verknöcherungen lösen eine Umgestaltung der Gelenkstrukturen aus. Das Gelenk wird steif, kann sich entzünden und bereitet Ihrem Pferd immer mehr Schmerzen.

In den meisten Fällen ist ein fortgeschrittenes Alter für die Entstehung einer Arthrose verantwortlich. Es kann jedoch auch bei jüngeren Pferden schon zu Anzeichen einer Arthroseerkrankung kommen. Risikofaktoren stellen hier angeborene Fehlstellungen und Fehlbelastungen bei der Motorik dar. Darüber hinaus erhöhen Verletzungen des Pferdes die Gefahr einer Erkrankung. Zu prekären Verletzungen gehören Zerrungen, die den Bewegungsablauf stören, sowie Verletzungen nach Stürzen. Des Öfteren geht der Arthrose auch eine Arthritis, d.h. eine Entzündung des Gelenks, voraus.

Wie erkenne ich eine Arthrose bei meinem Pferd?

Tierarzt untersucht Pferdebein

Es ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig, die Erkrankung frühestmöglich zu erkennen. Deshalb sollten Sie stets die Gangart und die Beweglichkeit Ihres Pferdes im Auge behalten.

Symptome im Überblick:

  • Lahmheit, z. B. bei den ersten Schritten
  • längere Aufwärmzeit
  • Sträuben gegen Bewegung
  • Stolpern und uncharakteristische Bewegungsabläufe
  • Schwellungen der Gelenke
  • oberflächliches Hitzegefühl auf den Gelenken
  • sichtbare Gallen an den jeweiligen Gelenken
  • Steifigkeit

Zunächst macht sich die Krankheit in einer wachsenden Unwilligkeit des Tieres bemerkbar. Da die Bewegungen Schmerzen bereiten, büßt Ihr Pferd an Bewegungsfreude ein. Dieses erste Anzeichen ist ernst zu nehmen, da es erst zu sichtbaren Einschränkungen kommt, wenn die Krankheit fortgeschritten ist. Diese zeigen sich in einer größeren Steifigkeit und längeren Einlaufphasen. Durch die Entzündung ist die betroffene Stelle geschwollen und heiß.

Pferdehufe werden geröntgt

Schließlich münden die Veränderungen an der Gelenkstruktur in Beschwerden wie Lahmheit, Stolpern und unnatürlichen Bewegungen. Das Pferd sträubt sich in wachsendem Maße gegen die Bewegung und an den betroffenen Gelenken sind die veränderten Knochenstrukturen auch von außen sichtbar, z. B. durch die sogenannten Gallen. Handelt es sich um eine Gelenkproblematik, trägt beispielsweise auch feuchtes und kaltes Wetter dazu bei, dass sich das Pferd gegen Bewegungen wehrt.

Unser VS.-Tipp: Gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt

Wenn Ihnen etwas Ungewöhnliches am Bewegungsablauf Ihres Pferdes auffällt, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Dieser untersucht die verschiedenen Gangarten des Tiers und ermittelt auf diese Weise die betroffenen Gelenke bzw. das betroffene Gelenk. Mit Hilfe einer Beugeprobe erhebt der Arzt, ob und wo das Pferd Schmerzen hat. Eventuell kommen genauere Untersuchungen wie die Arthroskopie oder eine MRT zum Einsatz. Haben Sie eine Pferdekrankenversicherung, kommt diese für die Untersuchungen auf.

Vorbeugung und Heilung bei Arthrose

Beim Thema Prävention ist vor allem die Intensität des Trainings ein wichtiger Faktor. Je stärker das Pferd beansprucht wird, desto höher ist auch die Gefahr, dass es aus Erschöpfung zu Fehlbelastungen kommt. Diese erhöhen das Risiko von Arthrose merklich. Dementsprechend tragen dosierte Trainingseinheiten und eine proaktive Beanspruchung des Pferdes dazu bei, Verschleißerscheinungen zu verzögern.

Ebenso wichtig ist es, das eigene Pferd stets zu beobachten und etwaige Veränderungen schnell zu registrieren. Eine Arthrose gründet oftmals auf einem Teufelskreis, der mit einer kleinen Verletzung beginnt. Diese Verletzung sorgt, vielleicht von Ihnen und dem Pferd selbst unbemerkt, dafür, dass sich das Pferd anders bewegt. Es fängt die Verletzung mit einer Überbelastung anderer Gelenke auf. Diese nutzen sich ab und werden wiederum zu neuen Problemherden. Folglich kommt es zu einer Überbelastung von immer mehr Gelenken. In der Folge verschärfen sich die bereits vorhandenen Gelenkschwächen. Deshalb ist es so wichtig, die Augen offen zu halten.

Ernährung

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss des Futters auf die Gesundheit Ihres Pferdes. Mit der richtigen Fütterung können Sie frühzeitig eventuellen Gelenkproblemen vorbeugen bzw. diese lindern. So hat sich beispielsweise die Verwendung von Leinöl bewährt. Leinöl enthält viele Omega-3-Fettsäuren und begünstigt daher die Linderung von Entzündungszuständen im Körper. Zusätzlich ist eine ausreichende Versorgung mit Antioxidantien wie Vitamin C und Spurenelementen empfehlenswert. Diese behindern die Entstehung von freien Radikalen.

gesunde Kräuter

Futter für die Fütterung bei Arthrose:

  • Hagebutte
  • Ingwer
  • Teufelskralle
  • Leinsamen

Die Organismen älterer Pferde stellen andere Anforderungen ans Futter als die von Jungpferden. Es lohnt sich deshalb, die Zusammensetzung des Futters an die besonderen Bedürfnisse des Pferdes anzupassen und die genauen Inhaltsstoffe mit einem Experten – zum Beispiel im Tierfachgeschäft Ihres Vertrauens – zu besprechen.

Auch alternative Heilkräuter wie die Teufelskralle erfreuen sich heute großer Beliebtheit. Teufelskralle vereint einen schmerzlindernden mit einem entzündungshemmenden Effekt. Viele Pferdehalter kombinieren das Kraut mit der Ingwerwurzel. Es gibt auch fertige Kombipräparate zu kaufen. Zumeist werden diese Heilmittel kurweise angewendet. Bevor Sie jedoch die Ernährung Ihres Pferdes komplett umstellen oder Heilmittel auf eigene Faust anwenden, sollten Sie das Vorgehen unbedingt mit Ihrem Tierarzt besprechen!

Pferdegymnastik bei Arthrose

Um den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes zu mobilisieren, zu stärken und Schmerzempfindungen zu lindern, lohnen sich Gymnastikeinheiten. Hierbei wird die Muskulatur sanft beansprucht. Gleichzeitig tragen Dehnübungen zu einer verbesserten Beweglichkeit und zu einer Lockerung bei.

Bei der Pferdegymnastik ist es wichtig, das motorische Gesamtbild im Fokus zu haben. Der neuromuskuläre Apparat funktioniert nur einwandfrei, wenn die einzelnen Teile möglichst gleich trainiert und beansprucht werden. Bekannt ist zum Beispiel das zirzensische Training. Dieses hilft dabei, die Muskulatur des Pferdes sanft und gleichmäßig zu beanspruchen. Erste Anleitungen kann Ihnen zum Beispiel ein Pferdephysiologe geben.

Aussichten für Pferd und Halter

Eine Erkrankung des Pferdes geht auch mit einer Reihe von Konsequenzen für den Halter einher. Neben den emotionalen Beschwernissen, die eine Krankheit mit sich bringt, schließen sich auch finanzielle und prospektive Fragestellungen an.

Pferdeversicherungen

Je nach Art der Pferdeversicherung sind die Kosten für eine Behandlung der Arthrose in den Leistungen enthalten. Haben Sie eine Pferdekrankenversicherung abgeschlossen, werden Ihnen die Leistungen – je nach Tarif – vollständig erstattet.

Was tun, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist?

Im Endstadium der Erkrankung erzielt die Behandlung in den meisten Fällen leider keinen Erfolg mehr. Nun können nur noch die Beschwerden des Tieres gelindert werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, rasch zu handeln und den Heilungsprozess zu beginnen.

Knochen im Pferdebein

Leider handelt es sich bei der Arthrose um eine fortschreitende Erkrankung. Aus diesem Grund stellen sich die meisten Pferdehalter irgendwann die Frage, ob es nicht besser wäre, das Pferd einschläfern zu lassen. Diese Entscheidung fällt aufgrund der engen Bindung zwischen Halter und Pferd natürlich sehr schwer und daher auch subjektiv aus. Es gibt keine Richtlinie. Besprechen Sie daher alle möglichen Optionen mit Ihrem Tierarzt! Anschließend können Sie die verschiedenen Faktoren abwägen und eine Entscheidung treffen, die immer im Sinne des Pferdes sein sollte.

Fazit

Arthrose ist eine schmerzhafte und belastende Erkrankung für Pferde. Sie fühlen sich in ihrem Bewegungsablauf gestört und leiden vor allem im Winter unter Schmerzempfindungen in den befallenen Gelenken. Durch frühzeitige Erkennung kann der Krankheit jedoch entgegengewirkt werden. Obwohl es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt, können schmerzlindernde Medikamente, lokale Injektionen, Aufbautraining und die richtige Fütterung eine Verzögerung des Verschleißprozesses bewirken.

Wer die Krankheit möglichst lange in Schach halten möchte, sollte daher beständig auf die Motorik des Pferdes achten und schnell handeln. Mit der richtigen Behandlung können Pferde auch bei Arthrose noch Spaß an Spiel und Sport haben.

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