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Anti-Giftköder-Training: Die 5 besten Tipps

Giftköder - ein absolutes Horrorthema für dich als Tierbesitzer. Denn eins steht fest: Frisst dein Hund einen vergifteten oder mit scharfen Metallgegenständen versehenen Köder, wird es schnell lebensgefährlich. Umso wichtiger, dass du mit deiner Fellnase übst, fremde Gegenstände gar nicht erst ins Maul zu nehmen oder diese wenigstens auf Befehl wieder auszuspucken.

In unserem Blogartikel haben wir dir die besten Tipps zum Anti-Giftköder-Training zusammengestellt. Außerdem: So handelst du im Notfall richtig!

Welpe im Wald

In Erinnerung an Ben
Es gibt nichts Schlimmeres, als mitzuerleben, wie sich der geliebte Vierbeiner an einem vermeintlich zufällig herumliegenden „Leckerli“ verletzt oder vergiftet. Leider verteilen Hundehasser deutschlandweit immer wieder diese teuflisch-hinterhältigen Köder.

Auch wir bei VS. haben erst vor Kurzem wieder mitbekommen, wie ein Welpe an einem Giftköder gestorben ist. Der kleine Ben war erst wenige Monate alt. In der Hundegruppe unserer Kollegin Vanessa hinterlässt der niedliche Hund auf jeden Fall eine riesige Lücke. Jeder mochte den quirligen Welpen mit den Schlappohren und blauen Augen. Daher ist es uns persönlich ein wichtiges Anliegen, Hundebesitzer für das Thema Giftköder zu sensibilisieren. Hast auch du bereits Erfahrungen mit Giftködern gesammelt oder hast du gute Tipps? Dann hinterlass uns doch einen Kommentar - gemeinsam sind wir stark!

Die häufigsten Giftköder

Der Begriff Giftköder ist etwas irreführend. Denn nicht immer ist tatsächlich Gift im Spiel. Viel häufiger stecken Hundehasser scharfe Gegenstände in Wurst- oder Fleischstücke. Das können sein:

Wurst mit Glasscherben
  • Rasierklingen
  • Schrauben oder Nägel
  • Nadeln
  • Reißzwecken
  • Glasscherben

Wirklich unfassbar. Denn hier ist definitiv kein Zufall im Spiel. Das ist Absicht! Daher bitten wir dich von VS.: Wenn du irgendwo derartige Köder entdeckst, informier direkt die Polizei. Diese wird dir auch mitteilen, wie du weiter vorgehen sollst. Zum Beispiel, ob du die Köder selbst entfernen darfst oder ob jemand von der Polizei rauskommt. Sollte letzteres der Fall sein, warte bitte so lange, bis die Polizei eintrifft. Nicht, dass noch ein anderes Tier den Giftköder entdeckt. Stell zudem Strafanzeige gegen unbekannt.

Doch nicht nur extra verteilte Giftköder sind für deinen Hund lebensgefährlich. Auch Gift, das ursprünglich für andere Zwecke gedacht war, kann schnell zur Gefahr werden. Zum Beispiel:

  • Rattengift
  • Schneckenkorn

Es muss nicht unbedingt ein Giftköder sein

„Bei uns in der Umgebung ist es sicher. Hier gibt es keine Giftköder.“ - So oder so ähnlich denken viele Hundebesitzer. Doch vergiss nicht: Es geht nicht nur um mutwillig ausgelegte Giftköder. Es kann auch einfach nur der dornige Ast sein, der deinem Hund Verletzungen zufügt, wenn er ins Maul genommen wird. Oder auch eine Kastanie, die einen Darmverschluss auslöst, wenn sie verschluckt wird. Oder angegammeltes Essen, das achtlos weggeworfen wurde. Sprich: Alles, was nicht in einen Hundemagen gehört, kann bei deinem Hund schlimme Folgen auslösen.

In sehr vielen Städten im Land gibt es daher inzwischen Hundeschulen und Tierschutzvereine, die ein so genanntes Anti-Giftköder-Training anbieten. Hier lernen Herrchen oder Frauchen wie sie dem Hund beibringen können, dass er nicht mehr alles bedenkenlos frisst, was herumliegt und vermeintlich lecker riecht. Wichtig ist hier natürlich, dass nicht mit Verboten oder Gehorsam gearbeitet wird. Gelernt wird allein für die Sicherheit des Hundes.

Sicherheit geht vor: das Anti-Giftköder-Training

Dein Hund riecht Rasierklingen und Co. in der Regel nicht. Beziehungsweise er riecht sie schon, aber er beachtet sie nicht. Denn die Wurst drum herum duftet einfach zu köstlich. Und mal ehrlich, welcher Hund kann einem lecker duftenden Stück Leberwurst schon widerstehen. Oder lässt die Mettwurst am Wegesrand unbeachtet? Daher ist es ungemein wichtig, dass du deinen Hund genau darauf trainierst.

Das Problem: Häufig merkst du als Hundebesitzer erst, dass dein Hund etwas Essbares entdeckt hat, wenn er bereits kaut. Versuchst du nun, deinem Hund seine Beute schnellstmöglich wegzunehmen, sie vielleicht sogar aus dem Maul zu zerren, lernt er erstmal vor allem eins: Das nächste Mal muss er schneller schlucken. Oder er frisst nur, wenn er nicht beobachtet wird. Er wird daher künftig versuchen, etwas heimlich zu fressen, ohne dass du zusehen kannst. Genau hier setzt das Anti-Giftköder-Training an!

Was diese Kurse alle gemeinsam verbindet ist, dass der Hund in jedem Fall für alltägliche Dinge aufmerksamer wird. So lernt er:

  • vermeintliche Leckereien zu vernachlässigen und bei dir erst einmal nachzufragen, ob etwas gefressen werden darf.
  • dir mehr Aufmerksamkeit zu schenken, er hat ja schließlich gelernt, um Erlaubnis zu bitten. Das bringt nicht nur beim Stöbern Vorteile.
  • nichts von Fremden anzunehmen, ohne zu fragen. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass solche Leckerlis mit Gift versehen sind.

Hat dein Hund einen Giftköder gefressen, rät unser Hundeexperte Ralf Becker: „Bei einem Giftköder zählt jede Sekunde. Zöger also nicht und fahr so schnell wie möglich zum nächsten Tierarzt. Ruf dort, wenn möglich, vorher an, dann kann sich die Praxis auf deine Ankunft vorbereiten. Hast du eine Hundekrankenversicherung, übernimmt diese die Kosten für die Untersuchungen und auch für die OP, falls eine solche erforderlich sein sollte.“

Die 5 besten Tipps aus dem Anti-Giftköder-Training

Tipp 1: Hund auf Rückruf trainieren

Ein Rückruf ist das A und O eines jeden Hundetrainings. Nicht nur, wenn es um Giftköder geht. Hört dein Hund super und kommt selbst dann zurück, wenn ihn etwas anderes eigentlich mehr reizt, hast du bereits so gut wie gewonnen. So kannst du ihn zum Beispiel schnell zurückrufen, wenn du selbst verdächtige Gegenstände am Wegesrand bemerkst oder dir etwas seltsam vorkommt.

So übst du den Rückruf:

  • Überleg dir vorab ein Wort, das du ab sofort wirklich nur für den Rückruf benutzt. Zum Beispiel „Hierher“ oder „Zurück“. Möchtest du später nicht so gerne rufen, kannst du auch ein Signal verwenden, wie zum Beispiel einen Klicker.
  • Beginn mit Übungen zu Hause. Stell dich neben deinen Hund und sag laut das Wort bzw. nutz dein Signal. Sobald dein Hund dir seine Aufmerksamkeit schenkt, erhält er eine Belohnung. Zum Beispiel ein Lob oder ein Leckerchen.
  • Wiederhole diesen Vorgang einige Male. Dein Hund wird lernen, dass er für seine Aufmerksamkeit belohnt wird.
  • Beginne nun, die Distanz zwischen dir und deinem Hund leicht zu erhöhen. Nun muss er nicht nur auf das Signal reagieren, sondern auch zu dir kommen. Erst dann gibt es die erhoffte Belohnung.
  • Sobald du das Gefühl hast, dein Hund hat das Wort/das Signal richtig verknüpft, kannst du draußen üben.
  • Wichtig ist: Bleib konsequent und nutz immer dasselbe Wort. Umso einfacher fällt es deiner Fellnase zu verstehen, was sie tun soll.

Tipp 2: Aus!

Haben Hunde erst einmal etwas im Maul, geben sie es nur ungern wieder ab. Selbst Fellnasen, die gerne apportieren, fällt es oft schwer, den Ball oder das Stöckchen loszulassen - und das, obwohl sie ja möchten, dass du es wieder wegwirfst. Doch wie schaffst du es nun, dass dein Hund dir etwas freiwillig gibt, das er bereits im Maul hat? Ganz einfach: Du bietest ihm etwas Besseres an.

So bringst du deinem Hund „Aus!“ bei:

  • Verbring ganz normal Zeit mit deinem Hund im Haus. Sobald er etwas im Maul hat - sein Spielzeug zum Beispiel -, halte ihm schnell sein Lieblingsleckerli vor die Schnauze und sag kraftvoll „Aus!“. Mit Sicherheit kann er der Versuchung nicht widerstehen und öffnet das Maul. Das Spielzeug fällt heraus, du nimmst es und der Hund bekommt die Belohnung.
  • Wiederhol diesen Vorgang, bis du das Gefühl hast, dass deine Fellnase das Wort „Aus!“ mit dem Leckerli verknüpft. Trainier regelmäßig, aber überfordere deine Fellnase auch nicht.
  • Sobald dein Hund gelernt hat, was „Aus!“ bedeutet, übst du draußen mit ihm. Stell ihm dafür kleine „Fallen“, indem du sein Spielzeug zuvor auslegst. Denn auch wenn er von der Umwelt abgelenkt ist, soll er natürlich auf dich und den Befehl hören.

Tipp 3: Dinge vom Boden sind Pfui!

Bring deinem Hund bei, dass Dinge vom Boden Pfui sind. Das ist nicht nur präventiv für Giftköder unerlässlich, sondern leistet auch gute Dienste, wenn dein Hund unterwegs zum Beispiel Pferdeäpfel entdeckt. Denn die sind auch Pfui! Doch wie bringst du das deinem Hund bei?

So versteht dein Hund das Wort Pfui:

  • Das Grundprinzip ist einfach. Dein Hund muss lernen, dass du als Frauchen oder Herrchen einfach die besten Leckerlis der Welt hast.
  • Dafür musst du natürlich wissen, welches sein Lieblingsleckerli ist. Das lässt sich schnell herausfinden. Halte ihm einfach verschiedene Sorten vor die Hundenase und beobachte, für welche er sich entscheidet.
  • Leg nun ein Leckerli der zweiten Wahl auf den Boden. Sobald er sich runterbeugt, um es zu fressen, ruf energisch „Pfui!“ und halte ihm seine erste Leckerli-Wahl hin.
  • Wichtig: Du musst natürlich schnell genug sein. Nicht, dass er den Leckerbissen vom Boden bereits verschluckt hat. Das zweite Leckerli gibt es nämlich nur, wenn er das erste verschmäht.
  • Du musst konsequent sein und dies bei allem Essbaren durchziehen, was auf dem Boden liegt. Zum Beispiel, wenn dir beim Kochen etwas herunterfällt. Hättest du früher gedacht, ach das kann ruhig der Hund haben, solltest du es jetzt lieber aufheben. Du kannst es ihm dann immer noch geben, nur er soll es nicht selbst vom Boden fressen.

Tipp 4: Ablenkungsmanöver!

Ein einfacher Trick ist auch, deinen Hund zu beschäftigen. Lässt du ihn von der Leine, kannst du ihn zum Beispiel durch Ball werfen gut ablenken. Je mehr er in Action ist, umso weniger wird er sich um fremdes Essen kümmern. Hast du einen älteren Hund, kannst du diesen natürlich nicht ständig herumscheuchen. Doch auch hier helfen kleine, gezielte Suchspiele oder Übungen, um ihn geistig zu fördern. Denn langweilt sich dein Hund oder fühlt sich völlig unbeobachtet, sucht er sich selbst Beschäftigung.

Tipp 5: Zur Not hilft ein Maulkorb

Hast du einen richtigen Staubsauger-Hund, vor dem nichts sicher ist? Wird Essen so schnell inhaliert, dass du gar nicht eingreifen kannst? Dann solltest du eventuell darüber nachdenken, deinem Hund beizubringen, einen leichten Maulkorb zu tragen. Mit etwas Training wird er sich daran gewöhnen. Denk daran: Es geht hier nur um seinen Schutz. Natürlich sollest du dich nicht verrückt machen, aber Vorsicht ist manchmal besser als Nachsicht. Sinnvoll könnte so ein Maulkorb zum Beispiel sein, wenn in deiner Gegend vermehrt Giftköder gefunden wurden.

Icon Glühbirne

Wie erkenne ich eine Vergiftung?

Natürlich kann niemand eine Garantie geben, dass das Anti-Giftköder-Training immer funktioniert. Zu verlockend sind die fiesen Leckereien. Wenn dein Hund einen Köder mit einer Rasierklinge gefressen hat, erkennst du dies in der Regel sofort, da höchstwahrscheinlich Blut zu sehen sein wird. Aber was ist, wenn Gift im Spiel ist und der Hund nicht sofort Symptome zeigt?

Üblicherweise zeigt sich eine Vergiftung immer eine ganze Weile nach Aufnahme. Dann gilt es, die Zeichen zu erkennen.

Symptome einer Vergiftung:

  • Dein Hund hat Durchfall.
  • Er erbricht.
  • Sein Bauch ist aufgebläht und hart.
  • Er speichelt stark und/oder hat Schaum vor der Schnauze.
  • Sein Kreislauf bereitet ihm Probleme, er zittert und wirkt unsicher.
  • Lähmungserscheinungen und Muskelkrämpfe sind erkennbar.
  • Dein Hund wird bewusstlos.
  • Seine Schleimhäute sind blass oder sogar blau.

Zeigt dein Hund Symptome, solltest du schnellstmöglich zum Tierarzt. Versuch nicht, deinen Hund extra zum Erbrechen zu bringen, das könnte es noch gefährlicher machen. Auf dem Weg zum Tierarzt solltest du deinen Hund warm halten und auf Puls und Atmung achten. Nimm - wenn möglich - Proben vom Kot oder vom Erbrochenen mit und mach ein Foto vom Giftköder.

Damit du weißt, woran du eine Vergiftung erkennst und was du in dem Fall tun musst, haben wir zu dem Thema noch mehr Seiten mit allerlei hilfreichen Tipps und Hinweisen erstellt:

Hundevergiftung
Maßnahmen
Symptome

Reinschauen lohnt sich mit Sicherheit!

Unser VS.-Tipp zum Schluss:

Übe mit deinem Hund so schnell wie möglich, denn es kann lebenswichtig sein! Im besten Fall machst du ein professionelles Training. Frag bei den Hundeschulen oder Tierschutzvereinen in deiner Nähe nach, ob und wann sie ein Anti-Giftköder-Training anbieten. Und: Haltet zusammen. Informier andere Hundehalter, wenn dir etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist. Denn auch wenn der erste Giftköder entsorgt wurde, es kann immer noch ein zweiter in der Nähe sein!