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Geblendet durch die Photovoltaikanlage

Photovoltaikanlage

Photovoltaik- und Solaranlagen boomen. Nicht umsonst sind damit ganze Dächer zugebaut, so dass in manchen Straßenzügen keine Dachziegel mehr zu sehen sind, sondern nur noch Solarkollektoren. Die staatliche Förderung animiert Hauseigentümer zum Einbau der energiesparenden Anlagen.

Nicht nur, um den Eigenbedarf an Strom zu decken, sondern auch noch gegen Entgelt Strom in die öffentlichen Netze einzuspeisen. Allerdings kann so mancher Hauseigentümer Ärger mit seinen Nachbarn bekommen, wenn das Dach mit Solarkollektoren zugepflastert wurde.

Können Photovoltaikanlagen zum Nachbarschaftsstreit führen?

Ärger wegen einer Photovoltaikanlage? Das ist relativ unwahrscheinlich, werden Sie jetzt denken. Klar, denn die Paneele befinden sich ja auf dem Dach des Hauses. Was soll hier also schon groß den nachbarschaftlichen Frieden stören? Dass die Solarkollektoren die Ziegelbedachung überdecken und damit ein optischer Stilbruch zustande kommt, ist sicherlich nicht zu bemängeln. Was ist aber, wenn die Photovoltaikanlage so installiert ist, dass sie permanent blendet und es damit dem Nachbarn gegenüber nicht mehr möglich ist, blendfrei auf der Terrasse zu sitzen?

Oberlandesgericht Düsseldorf äußert sich zur Photovoltaikanlage

Streitpunkt in einem Verfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf war die Photovoltaikanlage auf einem Hausdach. Die auf dem Dach installierte Anlage führte dazu, dass ein anderer Nachbar wiederum durch die erhebliche Blendwirkung massive Beeinträchtigungen erlitt. Nun kann man vielleicht behaupten, dass der betroffene Nachbar etwas spitzfindig sei. Dieses widerlegte aber ein Gutachterprotokoll vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Letztendlich sind an insgesamt 130 Tagen im Jahr Blendungen aufgetreten, die teilweise über ein bis zwei Stunden angedauert haben. Dabei wurde die gesamte Grundstücksbreite des Nachbarn von den Blendungen getroffen. Ein Entspannen auf der Terrasse war somit nicht mehr möglich.

Photovoltaikbetreiber muss nachbessern

Die Richter am OLG Düsseldorf kamen im August 2017 zu der Ansicht, dass mit einer Blendzeit von ein bis zwei Stunden am Tag eine erhebliche Beeinträchtigung besteht, die so nicht hinzunehmen ist. Selbst wenn Photovoltaikanlagen mit einer staatlichen Förderung einhergehen, geht damit nicht eine automatische Duldungspflicht anderer Hauseigentümer einher. Entscheidend für die Duldung ist immer die konkrete Beeinträchtigung in der Nachbarschaft. Wenn damit quasi das ganze Grundstück gleißend erhellt wird, muss der Betreiber der Anlage Abhilfe schaffen. Daher gilt es, bereits im Vorfeld zu überprüfen, ob der Einbau einer Solar- oder Photovoltaikanlage nicht zur Beeinträchtigung in der Nachbarschaft führen kann.

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