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Abschied vom geliebten Haustier: Tipps zur Trauerbewältigung

Ob Hund oder Katze: Haustiere sind für uns wahre Freunde und Teil der Familie. Ihr Tod hinterlässt einen tiefen Schmerz. Die Welt scheint leer zu sein. Und die Verarbeitung dieses Verlusts unmöglich. Wir möchten dir in dieser schweren Zeit unter die Arme greifen und dir Tipps zur Trauerbewältigung an die Hand geben.

Trauern ist ein Prozess

„Mein Haustier ist tot!“ Vor allem zu Beginn des Trauerprozesses wirst du diese Worte zwar aussprechen bzw. denken, aber nicht glauben können. Von einem Tag auf den anderen wirst du nie mehr spüren, wie sich deine geliebte Fellnase vertrauensvoll an dich schmiegt. Nichts ist mehr, wie es war. Zurück bleibt eine traurige Leere.

So war es zumindest bei mir, als ich mich kurz hintereinander von zwei meiner Katzen verabschieden musste. Anfangs konnte ich einfach nicht fassen, dass sie nicht mehr da waren. Selbst heute noch verspüre ich einen leichten Druck auf meinem Herzen, wann immer ich an sie denke. Und das mache ich mehrmals täglich.

Die erste Lektion der Trauerbewältigung lautet daher: Abschied nehmen bedeutet nicht vergessen! Dein Schützling wird immer einen Platz in deinem Herzen haben. Wichtig ist nur, dass du einen Weg findest, seinen Tod zu verarbeiten.

Tipp 1: Eine würdevolle Haustierbestattung hilft beim Abschied

Hund vor einem kleinen Grabstein

Hast du dir im Voraus bereits Gedanken über die Bestattung deines Vierbeiners gemacht? Ich persönlich nicht. Das Thema schien noch so weit weg. Auf die Frage der Tierärztin, was mit Ria geschehen solle, war ich daher auch absolut nicht vorbereitet. Ohne groß nachzudenken habe ich sie mit nach Hause genommen. Eine sehr gute Freundin bot zum Glück gleich an, Ria in ihrem Garten zu bestatten.

Eine Zeremonie gab es nicht. Einerseits war ich dafür viel zu aufgewühlt und andererseits bin ich dafür nicht der Typ. Doch jeder trauert anders und vielleicht hilft dir ja eine schöne Abschiedszeremonie bei der Verarbeitung. Zunächst solltest du jedoch entscheiden, was mit den sterblichen Überresten deines tierischen Begleiters geschehen soll.

 

Tierbestattung im eigenen Garten

Der heimische Garten ist eine beliebte Grabstätte für Tiere. Vor allem, wenn sich der verstorbene Vierbeiner dort gerne aufgehalten hat. Vielleicht hatte er ja sogar einen Lieblingsplatz, an dem du ihn nun zur Ruhe legen kannst? Viel wichtiger aber: Du hast einen Ort zum Trauern. Für viele Tierfreunde eine große Stütze.

Gut zu wissen: Die Ruhestätte sollte mindestens einen Meter tief sein. Liegt dein Garten in einem Wasserschutzgebiet oder in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Wegen bzw. Plätzen, darfst du deinen Hund bzw. deine Katze dort leider nicht begraben.

Bestattung auf dem Tierfriedhof

Du hast keinen eigenen Garten, möchtest dein Haustier aber trotzdem würdevoll bestatten? Kein Problem, in vielen Städten gibt es mittlerweile spezielle Tierfriedhöfe. Eine schöne, allerdings auch ziemlich teure Lösung. Allein für die Beisetzung werden oftmals mehrere Hundert Euro berechnet.

Feuerbestattung des Haustiers

Immer mehr Tierbesitzer entscheiden sich für die Einäscherung ihres Vierbeiners. Der Vorteil: Nach einer Einzeleinäscherung kannst du deinen Liebling mitnehmen. So bist du ihm auch weiterhin nah. Auf Wunsch sogar über deinen eigenen Tod hinaus. Vereinzelt gibt es nämlich erste Friedhöfe, die eine gemeinsame Urnenbestattung von Mensch und Tier ermöglichen. Nach dem Tod wärst du also mit deinem Haustier wieder vereint. Für einige ein tröstender Gedanke.

Abschied beim Tierarzt

Jeder Mensch trauert anders. Manchen reicht die Erinnerung an das geliebte Haustier. Eine feste Gedenkstätte benötigen sie nicht. Geht es dir genauso? Dann kannst du deinen Vierbeiner beim Tierarzt lassen oder selbst zu einer kommunalen Tierkörperbeseitigungsanlage bringen.

Gut zu wissen: Es gibt mittlerweile viele virtuelle Gedenkstätte für Haustiere. Dort kannst du ein Online-Grab gestalten und virtuelle Kerzen anzünden. Das alles ist für die anderen Nutzer des Onlineportals sichtbar. Sie können ihre Anteilnahme in ein virtuelles Kondolenzbuch schreiben. Eine tolle Möglichkeit, die Trauer gemeinsam mit anderen Tierfreunden zu verarbeiten.

Tipp 2: Versteck deine Trauer nicht

Um ein geliebtes Haustier zu trauern, ist nichts Schlimmes! Im Gegenteil: Es zeigt, wie viel dir dein tierischer Gefährte bedeutet. Scheu dich daher nicht, darüber zu sprechen. Deine Freunde verstehen sicherlich, was du gerade durchmachst. Vor allem andere Tierhalter können den Verlust und die Lücke, die ein verstorbenes Tier hinterlässt, nachvollziehen. Sie wissen, dass du in der ersten Zeit sogar das Säubern des Katzenklos oder die schmutzigen Pfotenabdrücke auf dem Fußboden schmerzlich vermissen wirst.

Tipp 3: Überwinde deine Schuldgefühle & Selbstvorwürfe

Wurde dein Tier eingeschläfert? Dann hast du neben der Trauer vermutlich auch noch mit Zweifeln und Schuldgefühlen zu kämpfen. Bei mir war es nicht anders. Anfangs haben die Selbstvorwürfe meine Trauer sogar überlagert. Dass die Entscheidung richtig war, begriff ich erst nach und nach. Und auch nur, weil ich die Bilder meiner abgemagerten und schwachen Katzen vor Augen hatte. Da wurde mir klar: Auf den natürlichen Tod eines Haustiers zu warten, das unter Schmerzen leidet, wäre eine egoistische Entscheidung. Denk immer daran, wenn die Schuldgefühle übermächtig werden.

Tipp 4: Schreib einen Abschiedsbrief

Viele von uns teilen alles mit ihren geliebten Fellnasen, sogar ihre geheimsten Gedanken. Nach dem Tod des Haustiers muss damit nicht Schluss sein. Greif einfach zum Stift und schreib alles nieder, was du deinem Vierbeiner sagen möchtest. Das können Worte des Dankes für die gemeinsamen Jahre sein. Aber auch Ausrufe des Schmerzes.

Nimm ruhig öfter den Stift in die Hand. Es muss ja nicht bei einem Abschiedsbrief bleiben. Genauso gut kannst du deine Erinnerungen mit deinem Haustier teilen. Vor allem an Tagen, an denen du besonders oft an deinen Vierbeiner denkst. Der Vorteil: Du ordnest deine Gedanken und kannst deine Trauer direkt in Worte fassen.

Tipp 5: Schwelge in Erinnerungen

Erstell ein Fotoalbum, häng Bilder auf, sieh dir alte Videos an. Wichtig ist: Unterdrück die Erinnerungen nicht! Wird der Schmerz übermächtig, denk an die gemeinsamen Momente. Womit hat deine Fellnase dich öfters zum Lachen gebracht? War dein Vierbeiner vielleicht ein kleiner Tollpatsch? Hat er dir gerne das Essen vom Teller gemopst?

Gut zu wissen: Besonders zu Beginn des Trauerprozesses fällt es vielen schwer, an die guten alten Zeiten zu denken. Helfen kann eine Erinnerungs-CD mit bestimmten Songs, die du mit gemeinsamen Momenten verbindest.

Tipp 6: Tue Gutes

Viele ertragen die Lücke, die ein verstorbenes Tier hinterlässt, nur schwer. Alles ist viel zu leer und zu still. Ehrenamtliche Tätigkeiten im Tierschutz sind eine tolle Möglichkeit, der Leere zu entkommen. Selbst wenn du noch nicht wieder bereit bist, Tieren nahe zu sein. Denn Gutes tun kannst du nicht nur als Gassi-Gänger oder Katzen-Kuschler. Hilfe bei Reparaturarbeiten, bei der Betreuung der Futterboxen und auf Veranstaltungen wird ebenfalls dringend benötigt.

Tipp 7: Hilf deinen Kindern bei der Trauerbewältigung

Deine Kinder kriegen jetzt möglicherweise das erste Mal den Verlust des Todes zu spüren. Unterstütz deine Kinder dabei, diesen Schmerz zu verarbeiten. Lass die Kids an deinem Trauerprozess teilhaben. Nimm dir Zeit und beantworte all ihre Fragen offen und ehrlich. Der falsche Weg wäre es, ihnen Märchen über den Verbleib der Fellnase zu erzählen oder direkt ein „Ersatztier“ zu besorgen!

Kommt Zeit, kommt Rat

Mit der Zeit wird die Trauer um dein Haustier schwächer. Die schönen Erinnerungen an die gemeinsamen Momente aber bleiben. Fühl dich daher auf keinen Fall schuldig, wenn du wieder Freude empfindest. Oder dich sogar nach einem neuen tierischen Begleiter sehnst. Lass dich dabei jedoch nicht unter Druck setzen und ruf dir immer wieder ins Gedächtnis: Kein Tier kann deinen verstorbenen Vierbeiner ersetzen.

Allen, die ein geliebtes Haustier verloren haben, wünschen wir für die schwere Zeit viel Kraft!