Ihr Hund hat Durchfall? Die 7 besten Tipps

Kranker Hund mit Wolldecke

Falsches Futter, tierischer Stress oder fiese Parasiten: Durchfall beim Hund kann viele Ursachen haben. Doch keine Sorge, mit unseren 7 Tipps bekommen Sie die Verdauung Ihres Vierbeiners schnell wieder in den Griff. Manchmal stecken jedoch auch ernsthafte Gefahren dahinter. Dann hilft nur der Gang zum Tierarzt. Wir sagen Ihnen, worauf Sie bei Durchfall achten müssen.

Durchfall beim Hund: Symptome und Ursachen

Oh je, mein Hund hat Durchfall – das erkennen Sie wahrscheinlich sofort. Der Kot ist wesentlich weicher als sonst, wenn nicht sogar flüssig. Zudem muss Ihr Hund häufiger als für ihn üblich. Und nicht immer schafft es Ihre Fellnase, das Häufchen bis draußen zurückzuhalten. Erst einmal gilt: Ruhe bewahren. Versuchen Sie die letzten Stunden oder Tage zu rekapitulieren. Was hat Ihr Hund gefressen? War er gestresst, zum Beispiel wegen einer Impfung? Hat er sich vielleicht bei Spielkameraden angesteckt?

Von Futter bis Stress – diese Ursachen sind Schuld

Magen-Darm-Verstimmungen gehören zu den häufigsten Krankheiten. Auch Ihr Vierbeiner wird im Laufe seines Lebens nicht davon verschont bleiben. Das Gute: Meist hat Durchfall harmlose Ursachen und ist leicht zu bekämpfen. Mal etwas Falsches gefressen, ein wenig zu viel Stress und schon spielt der Magen-Darm-Trakt verrückt – manche Hunde sind in dem Bereich sehr empfindlich, andere sind robuster.

Die Ursachen für Durchfall beim Hund lassen sich grob unterteilen, in:

  • Nahrung
  • Erkrankung
  • Sonstiges

Durchfall durch Nahrung

Mit dem Oberbegriff Nahrung ist hier alles gemeint, was Ihr Hund oral aufnimmt. Kurzum: Ihr Vierbeiner hat etwas gefressen, das er nicht vertragen hat. Das kann sein gewohntes Futter sein oder etwas, das er vom Tisch stibitzt oder unterwegs gefunden hat.

Mögliche Auslöser für den Durchfall:

  • ungewohntes/neues Futter
  • zu kaltes Futter
  • verdorbenes Futter
  • falsches Futter, z. B. stark gewürztes Essen
  • Nahrungsmittelallergie
  • unreines Wasser aus Pfützen
  • Medikamente
  • Aas
  • Achtung: Giftköder!

Hund trinkt aus Pfütze

Durchfall durch Erkrankung

Erkrankungen sind ebenfalls häufige Auslöser für Durchfall beim Hund. Zum Teil gehen die Erkrankungen mit der Nahrungsaufnahme einher. Beispielsweise wenn Ihr Hund draußen beim Gassigehen etwas vom Boden frisst und so Würmer aufnimmt.

Beispiele für Auslöser:

  • Magen-Darm-Virus
  • Bakterien im Magen-Darm-Trakt
  • Würmer
  • Giardien
  • entzündete Organe, zum Beispiel ein gereizter Dickdarm
  • Achtung: Vergiftung!

Sonstige Ursachen für Durchfall

Neben Nahrung und Krankheiten können auch Umwelteinflüsse und sonstige Gegebenheiten zu Durchfall führen.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Stress
  • Hitze
  • Impfungen

Hund Tierarzt Spritze

Symptome

Wie bei uns Menschen, kommt auch bei Hunden ein Durchfall selten allein. Meist treten Begleiterscheinungen auf, wie:

  • Bauchschmerzen
  • Schlappheit bis hin zu Apathie
  • zusätzliches Erbrechen
  • Fieber
  • Blut/Schleim im Stuhl
  • trockene und blasse Schleimhäute im Maul

Das VS.-Team rät: Sind die Symptome stark ausgeprägt oder haben Sie das Gefühl, etwas stimmt nicht, gehen Sie sicherheitshalber mit Ihrem Hund zum Tierarzt. Vor allem, wenn Blut im Spiel ist, sollten Sie nicht zögern – dasselbe gilt, wenn die Krankheitsanzeichen länger als 2 Tage anhalten oder Ihr Hund noch ein Welpe ist. Zittert Ihr Hund? Verschlechtert sich sein Zustand? Kommt Fieber hinzu? Auch dann direkt ab zum Tierarzt. Es könnte eine Vergiftung dahinterstecken. Haben Sie eine Hundekrankenversicherung? Diese trägt die Kosten für die Untersuchung.

Trinkt Ihr Hund genug?

Gerade bei Durchfall ist es wichtig, dass Ihr Hund ausreichend trinkt. Ob der Flüssigkeitshaushalt Ihres Hundes bereits gestört ist, erkennen Sie an folgendem Trick: Greifen Sie ein Stück Haut, ziehen Sie es leicht hoch und lassen Sie es los. Bildet sich die Falte nicht sofort zurück, droht eine Austrocknung. Denselben Kniff kennen wir bei uns Menschen: Da nehmen wir meist eine Hautfalte am Handrücken.

7 Tipps gegen Durchfall beim Hund

Sie selbst kennen Ihren Hund am besten. Hat er häufiger kleine Magenverstimmungen, können Sie versuchen, ihn mit Hausmittelchen selbst zu pflegen. Aber auch hier gilt natürlich: Werden die Symptome nicht besser oder verschlimmern sie sich – ab zum Tierarzt!

1. Keine Medikamente auf eigene Faust

„Ach, wir müssten da doch noch Durchfallmedikamente vom letzten Mal haben …“ – Nein, bitte geben Sie Ihrem Hund keine Medikamente ohne tierärztliche Anweisung. Denn gerade bei Durchfall können diese mehr Schaden anrichten als helfen. Zumindest, solange Sie die Ursache für die Stuhlveränderung nicht kennen. Vielleicht hat Ihre Fellnase einfach etwas Schlechtes gegessen und der Körper versucht, die ungesunde Kost so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Geben Sie ihm nun ein Mittel, das den Stuhlgang unterdrückt, kann dies böse Folgen haben.

Hund rote Tablette

2. Aktivkohle

Aktivkohle hat sich als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Durchfall bewährt. Die Kohletabletten binden Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt und werden dann abtransportiert. Sie sorgen für einen geregelten Stuhlgang. Tipp: Die Menge an Aktivkohle richtet sich nach dem Körpergewicht. Am besten informieren Sie sich prophylaktisch bei Ihrem Tierarzt, welche Menge bei Ihrem Hund angemessen ist. So sind Sie im Fall des (Durch-)Falles bestens gewappnet.

3. Keine Leckerchen

Auch wenn es noch so schwer fällt: Versuchen Sie nicht, Ihre Fellnase mit Leckerchen aufzupäppeln. Denn gerade Leckerlis haben häufig viele Kalorien und verlangen dem Darm einiges an Arbeit ab. Ein schlechter Zeitpunkt also, wenn dieser gerade eh schon aus dem Gleichgewicht geraten ist.

4. Nulldiät für 1 Tag

Wo wir schon einmal beim Thema Essen sind: Ein gutes Mittel der Wahl gegen Durchfall ist ein Tag Nulldiät. So bekommt der Verdauungsapparat Ihrer Fellpfote eine Ruhepause und kann sich beruhigen. Wir Zweibeiner kennen es ja von uns selbst: Essen wir bei Durchfall etwas, dauert es oft keine 10 Minuten und es beginnt erneut, im Gedärm zu rumoren.

Achtung: Für Welpen, Hundesenioren und Hunde mit einem gesundheitlichen Handicap gelten natürlich andere Regeln. Mit diesen sollten Sie bei Durchfall direkt den Tierarzt aufsuchen – ohne Wenn und Aber!

5. Leichter Kostaufbau

Hat Ihr Hund den Tag Nulldiät und den schlimmsten Durchfall hinter sich, sollten Sie ihm am nächsten Tag nicht direkt wieder die volle Ladung Futter geben. Gönnen Sie Magen & Darm ein wenig mehr Zeit sich zu erholen, indem Sie langsam mit dem Nahrungsaufbau beginnen. Wie dieser Aufbau aussehen kann, daran scheiden sich die Geister. Während die einen spezielle Schonkost empfehlen, setzen andere auf kleine Portionen des gewohnten Futters. Sind Sie sich unsicher, sprechen Sie das Vorgehen am besten mit Ihrem Tierarzt ab.

6. Trinkwasser abkochen

Frisches Wasser für die Fellnase ist ja selbstverständlich. Das bekommt Ihr Hund sowieso. Im Fall von Durchfall ist es aber besonders wichtig, dass ihm jederzeit ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen und Ihr Hund hat gerade einen empfindlichen Magen, dann kochen Sie das Wasser vorher ab. Natürlich sollten Sie es ihm nicht heiß geben. Raumtemperatur ist am besten geeignet, denn auch zu kaltes Wasser kann Magen und Darm reizen.

7. Ruhe & Entspannung

Wer krank ist, braucht Ruhe. Das gilt auch für unsere Vierbeiner. Der Körper ist vom Durchfall geschwächt. Also dehnen Sie den Spaziergang nicht zu sehr aus, vermeiden Sie anstrengende, bergige Strecken und passen Sie sich der Geschwindigkeit Ihres Hundes an. Haben Sie Kinder, erklären Sie diesen die Situation. Bitten Sie Ihren Nachwuchs, nicht zu laut zu sein und dem Hund seine Schlafphasen zu gönnen. In der Regel haben Kinder sofort Verständnis für die Situation.

Erschöpfter Hund ruht sich aus

Durchfall beim Hund – wann muss ich zum Tierarzt?

Durchfall kann jeden Hund treffen und jederzeit auftreten. In der Regel ist er zwar harmlos und klingt von alleine wieder ab. Er kann aber auch gefährlich werden. Hier noch einmal eine kleine Zusammenfassung, wann Sie unbedingt zum Tierarzt sollten.

Ab zum Tierarzt, wenn …

  • Sie unsicher sind, ob wirklich eine harmlose Ursache dahintersteckt.
  • sich Blut im Stuhl befindet.
  • Ihr Hund erbricht.
  • Ihr Hund apathisch wirkt.
  • er zittert.
  • Fieber auftritt.
  • Ihr Hund nicht ausreichend trinkt oder bereits an Flüssigkeitsmangel leidet.
  • sich die Symptome verschlechtern.
  • Ihr Hund noch ein Welpe oder bereits ein Senior ist.

Auf jeden Fall gilt: Im Zweifel lieber einmal zu viel zum Tierarzt als zu wenig!

Kennen Sie noch ein Hausmittel gegen Durchfall beim Hund? Oder haben weitere Tipps und wichtige Hinweise auf Lager? Immer her damit! Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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Hund liegt auf dem Boden

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