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Tierschutzbund beäugt Weltmeisterschaft kritisch

von Jennifer Overmeier

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Vom 20. August bis zum 03. September 2006 wird in Aachen die Weltmeisterschaft im Reiten ausgetragen. Den Auftakt der Veranstaltung bildet das Dressurreiten.

Immer wieder geraten sehr bekannte Reiter und Trainer in den Mittelpunkt der Kritik über die Anwendung von tierschutzrelevanten Ausbildungsmethoden, wie die so genannte Rollkur. Die Akademie für Tierschutz, die wissenschaftliche Einrichtung des Deutschen Tierschutzbundes, fordert die Zuschauer auf, unbedingt auf tierschutzrelevantes Fehlverhalten auf den Abreit- und Turnierplätzen zu achten und gegebenenfalls sofort die Richter und Stewards einzuschalten.

Einige Ausbildungsmethoden wie die so genannte „Rollkur“ im Dressurreiten sind äußerst zweifelhaft. Hierbei werden die Köpfe der Pferde besonders stark abgebogen. Diese Methoden wurden in den letzten Monaten von der FEI (International Federation for Equestrian Sports) diskutiert. Das Ergebnis: die Disziplin „Rollkur“ wurde in „Hyperflexion“ umbenannt, was nichts an der schmerzhaften Überdehnung des Pferdehalses ändert, die nach wie vor in der Turnierszene geduldet wird. Diese Methode führt dazu, dass die Pferde – ähnlich wie bei einem Polizeigriff – unter Schmerzen leichter zu dirigieren sind.

„Besonders Amateurreiter, für die die großen Reitsportler oft als Vorbilder gelten, könnten durch den Einsatz solcher Trainingsmethoden den Pferden erheblichen Schaden zufügen. Gerade für das Fluchttier Pferd ist die eingeschränkte Sichtweise bedingt durch den heruntergezogenen Kopf wie bei der Rollkur praktiziert extrem belastend!“ so Elke Deininger, Fachreferentin der Akademie für Tiersschutz.

Pferde empfinden Schmerzen. Die Tatsache, dass sie solche Empfindungen nicht durch Laute ausdrücken können, wird von vielen Profireitern und –trainern einfach übersehen. Abwehr- und Schmerzverhalten äußern sich unter anderem durch das Anlegen der Ohren, das Aufreißen des Mauls, Zähneknirschen oder Schweifschlagen. Die Akademie für Tierschutz fordert alle Beteiligten auf, diese Signale zu achten und den Tieren keine Qualen zuzufügen.

Das Publikum sollte, so Deininger, insbesondere einen kritischen Blick auf die Abreitplätze werfen. Würde dabei Tierschutzrelevantes entdeckt, wie z.B. das Herunterziehen der Pferdeköpfe, klopfende Schenkel mit Sporen oder Gertenhiebe ist unverzüglich die Turnierleitung einzuschalten.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund



 

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