Warten bis man schwarz wird
Dem Volksmund entsprechend, warten schwarze Hunde in den Tierheimen oft vergeblich auf neue Besitzer. Im Gegensatz zu ihren hellen Artgenossen sind sie schwerer zu vermitteln.
Der Mensch assoziiert mit der Farbe schwarz sehr viel positives, angefangen von Temperament, Eleganz, Rasse, Schutz, Energie und Mystik. Schwarze Pferde (Rappen) gelten als anmutig, wild und schön. Doch kommt einem beim Spaziergang unverhofft ein schwarzer Hund entgegen gerannt, wird es einem persönlich nicht selten mulmig. Was groß und dunkel ist, das macht Angst.
In den Geschichten und Sagen des alten Englands war oft die Sprache von unheilvollen dunklen Hunden, die nachts um die Höfe streichen und Unglück und Verderben brachten. Der Farbton schwarz steht seit jeher die Nacht und die Finsternis, für den Tod und die Trauer. In vielen Religionen und Kulturen steht Schwarz als Ausdrucksmittel für das Böse und Abgründige. Dunkle Farbe gleichbedeutend für dunkle Mächte? Lassen Sie sich belehren, denn wer bei Schwarz nur schwarz sieht, der verpasst das Beste. In ihrem Verhalten zeigen schwarz gefärbte Hunde keinen Unterschied zu helleren Hunden, der Mensch ist es, der den Unterschied macht.
Oftmals begründen Spaziergänger das aggressive Verhalten ihre eigenen Hundes mit der Fellfarbe des angebellten Hundes. „Er / Sie mag keine schwarzen Hunde“, heißt es dann oft. Viele Passanten machen einen Bogen um Sie, Kinder werden an die Seite gezogen, denn schwarze Hunde sind ja aggressiv solchen gegenüber. Sollen Sie deshalb schwarz malen, wenn es um schwarze Hunde geht? An dieser Stelle möchte ich es Ihnen nahe legen, das dies völlig unnötig ist, denn das Verhalten eines Hundes hat nichts mit der Fellfarbe zu tun.
Werfen wir auf die lange Liste der FCI anerkannten Rassen, dann fällt einem auf, dass gerade beliebte Familienhunde die Farbe schwarz haben. Der Labrador Retriever findet seine Aufgaben nicht nur im Familienleben, sondern ist ein beliebter Blindenführ- und Rettungshund. Der Neufundländer ist ausgesprochen geduldig mit kleinen Kindern und wird für heranwachsende, lebhaft Kinder zum wunderbaren Spielgefährten. Dies sind nur zwei Beispiele in der Welt der Rassehunde.
Auffallend bei diesen Rassen ist, dass sie trotz anderer Farbschläge, gerade in der Farbe schwarz am Weitverbreitesten sind.
Hunde in Tierheimen - Warten, bis man schwarz wird.
Die Vermittlungsaussichten und damit die Chance auf ein neue Zuhause sind für jeden Tierheiminsassen, in der heutigen Zeit eher schlecht als recht. Wenn dann noch hinzukommt, dass die Hunde größer als Kniehöhe und zudem noch schwarz sind, sinken ihre Chancen in Richtung null. Während meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Tierheim wurde mir sehr schnell bewusst, dass helle Hunde leichter zu vermitteln sind. Diejenigen mit schwarzem Fell warten länger auf einen neuen Besitzer und das obwohl die „Farbe“ ironischerweise modisch voll im Trend liegt.
In Deutschlands Tierheimen warten viele schwarze Hunde auf tolle Menschen, die ihr Leben mit Ihnen verbringen möchten. Worauf warten Sie noch?
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