Eine Katze zieht ein [2]
Das die Eingliederung einer Katze nicht leicht sein würde, das haben wir im Innersten schon geahnt, aber das Schroeder den kleinen Kater am liebsten verspeisen würde, ließ uns an der Entscheidung zur Hauskatze zweifeln.
Unser Hundemädchen Lilli blühte in ihrer Nanny-Rolle völlig auf. Bekam sie die Gelegenheit dazu, wurde der kleine Kater mit Hingabe abgeschleckt und umsorgt. Schroeder hingegen zeigte lauthals, dass er dieses maunzende Etwas nicht im Haus dulden würde. Eine Geduldsprobe für Nerven und Herz stand nun in unserem Hause an.
Es gab verschiedene Varianten, die wir praktizierten, um unseren Hirtenhund an den kleinen Kater zu gewöhnen. Schlief Brösel, dann legten wir ihn in den Hasenkäfig und ließen sowohl Lilli als auch Schroeder im angeleinten Zustand dazukommen und die Umgebung abschnuppern.
Lief Brösel herum, dann holte ich die Hunde einzeln dazu, immer angeleint, denn alleine durch ihr Gewicht konnten sie dem Kätzchen gefährlich werden. Lilli konnte recht schnell unangeleint dazu kommen und schlief nach 14 Tagen Gewöhnungszeit wieder in ihrer gewohnten Umgebung und es klappte mit Klein-Brösel wunderbar.
Schroeder konnte und wollte den Zwerg nicht akzeptieren. Aber wir ließen nicht locker und blieben hartnäckig beim Gewöhnungstraining. Eine weitere Methode war die Kontaktaufnahme durch eine Fliegengittertür. Immer wenn Schroeder ruhig war, nicht knurrte oder fletschte, wurde er gelobt und bekam ein Leckerli. Als dies klappte, nahm ich Brösel auf den Schoß und ließ Schroeder langsam an ihn heran. War er ruhig, wurde er ausgiebig gelobt.
Das Katerchen hat so eine stoische Ruhe bewiesen und zeigte nie auch nur einen Hauch von Scheu oder Angst – wahrscheinlich war dies der Punkt, der letztendlich das Eis brechen ließ.
Und heute?
Man müsste denken, dass Lilli und Brösel ein innigeres Verhältnis haben müssten. Dem ist aber nicht so. Unser weißer Riese und der kleine Kater sind ein richtig gutes Katzen-Hund-Gespann geworden: toben, schmusen und sogar nebeneinander fressen klappt!
Nun ich würde sagen, der Kater hat die Hunde gut im Griff. Seit einiger Zeit wurde er von uns geadelt und tapst nun als „König Brösel“ durch unser Haus!
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