Ein schneidendes Erlebnis

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Sieht man Scherben auf dem Weg liegen, macht man einen Bogen mit dem Hund darum, aber leider liegen diese Überbleibsel nicht immer offen herum.

Lilli liebt es in der benachbarten Heide zu toben und mit anderen Hunden herumzutollen. Besonders gerne unternimmt sie Ausflüge in einen anliegenden Bach. Dort rennt sie voller Freude auf und ab und nimmt meistens einen ihrer tierischen Freunde mit. Bis auf einen dezenten Geruch nach Froschtümpel hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei negativer Erfahrung gemacht. Das hat sich nun letztens geändert.

Nach einem völlig unauffälligen Spaziergang in besagter Heide inklusive Besuch des Bachbettes leckte sich Lilli mit Hingabe die Pfote. Das kommt ja schon öfters mal vor und so dachte ich sie wäre vielleicht auf einen Stein getreten, schaute aber dennoch nach. Bei dieser ersten Pfoteninspektion sah ich nichts, was auf eine Verletzung hinweisen könnte. Aber anscheinend hatte ich nicht richtig geschaut, denn auch nach zwei Tagen ließ Lilli nicht von Ihrer Pfote ab.

Ich untersuchte die Pfote erneut und war sichtlich geschockt, als ich feststellen musste, dass sie sich ihre Pfote nicht an den Ballen sondern zwischen den Zehen aufgeschnitten hatte. Der Schnitt war recht ordentlich und so fuhr ich direkt zum Tierarzt. Da es meiner Meinung nach schnell gehen musste, suchte ich eine Ärztin in unmittelbarer Nähe auf.

Nach kurzer Untersuchung stellte die Ärztin die gleiche Diagnose, Lilli hatte sich den Bereich zwischen den Zehen komplett aufgeschnitten und recht kompliziert aufgeschnitten. Ohne große Umschweife klammerte sie die Schnittstelle mit 3 Klammern und dem Kommentar, dass sie an einer Stelle nicht mehr klammern konnte, es sei zu eng. Eine Tröte lehnte ich ab, denn dies würde Lilli noch mehr verwirren, als der dicke Verband ohnehin schon.

Irritiert fuhr in nachhause. Dieser Schnitt hatte kein bisschen geblutet, sonst wäre es doch schon vorher aufgefallen. Da mir die Nachuntersuchung bei der Ärztin suspekt vorkam, entschloss ich mich die Klammern beim unserem Stammtierarzt ziehen zu lassen. Dieser stellte fest, dass die sich an der Naht eine Wulst gebildet hatte, die bei größerer Behinderung des Hundes behandelt, d.h. geschnitten werden sollte. Das war dann wohl die fehlende Klammer!

Heute hat Lilli immer noch ein paar Probleme mit dieser Pfote und ist zwischenzeitlich schwer damit beschäftigt, sie ordentlich durchzuknabbern. Aber solange sie in ihren Bewegungen dadurch nicht eingeschränkt wird, lassen wir daran auch nichts machen. Aber dieses Erlebnis machte mir mal wieder klar, warum ich den Leuten so oft rate sich einen Tierarzt ihres Vertrauens zu suchen. Ich werde auch in Notfällen nur noch zu meinen Tierärzten fahren, denn dort habe ich mich bisher immer gut aufgehoben und gut beraten gefühlt.

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