Praxistest Aboistop

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Ein Hund hat seine Stimme zum Bellen, aber erklären Sie das mal den Nachbarn! Unser verzweifelter aber erfolgreicher Versuch das Bellen abzuerziehen.

Ein Problem, dass sich bei Lilli in den letzten Monaten verstärkt hatte, war das Bellen. Egal, welche Gelegenheit sich ihr bot, sie schlug an und hörte nicht mehr auf. Ob es nun der Postbote war oder ein umknickender Grashalm, alles lieferte ihr einen Grund, ihre kräftige Stimme jedermann hören zu lassen. Ganz besonders schlimm war es, wenn es an der Wohnungstür klingelte. Kaum ertönte die Klingel, schon schoss sie wild bellend an die Tür und diese ließ sich dadurch kaum öffnen, Leute die direkt davor standen erschreckten sich, ganz zu Schweigen von den Nachbarn, die sich vom Gebell gestört fühlten.

Also was tun?

Eine allererste Maßnahme war, Lilli zu vermitteln, dass sie nicht zur Tür rennen durfte. Mit Hilfe einer Nachbarin, die geduldig klingelte und dem immer wieder zurück Verweisen auf ihren Liegeplatz, hatte Lilli diese Lektion in kürzester Zeit gelernt. Aber das Bellen verschlimmerte sich durch den Umstand, den "Eindringling" nicht begrüßen zu dürfen.

Mehrere Anfragen in diversen Hundeforen und bei Hundetrainern ergaben, dass man nicht laut rufen sollte, sondern den Hund ignorieren oder ihm die Schnauze zu halten sollte, mit dem leisen Verweis „ruhig“. Gesagt getan, mit dem Ergebnis: kein Erfolg!

Lilli ließ sich nicht beirren, trotz leisen Redens mit ihr und Belohnung nach erfolgreichem Nichtbellen, kaum klingelte es rein zufällig, saß sie auf ihrer Decke und kläffte wild.

Sieht man nun den Umstand, dass in unserem Haushalt zwei Kleinkinder leben, dann sollte man verstehen, dass für ein Intensivtraining über Tage die Zeit und die Nerven fehlten. Auch ist es nicht besonders prickelnd, wenn es in der Mittagszeit bimmelte und meine Kleinste durch das Gebelle aus dem Mittagsschlaf gerissen wurde.

Aus dem Bekanntenkreis hörte ich dann von einem Antibellhalsband, das mit Luftstößen das Bellen unterbinden sollte. Ein Besuch in einem Tierladen einer großen Handelskette ergab, dass man sich ein solches dort leihen konnte. Das wollte ich natürlich ausprobieren. Allerdings ließ die Begeisterung Zuhause nach, denn das Halsband war sehr schwer und klobig, der Zitronenduft der Luftstöße unerträglich und auslösen konnte es schon das Schütteln der Ohren! Ich hab es direkt zurückgebracht, denn Lilli sollte ja ihre Ohren schütteln dürfen.

Kurzerhand rief ich bei der Vertriebsfirma hier in Deutschland an und erfuhr, dass es sich bei diesem Halsband um eine veraltete Version handelte. Die neue Version war kleiner und leichter und das Auslösen erfolgte einzig durch die Bellfrequenz. Der Zitronenduft ließ sich auch hingegen der Aussage des Tierladenpersonals gegen ein geruchloses Spray tauschen. So kamen wir also in den Besitz eines Dynavet Aboistop-Erziehungshalsbands. In den ersten Tagen trug Lilli das Halsband ohne Inhalt und Batterie, so dass sie den Luftstrom nicht damit in Verbindung bringen konnte. Danach trug sie es einsatzbereit um den Hals und es ließ sich auch nicht lange darauf warten, bis es zum Einsatz kam. Es klingelte, Lilli bellte und das Halsband gab seinen ersten unschädlichen Spraystoß ab. Lilli erschreckte sich enorm und wollte direkt eine Etage tiefer flüchten gehen, in ihren Korb im Schlafzimmer. Ich ignorierte diese Reaktion und öffnete die Tür – kein Bellen, kein Knurren.

So ging es zwei, drei Mal, danach unterließ Lilli das Anschlagen komplett und wurde ausgiebig für dieses Verhalten gelobt. Auch andere Kläffereien im Garten oder Rumgejaule beim Autofahren wurden durch dieses Halsband abgewöhnt. Mittlerweile ist sie sogar so weit, dass sie auch ohne das Halsband nicht mehr bellt. Ich kann dieses Halsband nur weiterempfehlen, da es völlig schmerzlos und ungefährlich ist.

Es bestehen keinerlei Risiken von Verbrennungen oder Veränderung des Spürsinns. Oft wurde ich durch den Einsatz des Halsbandes verurteilt, aber als ich die Leute fragte, wie ich ihr dieses Verhalten aberziehen sollte, konnte mir niemand antworten. Es kamen Vorwürfe, dass der Hund die Fehler des Besitzers ausbaden durfte und so weiter und sofort, aber wir sind die VIERTEN Besitzer dieses Wirbelwindes und müssen das ausbügeln, was andere zuvor falsch gemacht haben! Heute ist sie eine ausgeglichene Hündin und das Halsband bekommt sie nur von Zeit zu Zeit ohne Ladung als Attrappe an.

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