Matz – Erster Teil
An dieser Stelle sollte eigentlich der Eintrag kommen, dass ein neuer Hund ins Haus kommt, ein Partner für Lilli. Leider steht hier die Geschichte von Matz, der zu früh sterben musste.
Nach unserem Umzug in die eigenen vier Wände und einer gewissen Eingewöhnungszeit, wurde der Wunsch nach einem Partner für Lilli immer größer. So kam es, dass wir uns auf die Suche nach Nummer 2 machten. Eigentlich hatten wir keine genauen Vorstellungen von Hund Nummer zwei, nur sollte es diesmal ein Rüde sein und ein Welpe. Warum ein Welpe? Lilli ist mein dritter Hund mit Vorprägung durch andere Menschen, mit jedem meiner Hunde gab es Probleme, diesmal wollte ich einen Hund von klein auf haben und ihm das bestmöglichste mit auf den Weg geben. Mein Mann Dirk hatte nur eine Vorraussetzung, der Hund solle größer als Lilli werden, ein richtiger kleiner Bär also. Das Internet ist in dieser Hinsicht eine wirklich gute Sache, ich habe hunderte Seiten gefunden, die junge Hunde vermittelten. Natürlich aus dem Tierschutz, denn dort gibt es genug Hunde, die auf ein neues Plätzchen warten.
So wurde ich im Zergportal auf einen kleinen Hund namens Henry aufmerksam, einem Maremannen-Mischlings-Welpen. Maremmano sind Hirtenhunde aus den Abruzzen in Italien und werden dort heute noch zum Schutz der Herden eingesetzt. Hirtenhunde haben mich schon immer fasziniert und ich habe schon eine Menge über sie gelesen. Charlie war ja auch ein Hirtenhund….
Ein Anruf mit der Tierschutzorganisation ergab, dass der Welpe krank sei, aber in einer anderen Pflegestelle wäre noch einer, der genauso aussähe. Dort sind wir dann hingefahren und schauten uns die zwei Welpen dort an. Einer war reinweiß, der andere gefleckt wie eine Kuh. Für letzteren entschieden wir uns, da er einen gesünderen Eindruck machte. Aus heutiger Sicht hätten wir gar keinen von dort mitnehmen sollen. Sie waren 7 Wochen alt und nicht geimpft. Im Nachhinein könnte ich mich Würgen, aber daran kann ich ja nun einmal nichts mehr ändern.
Wir nannten ihn Matz und er wurde von allen, samt Lilli sofort ins Herz geschlossen. Er war ein ruhiger Zeitgenosse, lernte sehr schnell und war enorm schnell stubenrein. Die Pflegestelle gab uns Medikamente gegen Darmparasiten mit und gab uns Tipps auf den Weg mit, wie er in den ersten Tagen zu ernähren sei. Er und seine Geschwister litten unter Durchfall. Den bekam ich mit Schonernährung recht schnell in den Griff und einer Impfung stand nichts mehr im Wege. Matz bekam mit 9 Wochen die erste Impfung und ein paar Tage darauf jankte er im Liegen auf, wenn er versuchte aufzustehen. Wieder ein paar Tage später schrie er auf, wenn er sich im Schlaf drehte. Ein Besuch beim Tierarzt ergab nichts, er sei halt unausgelastet!
Das Osterwochenende stand vor der Tür, ich konnte mir seinen Zustand nicht erklären, also rief ich die Pflegestelle an und horchte nach, wie es den anderen ginge. In diesem Gespräch fiel zum ersten Mal das Wort Staupe. Vier Geschwister seien schon tot! Staupe…? Matz fraß gut, hatte kein Fieber, keinen Ausfluss, nein Staupe konnte ich mir nicht vorstellen. Die Nacht auf Karfreitag war die Hölle, ich schlief mit dem kleinen Kerlchen im Arm, das schien ihn zu beruhigen. In den frühen Morgenstunden fuhr ich zur Tierklinik, da in seiner linken Schulter eine Art Nervenzucken zu sehen war. Diagnose – Nervenreizung. Er bekam eine Spritze, Vitamin B und Schmerztropfen für Zuhause. Beruhigt fuhr ich Nachhause, beruhigt leider nur für eine kleine Weile.
Es trat keine Besserung ein, ein weiteres Symptom trat auf, denn Matz schrie kurz nach einer Mahlzeit wie irre. Ich war mit meiner Weisheit am Ende und suchte Hilfe in diversen Foren und Mailinglisten im Netz. Es fielen Fachbegriffe wie Lebershunt, Panostitis (Knochenhautentzündung), Leishmaniose und viele mehr.
Wenige Stunden später war ich wieder beim Tierarzt und meinem kleinen Kerlchen ging es zusehend schlechter. Auch der Tierarzt wusste keinen Rat und so wurde ein Lebershunt-Test gemacht mit entsprechenden Blutabnahmen zu entsprechenden Zeiten zu entsprechender Diät. Auch wurde ein Staupetest durchgeführt, aber da es Ostern war, brauchten die Ergebnisse entsprechend lang.
Möchten Sie wissen, wie dieses Ergebnis ausfiel? Dann lesen Sie in den nächsten Tagen den zweiten Teil des tapferen Kampfes unseres kleinen Maremmano-Mix Matz.
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