Wenn die Knochen versagen

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Schon bevor die ganze traurige Geschichte um Matz seinen Lauf nahm, hatte das Jahr 2005 nicht gut für uns angefangen.

Schon seit wir Lilli aus dem Tierheim Siegen zu uns nahmen, fiel uns auf, dass sie Probleme mit dem rechten Hinterlauf hatte. Ein Anruf und ein Blick in Ihre Papiere offenbarten uns, dass sie laut Tierarzt eine alte Verletzung im Knie hatte, die wohl nicht behandelt wurde. Sie kam damit klar, rannte über die Wiesen und sprang ohne Probleme über niedrige Zäune. Nun hatten wir das Glück ein kleines Häuschen zu kaufen, welches aber in einem renovierungsbedürftigen Zustand war und viel Zeit in Anspruch nahm. Im ganzen Umbau und Umzugsstress kam Lilli zu kurz und dementsprechend bekam sie weniger Auslauf.

Nach gelungenem Umbau, Umzug, Einleben in der neuen Umgebung, lief auch Lillis Leben wieder in gewohnten Bahnen und der Auslauf wurde entsprechend mehr. Nach den Spaziergängen fiel mir auf, dass sie hinten rechts das Bein schonte, oft sogar humpelte. Es wurde so schlimm, dass sie nur noch unter Schmerzen aufstand. Allerdings rannte sie bei den Spaziergängen in ihrer gewohnt flippigen Art umher und fand viele neue Freunde. Als es gar nicht mehr ging, suchten wir mit ihr einen Tierarzt auf und ließen sie röntgen. Das Ergebnis war niederschmetternd.

Lilli muss in ihren ersten Lebensmonaten nicht nur in widrigen Umständen gelebt haben, sondern wurde zudem auch geschlagen oder getreten. Sie hat einen alten Oberschenkelhalsbruch und einen Bruch im Knie, beide unbehandelt und entsprechend falsch geheilt. Ihr Bein ist völlig verdreht und die Hüfte komplett raus. Der Tierarzt teilte uns mit, dass es ein Wunder sei, das Lilli überhaupt so laufen und springen könnte. Er überwies uns in die Tierklinik, um eventuell eine Operation abzuklären.

In der Tierklinik wurde Ruhe und Schonung verordnet und das Medikament Rimadyl. Lilli zu Schonen war ein wahrer Nervenkrieg, denn sie ist nun einmal eine wilde Hummel und will rennen. Nach vier Wochen musste sie sogar leicht sediert werden, da sie völlig unausgelastet und störrisch war. Es trat keine wirkliche Besserung ein. Ein weiterer Besuch in der Klinik stand an und die OP wurde besprochen, was und wie es ablaufen würde und welche Chancen Lilli danach hätte. Es war erschreckend!

Meine Lilli sollte über Wochen nicht laufen dürfen, Physiotherapie, Medikamente und eine geringe Aussicht darauf, dass sie nach abgeschlossener Behandlung wieder richtig laufen könne. Die Kosten der Operation waren extrem hoch, was aber Nebensache war, nur die Chance, dass die OP auch was für den Hund bringt, waren so gering. Wollte ich ihr das antun? Nein, das wollte die ganze Familie nicht.

Zwei Wochen später stand ich bei unserem kurzen Spaziergang mit der angeleinten Lilli in der Heide. Es gab eine leichte Besserung, sie humpelte seit einigen Tagen nicht mehr und das Aufstehen fiel ihr auch wieder leicht.

Ich weiß nicht was mich in diesem Moment geritten hat, aber ich machte Lilli von der Leine und ließ sie einfach laufen. Sollten wir sehen, dass es gar nicht mehr geht, dann müssten wir uns Gedanken machen, ob eine Erlösung nicht das Beste für sie ist.

Seit diesem Tag ist Lilli fast beschwerdefrei und nur bei extremer Überlastung sieht man, dass sie ein wenig Probleme hat. Sie bekommt Zusatzpräparate, die die Muskeln, Bindegewebe, Bänder und Sehnen aufbauen und unterstützen dies alles durch gezieltes Training der Beinmuskulatur. Außerdem achten wir extrem auf ihr Gewicht.

Wir hoffen das unsere Fellnase noch viele beschwerdefreie Jahre bei uns haben darf.

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