Kleine Biester
Mit einer Größe von 1,5 – 3 mm kann an sie vielleicht schon einmal übersehen, aber die juckenden Nachwirkungen machen deutlich das dort jemand sein Unwesen treibt – ein Floh! Schon der Gedanke an einen Flohbefall lösen bei uns Menschen einen gewissen Juckreiz aus, aber was genau sind das für kleine Tierchen, die da über Hunde und Katzen krabbeln und schon mal den Weg auf den menschliche Körper finden?
Von biologischer Seite gesehen leben Flöhe schmarotzend auf warmblütigen Wirten. Sie ernähren sich von deren Blut, ihre Larven hingegen ausschließlich von faulenden Stoffen. Insgesamt gibt es 1500 Arten, von denen 80 in Mitteleuropa vorkommen. Ist das entsprechende Tier nicht in der Nähe, vergreift der Floh sich auch am Menschen. Der Menschenfloh ist in Deutschland so gut wie ausgestorben, 70 Prozent der vorkommenden Flöhe sind Katzenflöhe, 26 Prozent Vogelflöhe und der Rest verteilt sich auf Nagetiere. Zu traurige Berühmtheit gelangten Rattenflöhe, da sie als Überträger der Pest entlarvt wurden.
Flöhe sind ideal an ihre Lebensweise angepasst, ihr kleiner, harter Körper ist seitlich abgeflacht und macht es fast unmöglich zu zerdrücken. Der hohe, schlanke Körper ist hervorragend dazu geeignet sich zwischen Haaren und Federn zu bewegen. Ihre gut ausgebildeten Sprungbeine sind ein auffälliges Merkmal und macht es ihnen möglich das 200fache ihrer Körperlange zu springen. Dies entspräche beim Menschen im Vergleich einer Strecke von ca. 350m. Weibliche Flöhe legen während ihres eineinhalbjährigen Leben einige hundert Eier. Diese sind glatt, oval, von grauweißer Farbe und ca. 0,25 mm groß. Man kann sie mit bloßem Auge erkennen. Abgelegt werden sie vorzugsweise auf den Ruhestätten der Wirttiere.
Bei Zimmertemperatur schlüpfen nach ungefähr 10 Tagen die Larven, so genannte Drahtwürmer. Je nach Temperatur dauert die Entwicklungszeit der Larven zwischen 8 und 150 Tagen. Während dieser Zeit leben sie nicht parasitisch sondern ernähren sich vom Kot der erwachsenen Flöhe und anderem organischen Material. In unseren Wohnungen findet die Verpuppung der Laven ca. nach 2 Wochen statt, die Verpuppung dauert von einer Woche bis zu mehreren Monaten. Der schlüpfreife Floh kann monatelang in seiner Puppenhülle verweilen, bis sich ihm ein Wirtstier oder Mensch nähert. Dieser löst durch seine Bewegungen den Schlüpfvorgang aus, so dass es möglich ist, dass ein monatelang ungenutzter Raum plötzlich von Flöhen befallen wird, bzw. der Ahnungslose der den Raum betritt.
Flöhe fühlen sich in der Nähe ihrer Wirte am Wohlsten, in Teppichen, Polstern, wo sie auch die meiste Zeit ihres Lebens verbringen. Nur zum Blutsaugen suchen sie das Wirtstier oder den Menschen auf. Ihr Biss hinterlässt einen kleinen juckenden Einstich. Charakteristisch ist, dass Flohstiche fast immer in Reihen liegen. Dass kommt dadurch, dass sich Flöhe leicht irritieren lassen und auch Probestiche vornehmen. Jede Flohart ist von einem speziellen Wirt abhängig, ist dieser aber nicht in der Nähe sucht er sich gelegentlich auch einen anderen. Von den etwa 60 in Deutschland vorkommenden Floharten, kann etwa die Hälfte auch den Menschen beißen.
Der Hundfloh (Ctenocephalides Canis)
Länge: 1,5 – 3 mm
Farbe: rötlich braun
Am kurzen Kopf tragen sie je einen gut erkennbaren Stachelkamm im Nacken und an der Vorderseite. Der Unterschied zum sehr ähnlichen Katzenfloh ist der erste Zahn am vorderen Stachelkamm, der höchstens halb so lang ist wie der zweite Zahn. Nutzt Katzen und Menschen als Nebenwirte.
Der Katzenfloh (Ctenocephalides Felis)
Länge: 1,5 – 3 mm
Farbe: rötlich braun
Auf den ersten Blick ist der Katzenfloh nur schwer vom Hundefloh zu unterscheiden. Der Kopf ist jedoch länglicher als bei diesem. Am vorderen Stachelkamm ist der erste Zahn fast so lang wie der zweite. Er weit ebenfalls einen Stachelkamm im Nacken auf. Nutzt Menschen als Nebenwirte.
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