Spitz pass auf!
Laut der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH)gehört der Gross-und Mittelspitz zu den gefährdeten Hunderassen in Deutschland.
Seit mehr als 13.500 Jahren ist der Canis lupus familiaris, der Haushund, ein treuer Begleiter des Menschen. Mittlerweile gibt es über 440 bekannte Hunderassen, über 300 davon sind offiziell anerkannt. In ihrem Ursprung wurden die meisten von ihnen für spezifische Aufgaben gezüchtet. Diese Aufgaben sind heute häufig nicht mehr existent, wie beispielsweise die ursprüngliche Aufgaben des Groß- und Mittelspitz, als Spezialisten für die Bewachung der Weinberge und der Transportgüter.
Eines der bekanntesten Gesellschaftsspiele des letzten Jahrhunderts war sicherlich Spitz pass auf, heute muss der Spitz wirklich aufpassen, gehört er doch zu den gefährdeten Hunderassen in Deutschland. In Deutschland sind gerade einmal 11 Zuchttieren, 5 Hündinnen und 6 Rüden beim Großspitz registriert. Etwas besser geht es da noch dem Mittelspitz und dem Deutschen Pinscher, die die Riege der gefährdeten Haus- und Hofhunde vervollständigen.
Die spitzartigen Haushunde sind die älteste Form des Haushundes in Europa und eine der ältesten Rassen der Welt. Ende des 19.Jahrhundert waren die Spitze von Petersburg bis Italien hinab weit verbreitet und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein vom täglichen Leben auf dem Bauernhof nicht wegzudenken. Sie haben keinerlei Neigung zum Streunen und sind ausgezeichnete Wachhunde. Bei der Bewachung der Nutztiere des Hofes bewährte sich der Spitz ebenso wie bei der schonungslosen Verfolgung von Ratten und Mäusen. Der häufigste Vertreter der Gattung Spitz stellte im 19. Jahrhundert der Mittelspitz dar. Mit einer Rückenhöhe von über 25 cm bis 40 cm Rückenhöhe war er beim einfachen Volk, Kleinbauern, Handwerkern und Fuhrleuten als Wachhund verbreitet. Beim Mittelspitz sind als Zuchttiere etwa 25 Hündinnen und 12 Rüden erfasst.
In vornehmen und gutbürgerlichen Gesellschaftskreisen fand der weiße Großspitz aufgrund seiner eleganten Erscheinung seinen Platz. Sein schwarzes Pendant, der schwarze Großspitz wurde allerdings zu anderen Zwecken eingesetzt. Er wurde von Weinbauern gehalten, um deren Weinberge vor vier- und zweibeinigen Dieben zu schützen. Diese Aufgabe brachte ihm auch den Namen Weinbergspitz bei.
In der heutigen Zeit werden Groß- und Mittelspitze als Haus- und Familienhunde gehalten. Sie sind der ideale Wächter für Haus und Hof. Jede mögliche Gefahr wird mehr oder weniger lautstark mitgeteilt, ohne dabei aggressiv zu sein. Groß- wie Mittelspitz sind lauffreudige, unermüdliche Begleiter und auch im Agility begeistert dabei. Sie werden als intelligent, gelehrig, umgänglich, geduldig mit Kindern, lebhaft, geflügelfromm, robust und witterungsunempfindlich beschrieben.
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