Der Labrador Retriever (Teil 1)
Entgegen seines Namens stammt der Labrador Retriever nicht von den Küsten der Insel Labrador, sondern findet seinen Ursprung in Neufundland.
Nach heutigem Stand, stammt der Labrador vom kleinen St. John's Water Dog ab der im Süden Neufundlands vorkam. Seine große Wasserliebe und angeborene Apportierfreude, machten ihn zu einem wichtigen Helfer der einheimischen Fischer. Die Aufgabe des Water Dogs war es, verloren gegangenen Fisch oder ein abgetriebenes Fischernetz zu apportieren (engl. to retrieve). Ferner sollte er auf der Jagd Wassergeflügel aufstöbern und erlegtes Wild apportieren.
Der Autor des Buches "The Labrador Retriever - The History - The People", Richard A. Wolters, beschreibt eindrucksvoll dessen Suche nach den Wurzeln dieses außergewöhnlichen Hundes. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die ersten St. John's Hunde durch den unermüdlichen Seehandel zwischen Neufundland und der Hafenstadt Poole Harbour nach England. Der Earl of Malmesbury (1778-1841) kaufte sie den Fischern ab und benannte die schwarzen Hunde nach deren Heimat an der kandischen Küste Labradors. Der Earl war maßgeblich an dem Import und der Verbreitung des Labradors auf englischem Boden beteiligt. Bald waren die Hunde in ganz Großbritannien als herausragende Apporteure bekannt, sei es im Wasser als auch an Land.
Die Rasse selbst wurde erst im Jahr 1904 vom englischen Kennel Club anerkannt, aber eine Reihe angesehener Aristokraten hatten bereits vorher seine Qualitäten erkannt und züchteten die Retriever als Experten für die Arbeit nach dem Schuss. Bei der Jagd bestand die Aufgabe des Hundes darin, dem Jäger ruhig und aufmerksam zu folgen und erst nach erfolgtem Schuss die Beute zu finden und heranzubringen.
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