Und plötzlich war er weg

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Schroeder geht nun in den 11. Lebensmonat hinein. Bisher hat immer alles super geklappt, er gehorcht gut, macht kaum noch Blödsinn und auch gewisse Undichtigkeiten innerhalb des Hauses haben wir in den Griff bekommen. Das er nun in eine Stadium der Pubertät kommt, war uns allen klar. Wir waren bereit!

Angefangen hat alles mit einem intensiven Schnuppergetue während der Spaziergänge, an allem wurde geschnuppert, ständig wurde das Bein gehoben und markiert. Eigentlich hätte mir da schon ein Licht aufgehen müssen. Aber ganz ehrlich gesagt, mit knapp zehn Monaten hatte ich noch keinen Gedanken daran verschwendet! Ich ging also mit meinem wohlerzogenen Junghund durch ein Waldgebiet in der Nähe spazieren, natürlich war er abgeleint, was in diesem Gebiet sogar geduldet wird. Eine Stelle schien ihn plötzlich sehr zu interessieren und ich holte schon Luft um ihn abzurufen – da war er plötzlich weg. Es ging alles so schnell! Er schnupperte und im nächsten Moment gab er Gas.

Eigentlich gehöre ich nicht zu der Fraktion der Hundebesitzer, die ihrem Hund dann hinterherlaufen und Fangen spielen, aber in der direkten Umgebung läuft eine nicht grad prickelnd abgesicherte Autobahn lang. Also ich im Galopp hinterher, mit einer guten Portion Wut im Bauch und noch größeren Ängsten im Nacken. Nach gut 800 m blieb mein Schnoesel stehen und der Moment des Rufens war gekommen.

Vorher wäre er eh nicht abrufbar gewesen. Siehe das der Kopf ging hoch und Schroeder kam mit einem fetten Maremmano-Grinsen im Gesicht auf mich zugetrabt. Mit knirschenden Zähnen kam ein Lob aus meinem Mund und der Hund kam in Nullkommanix an die Leine!

Tja, was lernen wir daraus? Man darf sich als Hundebesitzer manchmal einfach nicht zu sicher fühlen! Für Schroeder war dieser Ausflug ein wahrer Wohlgenuss, er konnte die Freiheit genießen, fand alles supertoll. Es war ein Erlebnis, was er mit Sicherheit noch mal kosten möchte. Und da würde ich als Halterin Probleme bekommen können…..

Damit dem nicht so ist und Schroeder in seiner Pubertät nicht ein Erfolgserlebnis nach dem anderen bekommt, laufen wir seitdem an der Schleppleine oder Langlaufleine. Ein lästiges und nervendes Laufen, aber nur so begreift er, dass er einen gewissen Radius nicht überschreiten darf.

Wir werden sehen, welche Erfolge wir damit erzielen!

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