Die Rückkehr des Wolfes
Schon vor mehreren Jahren berichteten Jäger, Waldarbeiter und Landwirte, dass sie im nordöstlichen Sachsen Wolfsbeobachtungen gemacht hätten. Zu Beginn war man sich nicht sicher, ob es sich hierbei wirklich um einen Wolf oder nur um einen streunenden Hund handelte.
Der Wolf hat es geschafft, sich wieder in Deutschland anzusiedeln, nachdem er hier fast völlig verschwunden war. Doch ist ein Zusammenleben von Mensch und Wölfen möglich? Immer häufiger kam es damals zur Sichtung eines einzelnen Tieres, und es wurden auch so genannte Risse von Wildtieren und Spuren gefunden. Die Vermutung, dass es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelte, bestätigte sich recht bald. Vor ungefähr drei Jahren gab es erstmals eine Sichtung von zwei Wölfen, die offensichtlich gemeinsam auf Beutezug gingen.
Dass Wölfe von Westpolen aus nach Deutschland wandern, ist nichts Ungewöhnliches, als aber im Herbst letzten Jahres mehrmals sechs Wölfe immer wieder in der gleichen Region beobachtet wurden, lag die Vermutung nahe, dass sich in der Muskauer Heide ein Wolfsrudel etabliert hat. Ob es sich bei dem zahlenmäßigen Zuwachs um Jungwölfe handelt, konnte lange nicht mit Sicherheit bestätigt werden.
Eine neue Heimat für Isegrimm
Stück für Stück haben sich die Wölfe einen Lebensraum zurückgewonnen, ihr Streifgebiet umfasst rund 250 Quadratkilometer. Hierbei scheint das Gebiet des Truppenübungsplatzes Oberlausitz das Kernstück zu sein, denn dort gibt es die meisten Beobachtungen. Der Truppenübungsplatz bietet allem Anschein nach einen idealen Lebensraum für die scheuen Tiere. Auf einer Größe von etwa 14.500 Hektar, davon circa 10.000 Hektar Wald, findet das Rudel Ruhe vor störenden Einflüssen und kann auf riesiger Fläche jagen. Die Chance auf eine erfolgreiche Jagd stehen auf diesem Fleckchen Erde gut. Aufgrund der Größe des Terrains macht den Tieren der militärische Übungs- und Schießbetrieb nichts aus – sie haben genügend Platz um auszuweichen. Störungen durch den Menschen sind auf dem Übungsplatz gering, da das Betreten des Truppenübungsplatzes aus Sicherheitsgründen streng verboten ist – ein weiterer Grund, warum sich die Tiere dort wohl fühlen.
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