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Von Hunden und Kindern – Eine Betrachtungsweise [2]

 

Dass sich mancher Hundehalter gegenüber Kindern rücksichtslos verhält, habe ich im ersten Teil meiner Betrachtungsweise von Hund und Kind ausführlich beschrieben. Wie aber sieht die andere Seite aus?

Toleranz und Respekt gegenüber Tieren, wird Kindern nicht in die Wiege gelegt, sondern muss ihnen vorgelebt werden. Leider scheint dies in vielen Familien eine Mangelware zu sein, denn viele Kinder haben keinerlei Bewusstsein für Tiere, in unserem Fall Hunde.

Angst und Panik

Schlechte Erfahrungen mit Hunden sind ein Faktor, der bei Kindern Panik bei späteren Begegnungen auslösen können. Diese Angst sollte man dem Kind möglichst schnell nehmen, denn nicht jeder Hund ist ein beißwütiges Monster. Im Gegenteil, die meisten sind außerordentlich kinderlieb und sanft. Therapiehunde können helfen diese Ängste zu überwinden und Kindern das Vertrauen an Partner Hund zurückzugeben.

Hat man als Erwachsener Angst vor Hunden, so kann man fast schon davon ausgehen, dass auch die eigenen Kinder Angst vor diesen haben. Kinder schauen sich sehr viel von unseren Verhaltensweisen ab und nehmen diese an. Wie oft hab ich am Kindergarten Eltern gesehen, die ihre Kinder an die Seite nahmen, wenn ein Hund kam. Auf Nachfrage, wieso sie das taten, bekam ich die Antwort, dass man selbst Angst vor Hunden hat. Aber muss man Ängste weitergeben?

Kinder sollten relativ früh lernen, wie sie sich einem Hund gegenüber zu verhalten haben. Mittlerweile gibt es dazu viele Angebote von kleinen Büchern bis hin zu Therapiehunden, die Schulen und Kindergärten besuchen. Eine gute Sache, wie ich finde. Ich bekomme jedes Mal eine kleine Krise, wenn Kinder wild auf mich und meine Hunde zugestürmt kommen und diese ohne zu Fragen streicheln wollen. Ja es gab sogar schon Mütter, die empört reagierten, wenn ich dies verweigerte!

Meine Hunde sind an der Straße und in Parkanlagen grundsätzlich an der Leine. Durch die Leine sind sie in ihrer Bewegung eingeschränkt, können nicht ausweichen, wenn sie es wollten. Unser Junghund Schroeder ist in Bezug auf Kinder überhaupt kein Problem oder sagen wir es so: bisher nicht, denn er ist noch sehr jung. Lilli ist mittlerweile 6 Jahre alt, sehr kinderlieb, aber sie hat eine schwere Hüfterkrankung, die auch Schmerzimpulse verursachen kann. Daher möchte ich nicht, dass meine Hunde von fremden Kindern angefasst werden. Werde ich gefragt: „ Beißen die?“ Gebe ich zur Antwort: „Bisher noch nicht!“ Bin ich mit Schroeder allein unterwegs, ist ein Ansturm von Kinderhänden kein Problem. Ihn hatte ich seit Welpenalter, er kennt Kinder, er wurde mit ihnen groß. Der Empörung, dass meine angeleinten Hunde nicht gestreichelt werden durften, stand ich ziemlich ratlos gegenüber, denn eigentlich mache ich dies ja zum Schutze des Kindes. Mittlerweile diskutiere und erkläre ich nicht mehr, ich sage einfach, dass meine Hunde keine Kinder mögen. Recht auffällige Notlüge, wenn meine Kinder mit dabei sind!

Ich habe meinen Kindern von klein auf beigebracht, dass sie fremde Hunde nicht streicheln dürfen, da nicht alle so lieb sind wie die unseren. Auch ein wildes Rumgefuchtel mit Stöcken oder das darauf zu rennen habe ich unterbunden, immer mit der Erklärung warum man das nicht macht. Meine Kinder haben sich den Satz:“Hunde können sich nur mit den Zähnen wehren!“, verinnerlicht und gehen sehr behutsam mit ihnen um.

Immer mehr Hunde leben in unseren Städten und um ein friedliches Miteinander zu erreichen, müssen sowohl Hundebesitzer wie auch Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Kinder aufeinander Rücksicht nehmen.

Der Verein Hunde helfen Menschen e.V. bietet in Zusammenarbeit mit der Firma Pedigree ein Schulprogramm an. Mit einem von einer Hundeführerin oder einem Hundeführer begleiteten Hund erfolgt im Unterricht eine Realbegegnung. Die Hundeführerin oder der Hundeführer geht hierbei auf Fragen der Schülerinnen und Schüler und auf ihre Erfahrungen im Umgang mit Hunden ein. Anhand von Beispielen wird das richtige Verhalten gegenüber Hunden dargestellt. Einige Schülerinnen und Schüler können dann das Erlernte in einer praktischen Übung direkt mit und an dem Hund anwenden. Auftretende Fragen und Probleme werden besprochen und analysiert. Wenn möglich wird konkretes Handeln am Hund unmittelbar demonstriert.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Vereins zu finden.

www.hundewiese.net

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