Futterskandal in USA, Kanada und Mexiko weiten sich aus
Nachdem im April mehrere Hunde in Nordamerika an verseuchtem Hundefutter verendeten, wurde nun in weiteren Futtersorten das Gift Melamin gefunden.
So rief der Hersteller Royal Canin USA im Monat April vorsorglich eine Reihe von Trockenfuttern zurück. Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem Fund von giftigem Melamin in Reisproteinkonzentrat aus China, das zur Herstellung von Trockenfutter verwendet wurde. Aber nicht nur im Reisproteinkonzentrat wurde Melamin gefunden, auch in Maisgluten, die ebenfalls aus chinesischer Produktion stammten. So rief Royal Canin deshalb in Südafrika Hunde - und Katzenfutter zurück, die zwischen dem 08.03.2007 und 11. April 2007 produziert wurden. Zwar versicherte Gregory Watine von Royal Canin Südafrika in einer Pressemitteilung, dass alle Maßnahmen ergriffen würden, die Sicherheit der Futtermittel zu gewährleisten, aber laut der South African Veterinary Association (SAVA) seien bereits mehr als 30 Hunde verendet, bei denen ein Zusammenhang mit Melamin im Futter hergestellt werden konnte.
Die "SAVA" rief zudem die Tierhalter auf, Futter welches mit der Chemikalie Melamin kontaminiert wurde, nicht einfach zu entsorgen. Um eine Umweltbelastung durch Melamin zu verhindern, müsse das verseuchte Futter in Verbrennungsanlagen unschädlich beseitigt werden. Zudem rief die Organisation dazu auf, in den Tierarztpraxen nur noch Futtermittel zu verkaufen, bei denen vom Hersteller ein Zertifikat über die Freiheit von Melamin vorliegt. Fachleute spekulieren nun darüber, ob das Melamin bewusst eingemischt wurde, um bei minderwertigen Produkten höhere Eiweißgehalte vorzutäuschen. Dr. Stephen Sundlof, Chef-Veterinär der FDA (Food and Drug Administration) bezeichnete die Theorie als plausibel.
Aber nicht nur die Heimtierfutterindustrie scheint von dem Melamin-Skandal betroffen. In Kalifornien haben das Ministerium für Lebensmittel und Landwirtschaft und der Gouverneur Arnold Schwarzenegger eine Farm mit 1.500 Tieren geschlossen. Dort hatte man im Urin von Schweinen die Chemikalie Melamin festgestellt. Das Ministerium teilte mit, dass nun weitere Test durchgeführt würden.
Auch hier liegt der Verdacht nahe, dass das Melamin über kontaminiertes Reisproteinkonzentrat aus China in die Fütterung der Farm gelangte. Melamin findet in der Industrie Anwendung bei der Herstellung von Kunstharzen.
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