Von der Straße auf die Couch
Der Import von sogenannten Südenhunden ist bundesweit bei Hundehalter, Tierschützern und Tierärzten umstritten. Die einen schimpfen über den Auslandstierschutz mit der Begründung, man solle erst den hiesigen Hunden helfen.
Tierärzte warnen vor eingeschleppten Krankheiten mit fatalen Folgen. Tierschützer hingegen machen auf das Schicksal der Südenhunde aufmerksam, schwarze Schafe unter ihnen rücken aber diese Arbeit, zum Leidwesen der Tiere, immer wieder in negative Schlagzeilen. Fürsprecher und Gegner des Auslandstierschutzes, zeigen gute Argumente für ihren jeweiligen Standpunkt auf. „ Von der Straße auf die Couch “ ist ein Buch, das sich um das Thema „Südenhunde“ dreht und bietet einen guten Leitfaden für alle Hundehalter, die ihr Leben eventuell mit einem ehemaligen Straßenhund teilen möchten.
Die Autorin beleuchtet intensiv das Für und Wider und das in einer bemerkenswerten neutralen Sichtweise, und dass obwohl sie selbst einen Streunerhund ihr Eigen nennt. Ohne den Auslandstierschutz zu beschönigen zeigt sie auf, welche Probleme diese Tiere bekommen können. Die Mär vom ewig dankbaren Straßenhund schickt sie dahin wo sie hingehört, in das Reich der Mythen und Märchen. Hier geht es um Hunde die Zeit ihres Lebens völlig autark gelebt haben und selbstständig für sich sorgen mussten und dann in einer Welt voller Überfluss und Reize landen. Der Unterschied zum „normalen“ Haushund wird deutlich beschrieben, diese Tiere sind nicht menschenbezogen, eigenständig und lebenserfahren und haben meistens eine unbekannte Vorgeschichte. Nina Taphorn zeigt realistisch auf, was es heißt einen Straßenhund aufzunehmen.
Sie selbst hat eine Mischlingshündin aus dem Auslandstierschutz und stellte fest, dass die Eigenschaften ihres Hundes und die daraus resultierenden Probleme, keinen Einzelfall darstellten. Mit viel Fingerspitzengefühl beschreibt sie die Erziehungsprobleme mit einem Tier, welches den Menschen nicht als Sozialpartner sieht. Moderne Erziehungsmethoden scheitern oft und ein anderer Weg muss gefunden werden, für den Hund und für seinen Menschen.
Ein ebenso nicht unwichtiges Kapitel stellt das der sogenannten Mittelmeererkrankungen dar. Neben Beschreibungen der Krankheiten, deren Symptome und Folgen, wird auch geschildert, welche Diagnosemittel vonnöten sind um diese festzustellen. Leider ist es immer noch so, dass viele Tierärzte die Symptome einer Mittelmeererkrankung zu spät erkennen oder oftmals gar nicht erkennen. Das Buch hinterfragt zudem kritisch die Arbeit von Tierschutzvereinen und Hundeschulen und bietet mit den aufgezählten Punkten eine gewisse Hilfe an, was die Wahl einer Hundeschule und dem Erkennen einer seriösen Tierschutzorganisation. Letztere ist nicht unwichtig, denn in den letzten Jahren gab es viele schwarze Schafe, die ein Geschäft mit dem Mitleid praktiziert haben. Nach der Lektüre dieses Buches kann kein Hundehalter mehr behaupten, er hätte nicht gewusst worauf er sich einlässt. Es sollte eine Pflichtlektüre für Tierschutzvereine sein, denn auch diese können eine Menge Wissen aus dem Buch beziehen.
Verlag: Kynos
Autor: Nina Taphorn
ISBN: 3-938071-10-9
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