Im deutschen Sprachgebrauch gibt es das Sprichwort "Sie lieben sich wie Hund und Katz", aber genau die Ironie dieses Spruches ist "sprichwörtlich" falsch, denn diese können wahrhaft Freunde werden!Meine Tochter wünschte sich ein eigenes Haustier, aber ein Käfigtier kam von uns aus nicht in Frage. Die einzige Möglichkeit war daher eine Katze, aber auch mit dieser Lösung taten wir es uns zu Anfang schwer.
Sicherlich war der Gedanke des „Verantwortung übernehmen lernen“ für uns ein Argument, auch das Kinder ihre Sorgen gerne Tieren anvertrauen und so weiter, aber wir hatten nun einmal zwei ausgewachsene Hunde im Haus, die die Nachbarskatzen nicht gerade liebten.
Die Katze müsste möglichst jung sein und keinerlei Angstanzeichen gegenüber den Hunden zeigen, damit eine schnelle Gewöhnung gewährleistet ist. Schnell deshalb, weil es in unserem Haus keine Türen im Wohnbereich gibt und die Katze gegen zwei Hunde kaum eine Chance hätte.
Auf meiner Suche über Zeitungsannoncen und Co. fand ich nun einen kleinen Kater aus dem Tierschutz. Er war so winzig, dass wir ihn spontan Brösel nannten.
Aber bevor wir die Gewöhnung „Hund-Katze“ in Angriff nehmen konnten, hatten wir ein ganz anderes Problem – Flöhe!
Ich war reichlich pikiert, denn eigentlich dachte ich die Tiere seien ausreichend entfloht bei der Abgabe. Auf den Kosten bin ich trotz Zusage bis heute sitzengeblieben!
Also kam Brösel vorerst im Bad unter, denn dort gab es kaum Ritzen in denen sich die Flöhe einnisten konnten.
Am nächsten Tag besuchten wir dann mit Brösel zum ersten Mal die Tierklink Asterlagen in Duisburg. Wenn das Kerlchen nicht kiloweise Flöhe gehabt hätte, wäre die Ärztin nie auf den Gedanken gekommen, dass er von einem Bauernhof sei.
So brachten wir den entflohten Kater nach Hause und nahmen den ersten Teil der Gewöhnung in Angriff.
Zu seinem Schutz hatten wir einen Kaninchenkäfig geliehen, damit die Hunde in Ruhe schnuppern konnten und wir einwirken konnten ohne das Katerchen zu gefährden. Lilli war relativ interessiert und machte keinerlei Anstalten dem Kater was zu tun.
Das erste Zusammentreffen von Schroeder und dem Kater war hingegen sehr ernüchternd und raubte uns den Glauben daran, dass es mit ihm und der Katze irgendwann mal klappen könnte.
Würden wir aufgeben? Muss Brösel wieder unsere Familie verlassen?
Das wird im zweiten Teil zu lesen sein!