Immer wieder erlebt man Hunde, die verhaltensauffällig sind und deren Besitzer nicht mehr wissen, wie sie den Hund zu einem angenehmen Familienmitglied erziehen können.

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Meist sind sämtliche Erziehungsmethoden fehlgeschlagen und die Hundehalter haben kapituliert. Die Hunde zeigen sich oft dominant, verängstigt oder leiden unter anderen psychischen Störungen, und es ist problematisch, sie in die Familie zu integrieren.
Bisher gibt es keine – zumindest deutschsprachige – Fachliteratur zur Erziehung und Prägung von Welpen in den ersten Lebenswochen. Vielmehr beginnen die meisten Tipps zum Thema Erziehung/Prägung ab dem 3. Lebensmonat.
Die Grundprägung, die ein Welpe in den ersten beiden Lebenswochen erfährt, findet bisher kaum Beachtung. Dies ist erstaunlich, zumal bereits in den USA und auch in anderen europäischen Ländern diese entscheidende Phase als besonders wichtig erkannt und beschrieben wurde.
Es gibt dort inzwischen beeindruckende Erkenntnisse zu der Sozialisierung von Welpen ab dem Zeitpunkt der Geburt. Daraus entwickelten sich sinnvolle Maßnahmen, die eine gezielte und nachhaltige Sozialisierung ermöglichen.
Ziel der Sozialisation in der prägenden Lernphase
In den ersten beiden Lebenswochen eines Hundes erfolgen die Grund- und die Individualprägung. Hier wird der Grundstein für das spätere Verhalten des Hundes gelegt.
Die Grundprägung ist für alle Hunde gleich, die Individualprägung ist notwendig, wenn der Hund später eine besondere Aufgabe erhalten soll, z. B. als Blindenhund ausgebildet oder zum Jagdhund erzogen werden soll. Die Grundsozialisation ist einfach und problemlos bei gesunden Welpen durchführbar.
Für den Fall, dass ein Welpen in irgendeiner Form beeinträchtig ist, sollte der Tierarzt hinzugezogen werden.
Die Grundsozialisation ist insbesondere wichtig für die ruhigeren oder kleineren Welpen und auch solche, die in der Entwicklung ein wenig hinterherhinken. Hier kann man ohne großen Aufwand besonders fördern.
Zusammengestellt wurden diese Tipps von Kirsten Schiemann. Frau Schiemann verweist ausdrücklich darauf, dass keine Garantie oder eine Gewährleistung jedweder Art für den Erfolg der Maßnahmen oder für die eventuellen Folgen der durchgeführten Maßnahmen gegeben werden kann. Die Durchführung erfolgt grundsätzlich auf eigene Verantwortung.
Ziel der Sozialisation in der prägenden Lernphase
Die Prägung des Muttertieres ermöglicht den Welpen später in ihrem Rudel ein problemloses Zusammenleben mit den anderen Hunden.
Alle anderen notwendigen, bzw. gewünschten Verhaltensweisen kann nur der Mensch dem Welpen beibringen. In den meisten Fällen ist das der Züchter des jeweiligen Hundes, bzw. sein Halter.
Als Ergebnis einer guten Sozialisierung gilt der Kontakt sowie der Umgang mit Menschen unterschiedlichster Art, unterschiedlicher Anzahl (Familien oder auch grössere Menschenmengen) an verschiedenen Orten natürlicher und künstlicher Art (in der Natur oder in Städten, bzw. Gebäuden), sowie den unterschiedlichsten Geräuschkulissen.
Es sollte heute selbstverständlich sein, dass der Hund die Erfahrung macht, wie es ist mit einem Auto zu fahren, wie sich ein Staubsauger anhört oder eine vorbeirauschende Eisenbahn. Spielende Kinder, ein Martinshorn oder der Rasenmäher sollten ihn nicht aus der Fassung bringen und „normal” für ihn sein.
Diese Form der Sozialisierung kann verständlicherweise nicht von dem Muttertier erfolgen. Um dem jungen Hund jedoch ein unbeschwertes Leben frei von Angst zu ermöglichen, sollte er behutsam und zur rechten Zeit an die o. g. Situationen herangeführt werden.
Teil 2 der Serie: Sozialisation von Welpen

1 Kommentar
Klasse Bericht. Habe ich mit Freude gelesen