Im ersten Artikel zur Welpenerziehung haben Sie viel über die Phase der Sozialisierung erfahren.
In der Welpenerziehung sind Lob und Ermahnung extrem wichtig, deshalb wollen wir hier noch einmal ansetzen. Um Ihren Welpen nachhaltig zu prägen, setzen Sie bei seiner Ausbildung auf „Lernen mit Spaßfaktor”.
Der Welpe soll nebenbei und nahezu mühelos lernen. Das ist auch für Sie viel einfacher. Wenn Sie einige Dinge dabei beachten, geht es fast wie von selbst.
Wichtig ist die konsequente Haltung bei der Erziehung.
Das bedeutet, dass Regeln strikt eingehalten werden. Nicht heute erlaubt, morgen verboten und umgekehrt. Dann weiss der Hund nicht, was er darf und was verboten ist.
Es bedeutet aber auch, dass alle Familienmitglieder an einem Strang ziehen müssen. Denn es darf nicht sein, dass einige Verhaltensweisen von Ihnen verboten, von Ihrem Partner oder den Kindern geduldet werden. Hier ist immer dringend Absprache notwendig.
Neben der Konsequenz gilt die Regel der Schnelligkeit. Verbotenes immer unmittelbar nach der Tat tadeln. Nicht eine Minute später, sondern immer sofort.
Der Hund kann Dinge, die länger als 3 Sekunden zeitlich auseinander liegen, nicht verknüpfen. Daher gilt: Lob oder Ermahnung sofort. Innerhalb von 3 Sekunden. Sonst funktioniert das System nicht.
Benutzen Sie klare Strukturen. Eine hohe Stimme bei Lob, verbunden mit Begeisterung oder regelrechtem Enthusiasmus. Ihr Hund wird das lieben und Dinge, die er so belohnt bekommt, gerne wiederholen.
Auch beim Tadeln bitte immer auf die tiefe, brummende oder knurrende Stimme achten. Für den Hund muss eindeutig feststellbar sein, dass er etwas gemacht hat, das von einem ihm übergeordneten Rudelmitglied deutlich missbilligt wird.
Setzten Sie niemals Gewalt gegen Ihren Welpen ein. Schreien Sie den Hund nicht an, und schlagen Sie ihn auch nicht. Wegsperren ist ebenfalls keine geeignete Erziehungsmethode. Auf gar keinen Fall nehmen Sie den Welpen am Hals hoch. Das versteht er als tödliche Bedrohung und wird fortan große Angst vor Ihnen haben.
Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein?
Genau wie Menschenbabies auch, muss ein Welpe sehr viel häufiger Wasser lassen als Erwachsene. Ca. alle 2 Stunden ist es soweit: der Hund muss Pipi.
Gehen Sie alle 2 Stunden mit ihm ins Freie, vor die Tür oder in den Garten. Und auch hier gilt wieder die wichtige Regel: loben Sie ihn! Loben Sie ihn sofort, wenn er sich hinsetzt, um sein Geschäft zu machen. So lernt er sehr schnell, dass das, was er da tut, etwas Gutes ist, und wird es gerne wieder machen.
Lassen Sie den Hund abends nicht mehr so viel trinken und nach 22 Uhr gar nichts mehr.
Welpen sind erst im Alter von frühestens 3 Monaten überhaupt erst in der Lage, ihre Ausscheidungsorgane zu kontrollieren. Daher sollten Sie wissen, dass für die Erziehung zur Stubenreinheit einiges an Geduld notwendig ist.
Falls der Hund sich in der Wohnung erleichtert, schimpfen Sie ihn nicht aus.
Beschränken Sie in der Sauberkeitserziehung Ihre Reaktionen auf das Lob. Sobald der Hund sich richtig verhält, loben Sie ihn über die Maßen, das wirkt wahre Wunder.
Die einzige Gelegenheit, ihn zu tadeln, ist, wenn Sie ihn wirklich erwischen, wie er gerade sein Hinterteil absenkt, um sein Geschäft in der Wohnung zu machen.
Dann sollten Sie sich ungehalten zeigen, mit dunkler Stimme „Pfui” sagen und den Hund sofort hinaustragen. Er begreift sehr schnell, dass das, was er gerade vorhatte, nichts ist, um sein Herrchen zu begeistern.
Wenn Sie Ihren Welpen alleine lassen, was natürlich nur für kurze Zeit sein darf, dann sollten Sie ihn in eine Hundebox o. Ä. sperren, denn diese wird er nicht beschmutzen.
Lassen Sie ihn immer sofort nach Ihrer Rückkehr ins Freie, damit er sich lösen kann. Auch nachts sollte er in die Box gelegt werden, oder möglicherweise auch in eine Kiste neben Ihr Bett.
Im übrigen sind Hunde sehr unterschiedlich. Während der eine nach 4 Wochen schon stubenrein ist, dauert es beim nächsten doppelt so lange. Gefragt ist hier immer wieder Ihre Geduld.
Überfordern Sie Ihren Welpen nicht
Bedenken Sie, dass das neue Zuhause vollkommen fremd ist für Ihren Familienzuwachs. Wenn der Welpe ins Haus kommt, ist alles ein Abenteuer für ihn. Es gibt andere Menschen, andere Räume, andere Geräusche und neue Gerüche. Da muss er eine Menge verarbeiten, und das geht nicht so schnell.
Beschränken Sie die ersten Tage auf das Erkunden des neuen Wohnraumes. Auf lange Spaziergänge verzichten Sie vorerst; es reicht, wenn der Kleine den Garten und die nähere Umgebung erkunden kann. Natürlich immer nur in Ihrer Gesellschaft.
In der Wildnis werden Welpen ihre Behausung auch nicht sehr schnell verlassen; sie bleiben grundsätzlich in der Nähe ihrer Mutter und ihrer Wohnung. Daher sollten sie ihn auf den ersten Spaziergängen immer gut beobachten, ob er müde ist ( der Hund setzt sich dann einfach hin), oder ob irgendwelche Dinge sein besonderes Interesse finden.
Bleiben Sie immer in seiner Nähe und ermuntern Sie ihn, die neue Welt zu erkunden.
Im Alter von acht bis zwölf Wochen ist es auch sinnvoll, eine Hunde- oder Welpenschule zu besuchen. Dort kann Ihr kleiner Freund die Bekanntschaft mit anderen seiner Art machen.
Kontakt mit fremden Hunden ist wichtig für das Erlernen des Sozialverhaltens.
