
(C) Sokaeiko & pixelio.de | Lewitzer Fohlen
Bei dem Lewitzer handelt es sich um ein anspruchloses Reit- und Fahrponys aus dem VE Gut „Lewitz“ in Neustadt-Glewe im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
Ausgehend von Körperbau, Verwendung und Stockmaß wurden sie in vier unterschiedliche Typen unterteilt. Die kleinsten Exemplare mit einem Stockmaß von 115-132 cm gehören zur Kategorie I, Pferde aus der Kategorie II, die bis zu 147 cm Widerristhöhe aufweisen, werden sowohl als Freizeitpferde wie auch in der Landwirtschaft eingesetzt.
In der Kategorie III erreichen die Pferde ein Stockmaß von 138 bis 147 cm, haben ein elegantes äußeres Erscheinungsbild und werden ausschließlich als Reitponys verwendet. Alle Exemplare mit einem Stockmaß von 136 bis 147 cm dagegen finden vorwiegend in der Landwirtschaft Verwendung.
Bei der Farbe trifft man überwiegend auf großflächige, Braun-, Fuchs- oder Rappschecken (Tobiano = Plattenscheckung), aber auch Tigerschecken sowie einfarbige Braune und Füchse kommen vor.
Entwickelt wurde der Lewitzer 1971 in der DDR vom Vorsitzenden des VEB Lewitz, Ulrich Scharfenorth, der ein klare Vorstellung von dem gewünschten Pferd hatte. Zuchtziel war ein Pferd mit sehr kleinen Ausmaßen, das sowohl zu sportlichen Zwecken wie auch für die landwirtschaftliche Arbeit eingesetzt werden konnte.
Um dies zu erreichen, kreuzte man unterschiedliche Ponystuten, darunter auch einige Schecken aus der Gegend um Teterow, mit Großpferdehengsten (Araber, Vollblut, Trakehner) und Haflingerblut.
Durch strenge Selektion und Inzucht entwickelte sich so der Lewitzer, den man mittlerweile in nur noch zwei unterschiedlichen Typen antrifft. Der elegantere Typ geht auf den Vollbluteinfluss zurück, ein schwererer Typ dagegen ist auf den Einfluss der Haflinger zurückzuführen.
Nachdem 1976 ein Zuchtbuch für Kleinpferde eröffnet wurde, erfuhr die Lewitzerzucht einen Aufschwung und die Pferde konnten im Reit- und Fahrsport ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Nachdem die Rasse in den 80er Jahren in eine Krise kam, wurde 1988 der Hengst „Graveur“ in Bayern gekört und die Rasse konnte sich erfreulicherweise konsolidieren. Der bekannte Springreiter Paul Schockemöhle erwarb 1992 das Gestüt und führt seitdem sehr erfolgreich die Zucht weiter fort.
