Pferderassen: Hessisches Warmblut

Das Hessische Warmblut ist eine Warmblutpferderasse, die dem Bild des typischen deutschen Reitpferdes entspricht. Bis zum Jahre 2009 wurde das Hessische Warmblut als eigenständige Rasse gezüchtet, seitdem ist sie komplett in der Zucht des Hannoveraner Pferdes aufgegangen.

Momentan existieren noch rund 170 Zuchthengste und etwa 2.000 Stuten, die überwiegend im hessischen Landgestüt Dillenburg und in Privatzuchten im Raum Frankfurt gezüchtet werden.

Das Hessische Warmblut erreicht ein Stockmaß von 160 cm bis 175 cm und kommt in allen Grundfarben vor, hauptsächlich trifft man Braune, Dunkelbraune, Füchse, Rappen und Schimmel an.

Eingesetzt wird die Rasse als Sport- und Freizeitpferd zum Reiten, Fahren und Springen. Sie zeichnet sich durch einen guten und ausgeglichenen Charakter, gepaart mit Leistungsbereitschaft, Intelligenz und Sensibilität, aus. Ausgeprägte Springbegabung und gut entwickelte Grundgangarten machen das Hessische Warmblut auch für den Leistungssport geeignet.

Die Zucht des Hessischen Warmblutes lässt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Grundlage waren einheimische Landstuten, die mit den unterschiedlichsten Rassen den Bedürfnissen entsprechend gekreuzt wurden. Es kamen überwiegend Dänen, Holsteiner und arabische Pferde zum Einsatz, aber auch Mecklenburger, Andalusier, Brandenburger, Oldenburger, Hannoveraner, Pommern und Vollblüter wurden eingekreuzt.

1770 wurde das hessische Landgestüt Dillenburg gegründet, wo allerdings zunächst überwiegend schwere Wirtschaftpferde gezüchtet wurden. Als nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der fortschreitenden Motorisierung der Bedarf an stark zurückging, änderte man 1962 das Zuchtziel in Richtung Sportpferd.

Durch Einkreuzung von Trakehnern, Hannoveranern, Westfalen und Holsteinern erhielt man das heute bekannte Hessische Warmblut. 2005 schloss sich der erst 1972 entstandene Verband Hessischer Pferdezüchter mit dem Pferdezentrum Alsfeld dem Hannoveraner Verband an. Bis 2009 wurde das Hessische Warmblut noch als besondere Abteilung „Zuchtbuch Hessen“ mit eigenem Brandzeichen innerhalb des Hannoveraner Verbandes geführt. Seit diesem Geburtsjahr ist die hessische Zucht vollständig Teil der Hannoveraner Zucht.


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